Benötigt ihr eine schöne Abwechslung vom Stadttrubel in Saigon? Zu einer der interessantesten Sehenswürdigkeiten zählen die Cu-Chi Tunnel, die sich ca. 50 km von Saigon entfernt befinden. Für diejenigen unter euch, die interessiert am Vietnamkrieg gegen die USA sind, ist die Tour zu den Cu Chi Tunneln ein Muss! In Cu-Chi kann man Teile des damaligen Tunnelsystems in einer Halbtagestour besichtigen. Wer noch nie etwas von den Cu Chi Tunnel gehört hat, der findet einen guten Artikel auf Spiegel.de. Wir entschieden uns von Saigon aus, eine Tour zu den Tunneln zu buchen. Die Preise variieren hier sehr und sind Verhandlungssache. Wenn ihr nicht gerade an einem Feiertag die Tour unternehmen wollt, dann könnt ihr die Tour Cu Chi Tunnel schon ab 90.000 VND buchen.

Unsere Tour zu den Cu Chi Tunneln

Vietnam war von 1960 bis 1975 durch den amerikanisch-vietnamesischen Vietnamkrieg in aller Munde. Überall im Lande kann man Schauplätze und Kriegs-Artefakte begutachten.  Eine Art Meisterwerk der Verteidigungsstrategie haben die Vietnamesen hier errichtet. Auf einer zusammengenommenen Fläche von 200 km, die auf drei Etagen verteilt waren, gruben die Vietnamesen ein Tunnelsystem, indem sich die Partisanen versteckt hielten und Angriffe vornahmen. 1948 wurden die ersten Tunnel beim Krieg gegen Frankreich errichtet. Damals wurden die Tunnel noch als Waffen- und Nahrungsmittellager sowie Unterschlupf für Menschen zum Schutz verwendet. In den 1970er Jahren wurde das Tunnelsystem durch die anhaltenden amerikanischen Angriffe immer wieder vom Vietcong verlängert, bis schließlich ganze Städte mit Lazaretten, Schulen und Wohneinheiten unter der Erde entstanden. Die Vietcong kamen zum Angriff auf die amerikanischen Truppen, aus den unterirdischen Tunnelsystem hervor und verschwanden bei Gegenwehr genauso schnell wieder in diesen. Die Amerikaner wunderten sich lange Zeit, wie die Gegner urplötzlich verschwinden konnten.




Die Lackfarbrik in Saigon

Abgeholt wurden wir um 8 Uhr morgens von unserem Hotel mit einem Minivan. Als kleiner Zwischenstopp vor der eigentlichen Tagesattraktion, wurde uns eine traditionell vietnamesische Lackfabrik vorgestellt. Für diese Art von Bildern ist Vietnam bekannt und man kann sie im ganzen Land kaufen. Frauen von Kriegsveteranen und körperlich eingeschränkte Menschen gestalten hier Bilder, Teller, Schalen, Untersetzer und andere Utensilien mit Perlmutt und Eierschalen Einsätzen. Auf dem schwarzen Lackuntergrund wird anhand einer Skizze verschiedene Formen mit Klebstoff abgezeichnet und kleine Eierschalen- oder Perlmuttstücke darauf befestigt. Dann entstehen solch schöne Bilder wie ihr unten auf den Fotos erkennen könnt. Folgerichtig haben diese Bilder aber auch ihren Preis.

Die Cu-Chi Tunnel

Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt erreichten wir die Cu-Chi Tunnel. Von außen konnte man das Erwartete nicht erkennen. Eine Karte am Eingang zeigte den Abzulaufenden Pfad für Touristen auf. Für die Besucher wurde ein kleines Museum errichtet und in einem Erdaushub, der mit Palmenwedel bedeckt wurde, konnte ein Propaganda-Video angesehen werden, der Inhalte des Vietnamkrieges und des Tunnelbaus preisgab.

