Willkommen in Hanoi, der Stadt des charmanten Durcheinanders. Ganz anders als Ho-Chi-Minh City begegnet uns die Hauptstadt Vietnams, mit einer gewissen Rastlosigkeit. Aufgewühltes Treiben herrscht schon in den frühen Morgenstunden in den kleinen engen Gassen. Hanoi ist so, wie man sich eine asiatische Stadt vorstellt: laut, viele Menschen, die unterschiedlichsten Düfte in jeder Ecke, massenhafter Verkehr auf den Straßen, kleine Tempel zwängen sich in schmale Häuserreihen und Märkte für alles und in Hülle und Fülle – und wir finden es toll. Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten in Hanoi.

Die Stadt gilt als die älteste Hauptstadt Südostasiens, tatsächlich ist hier fast kein Haus älter als einhundertfünfzig Jahre. Zu Zeiten des „Onkel Ho´s“, wie Ho-Chi-Minh, der uns von unzähligen Statuen in der Stadt anlächelt, genannt wird, durfte kein Haus höher sein, als der Präsidentenpalast. Alle Gebäude, die mehr als zwei Stockwerke besitzen, wurden somit in den letzten 30 Jahren erbaut. Das feuchtwarme Klima, der Mangel an Geld und Materialien lassen die Stadt älter und weniger modern wirken, als die Konkurrenz im Süden des Landes. Tatsächlich scheint die Zeit in der 6,5 Millionen Einwohnerstadt irgendwie stehen geblieben zu sein. „Innerhalb von zwei Flüssen“ beutet die Übersetzung des Namens der Stadt, die der Kaiser Hanoi 1831 verlieh und beschreibt somit die geografische Lage innerhalb des „roten Flusses“ der etwa 100 km weiter in den Golf von Tonkin mündet. Auch sind die Straßennamen der zweitgrößten Stadt Vietnams von früher erhalten geblieben. Jeder Name der 36 Handelsstraßen „Hang“, bezeichnet genau das, was in den Straßen zu erwerben ist. So kann man in der „Hang giay“ (Schuhstraße) auch unzählige Schuhläden vorfinden.

Um die kleinen, engen Straßen in Hanoi zu erkunden empfehlen wir drei Tage, da diese Stadt wirklich eine Menge sehenswertes zu bieten hat. An jedem einzelnen Tag kannst du dir ein Gebiet vornehmen und die Sehenswürdigkeiten einfach ablaufen. Du solltest dir aber auch mindestens einen Tag gönnen und die kleinen Sträßchen in der Altstadt, mit ihren Köstlichkeiten an jeder Straßenecke einfach genießen.




Sehenswürdigkeiten von Hanoi – Altstadt, Hoan Kiem See und Umgebung

Das Hoa-Lo-Gefängnis bzw. Hanoi-Hilton

Am besten beginnst du am Morgen mit dem Hoa-Lo-Gefängnis. Das Gefängnis liegt ca. 1,5 Kilometer südwestlich des Hoan-Kiem-See, der die Mitte der Altstadt darstellt. Der Eintritt zu diesem Museum beträgt 30.000 VND pro Person, eine Informationsbroschüre kostet nochmals 20.000 VND. Der Informationsgehalt geht aber auch aus dem ausgestrahlten Video in der Eingangshalle hervor. Das Gefängnis wurde 1896 von den Franzosen erbaut. Heute steht nur noch ein Fünftel des alten Gefängnisses, die restlichen vier Fünftel mussten für die Büro- und Hotelräume im Hanoi Tower weichen sowie einer Shoppingmall. Das Gefängnis wurde in der französischen Kolonialzeit genutzt um vietnamesische Freiheitskämpfer einzusperren und zu foltern. Die heute noch zu besichtigende Guillotine ist der Beweis für all die Folter und Tötungen der Vietnamesischen Widerstandskämpfer.

Das Gefängnis sollte ausbruchssicher gebaut werden, daher wurden die Baumaterialien komplett aus Frankreich angeliefert, da die Franzosen den Vietnamesischen Baustoffen nicht trauten. Es wurde eine 5 Meter hohe und 0,5 Meter breite Mauer um das Gefängnis errichtet. Die Gefängniszellen bestanden ebenfalls aus Stein, mit hölzernen Erhebungen, auf denen die Gefangen mit einem angeketteten Bein, eng, nebeneinanderlagen. Jedoch vermochten es die Vietnamesen dennoch zu fliehen. Das Bild rechts zeigt durchtrennte Gitterstäbe in der Kanalisation. Mann beachte den kleinen Abstand durch den die vietnamesischen Gefangenen flüchten konnten.