In einem Waldbereich wurden für Touristen einige Wege angelegt, um die Funktionsweisen der Tunnel und Fallen für die Angreifer zu verdeutlichen. Auf Wiesen und begründen Waldflächen wurden unter anderem Gruben von über 2 Meter ausgehoben und mit Sperren aus massivem Holz bestickt. Als eine Art Deckel für die Grube wurde eine Falltür installiert und mit Grass bedeckt, somit konnte der Gegner die Gefahr nicht erkennen. Selbst wenn der Feind es schaffte aus dem Erdloch zu entkommen, so war dieser durch die Speere so stark verletzt, dass er an der Wunde mit Sicherheit starb. Das war auch die Absicht bei den kleineren Trittfallen, indem der Feind nicht hineinfiel, aber seinen Fuß und Beine durch rollende Eisenspitzen verletzte.

In Cu Chi wurden leider sehr viele Tunnelsysteme bereits zugeschüttet und ihr werdet nur einen kleinen Eindruck des gigantischen unterirdischen Systems wahrnehmen können. So werdet ihr auf eurem weiteren Weg mehrere Erdlöcher begegnen, bei denen es sich um Eingänge in das Tunnelsystem handelt. Diese wurden mit Gras bedeckt oder befanden sich unter Baumstumpfen. Sie wurden durch einen markanten Stein markiert, damit die Vietcong den Tunneleingang fanden. Auf dem Museumsgelände könnt ihr selbst die Tunnel einmal ausprobieren. Ihr werdet wahrscheinlich auch denken, dass diese viel zu klein sind und eher wie ein Kaninchenloch oder Fuchsbau wirken. Aber die vietnamesischen Soldaten waren so klein und passten tatsächlich durch diese Erdlöcher hindurch!




Wer nicht gerade Platzangst Besitz der kann die Tunnel auch selbst ausprobieren und hindurch grabbeln. Aber Vorsicht! Es ist sehr eng! Der Tunnel ist ein 90 Meter langes Erdloch (Ausstiege sind auch nach 25m möglich), welches 1,20 Meter hoch und 80 cm breit ist. Denkt ihr das ist eng? Dieser Tunnel wurde sogar extra für die Touristen erweitert! Die originalen Tunnel sind nur 80 cm hoch und 60 cm breit! Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass die Menschen darin über Jahre gelebt haben!

Auf dem weiteren Gelände werdet ihr Figuren vorfinden, die ein Kriegsszenarium darstellen. Die Figuren sind alle in den gleichen Uniformen gekleidet. Tagsüber, in Grün, wenn sie die Tunnel verlassen und in tiefem Blau bei Nacht, damit sie von den Angreifern nicht entdeckt werden. Kriegsmaschinen, wie Panzer und Schusswaffen findet man ebenfalls vor. Interessant war auch eine Darstellung von einem unterirdischen Raum, indem Bomben hergestellt wurden – natürlich alles unter der Erde auf den engsten Verhältnissen. Einfach unvorstellbar und nicht nachvollziehbar wie dort ein Leben möglich war. Die „Tunnelbewohner“ hatten auch massive Probleme mit Giftschlangen, Ratten und anderen unterirdisch lebenden Tieren. Auch die Hitze in den Tunneln machte den Vietcong große Probleme und so starben viele von ihnen nicht nur durch Kriegshandlungen.

Am Ende der Führung gelangt man natürlich an einen Souvenirshop, neben dem sich zu unserer Überraschung auch eine Schießanlage befand. Wem das nicht zu makaber ist, der kann hier Vietcong spielen und sich selbst als Soldat ausprobieren. Somit endete auch schon unsere Tour gegen 13 Uhr und wir wurden ins Hotel zurückgebracht.




Fazit zur Tour zu den Cu Chi Tunnel

Es war ganz interessant das Tunnelsystem zu sehen, vor allem weil wir zuvor nichts darüber genau wussten. Leider ist das Museum aber so klein und die Tunnel nicht mehr in Originalform erhalten. Wir können dennoch die  Tour zu den Cu Chi Tunnel empfehlen, gerade wenn ihr Interesse am Vietnamkrieg habt. Die Chu-Chi-Tunnel kannst du auch auf eigene Faust mit dem Motorrad zu erkunden. Das ist auf alle Fälle preiswerter und ihr seid flexibler.

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