Während des Vietnamkrieges wurde ein Teil des Gefängnisses genutzt um amerikanische Kriegsgefangene einzusperren. Das Gefängnis erhielt in dieser Zeit den Beinamen „Hanoi-Hilton“. Prominenteste amerikanische Gefangene waren der spätere amerikanische Präsidentschaftskandidat John McCain und der erste US-Botschafter in Vietnam Pete Peterson. Die Ausstellung in dem Gefängnis beginnt bei den grausamen Folterungen und Tötungen der vietnamesischen Widerstandskämpfer, denen auch ein Denkmal innerhalb des Gefängnisses gewidmet ist. Den Abschluss bilden Fotografien von lachenden, Karten spielenden oder glücklichen Sport treibenden amerikanischer Soldaten. Sicherlich liegt die Wahrheit in der Mitte. Denn so ging es den amerikanischen Soldaten sicher nicht, wie der Name Hanoi-Hilton glauben machen vermag. Folgender Artikel der Süddeutschen Zeitung zeichnet ein ganz anderes Bild des Umgangs der Vietnamesen mit den amerikanischen Soldaten.

Die St.-Joseph-Kathedrale

Ca. 600 Meter Fußweg in nördlicher Richtung befindet sich die nächste Sehenswürdigkeit in Hanoi. Durch ihre markante gotische Bauweise sticht die St.-Joseph-Kathedrale aus dem Stadtbild heraus. Ein Blick in das Innere der Kirche ist ebenfalls lohnenswert.

Der Hoan-Kiem-See – Schildkröten-Turm und der Jadeberg-Tempel

Etwa 400 östlich befindet sich der Hoan-Kiem-See, das Zentrum der Altstadt, mit zwei weiteren Sehenswürdigkeiten von Hanoi. Der Legende übergab eine Schildkröte Mitte des 15. Jahrhundert dem Fischer Le Loi ein magisches Schwert mit dem er unbesiegbar sein sollte. Mithilfe dieses Schwertes vertrieb er die Chinesen und bestieg als Kaiser Le Thai To den Thron. Nach Beendigung des Krieges verschwand die goldene Schildkröte mit dem Schwert auf ihrem Panzer in dem See, um das magische Schwert den Göttern zurückzubringen. Der See erhielt so seinen Namen Hoan Kiem („See des heimkehrenden Schwertes“). Als Erinnerung und aus Dankbarkeit an diese Legende ließ Kaiser Le Thai To (Le Loi) den Schildkröten-Turm im südlichen Teil des Sees errichten.

Auf einer Insel im nördlichen Teil des Hoan Kiem See befindet sich der wohl niedlichste Tempel der Hauptstadt: der Ngoc-Son-Tempel (Jadeberg-Tempel). Über die malerische rote Huc-Brücke, dir als „Glücksbrücke der Liebenden“ gilt, gelangst du in den meist besuch testen Tempel der Stadt Hanoi. Der Eintritt beträgt 30.000 VND je Person.

Die Tempelanlage umfasst ein Hauptgebäude mit Altären. Die Hauptattraktion befindet sich allerdings im Nebengebäude, hier wird eine präparierte 250 Kilogramm schwere Schildkröte ausgestellt. Diese wurde in den 1960er Jahren in dem See gefunden und soll über 400 Jahre alt sein. Die Menschen verehren sie als die Schildkröte aus der Legende, die das magische Schwert an Le Loi übergab und es anschließend den Göttern zurückbrachte.

Die Altstadt von Hanoi

Nach dem Besuch des Ngoc-Son-Tempels geht es in das Herz von Hanoi – die eigentliche Altstadt. Nördlich vom Hoan-Kiem-See gelegen ist das Leben hier sehr hektisch und ein Angriff auf deine Sinne. Es ist laut, überall sind Motorräder, viele Menschen sind unterwegs und die Imbissstände zaubern dir einen leckeren Geruch von asiatischem Speisen in die Nase. Eine nicht nachvollziehbare Delikatesse der Stadt, ist gebratener Hund, welchen man an manchen Ständen auf den Märkten vorfinden kann. Das „Old Quarter“ (Altstadt) blickt auf eine über 1.000-jährige Geschichte des Handels zurück. In diesem pulsierenden Viertel erlebst du die wirkliche asiatische Straßenatmosphäre. Es geht aber auch anders. Es lohnt sich in kleine enge Gassen einzutauchen, die manchmal aussehen wie Wohnungseingänge, aber selbst hier erwarten dich manchmal versteckte Tempel, kleine Märkte, Streetfood oder ruhige Cafés. Ein Altstadtbummler wird dir jedenfalls viele verschiedene Gesichter von Hanoi zeigen.

Ebenfalls in der Altstadt spielt sich das Partyleben der Stadt ab. Jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit füllen sich die Bars auf der Straße Ma May und der Ta Hien Staße. Die Partyarea ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Im Altstadtviertel auf der Touristenstraße Ma May befindet sich das Historische Altstadthaus. Ein Besuch kostet 10.000 VND und zeigt dir ein typisches traditionell eingerichtetes Gebäude. Das Historische Altstadthaus ist nicht sonderlich spannend, doch aufgrund des niedrigen Eintrittspreises würden wir euch trotzdem einen Blick hinein empfehlen.

Gehst du nun ca. 450 Meter in nordwestlicher Richtung entlang der Touristenstraße Ma May, gelangst du zum Bach Ma Tempel, einer weiteren Sehenswürdigkeit in der Altstadt von Hanoi. Der Bach Ma Tempel wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist der älteste Tempel der Hauptstadt, jedoch wurden große Teile des Tempels im 18. Jahrhundert neu gebaut. Der Tempel ist auch bekannt als White-Horse-Tempel. Der Legende nach wurde König Ly Thai To von einem weißen Pferd an diese Stelle geführt, woraufhin er die Stadtmauer an diesem Platz errichtete.

Dong Xuan Markt

Ca. 400 Meter in nördlicher Richtung befindet sich der Dong Xuan Markt. Falls du ein Marktliebhaber bist, wie wir, wirst du diesen Ort mögen. Es wird hier alles verkauft: Kleidung, Technik, Speisen, Gewürze. Das Handeln und Feilschen sind auch hier ein Muss, so kannst du die Preise bis zu 50% herunterhandeln.

Long Bien Bridge

Vom Dong Xuang Markt geht es nun 1 Kilometer östlich zur nächsten Sehenswürdigkeit in Hanoi – die Long Bien Bridge. Die 1.682 Meter lange Brücke wurde vom Erbauer des Eiffelturms Gustave Eiffel entworfen und zwischen 1899 und 1902 erbaut. Sie stellte im Vietnamkrieg einen wichtigen Nachschubweg dar. Aus diesem Grund bombardierten die Amerikaner die Brücke unentwegt und die Vietnamesen bauten sie nahezu über Nacht wieder auf. Ein Trick der Vietnamesen brachte die Amerikaner dazu, diese Brücke nicht länger zu bombardieren: Nachdem die Vietnamesen die Nachricht streuten, dass die US – Kriegsgefangenen die Reparaturarbeiten dieser Brücke durchführen müssten, stellten die amerikanischen Streitkräfte die Bombardierung der Brücke angeblich ein. Die Brücke ist bis heute für Fahrzeuge gesperrt, nur Motorräder oder Fahrräder dürfen sie passieren. Ein Fußweg führt über die Brücke. Wir empfehlen euch zumindest mal ein Stück auf die Brücke zu laufen, um die Architektur aus der Nähe betrachten zu können.

Wasserpuppenschauspiel in Hanoi

Nun geht es wieder zurück zum nordöstlichen Teil des Hoan-Kiem-See (ca. 2 Kilometer südlich der Brücke). Dort findest du ein Wasserpuppentheater. Seine Ursprünge gehen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Das Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam. Ein Orchester neben der Bühne begleitet das Stück und verleiht den Wasserpuppen ihre Stimme. Die Akteure stehen hinter einem Vorhang in einem Wasserbecken und handhaben die auf 3-4 Meter langen Stangen montierten Puppen. Die Stange befindet sich dabei unter Wasser und die 1-5 Kilogramm schweren Wasserpuppen schweben auf der Oberfläche. Der Eintritt für das Schauspiel beträgt 100.000 VND pro Person. Für Kinder ist es ein schönes Schauspiel, für Erwachsene eher uninteressant.

Sky Lounge im Tirant Hotel

Etwa 300 Meter nördlich des Wasserpuppentheaters befindet sich das Hotel Tirant. Hier kannst du in der Sky Lounge vom Dach des Hotels bei einem kühlen Drink den Tag ausklingen lassen und den tollen 360°-Ausblick über die Altstadt von Hanoi genießen.

Nightmarket

Der Nighttmarket wird Freitag-, Samstag- und Sonntagnacht im Herzen der Altstadtstatt veranstaltet. Die Straße Hang Ngang wird abends zur Fußgängerzone und es werden Speisen, Souvenirs und Kleidung verkauft. Fast alle Touristen besuchen den Nachtmarkt, deshalb ist es hier immer etwas voll, aber einen Besuch lohnenswert.




Sehenswürdigkeiten in Hanoi – Westlich der Altstadt

Der Literaturtempel

Das Sightseeing am zweiten Tag umfasst den Bereich westlich der Altstadt. Wir beginnen unsere Tour zwei Kilometer östlich des Hoan Kiem See am Literaturtempel – eine kleine Oase der Ruhe und Bildung inmitten einer hektischen, lauten Stadt. Der Literaturtempel wurde 1070 zu Ehren Konfuzius erbaut und später als Universität genutzt. Der Tempel ist heute noch in einem sehr guten Zustand. Examinierende Studenten kommen hier her, um für das Glück in der Prüfung bei Konfuzius zu bitten und auch nach bestandener Prüfung bildet der Tempel ein populäres Fotomotiv mit Abschlussurkunde. Der Eintritt beträgt 30.000 VND pro Person. Die Tempelanlage besitzt fünf Innenhöfe, die von einer Mauer umschlossen werden. Die ersten beiden Innenhöfe stellen kleine Grünanlagen dar.

Im dritten Innenhof befindet sich ein Teich. Um den Teich sind die noch vorhandenen Tafeln aufgestellt, auf denen der Name und das Ergebnis von über 3.000 Absolventen der kaiserlichen Doktorprüfungen zwischen 1442 und 1779 eingemeißelt sind. Die Tafeln stehen auf Schildkröten, die im asiatischen Raum für Ausdauer, Langlebigkeit und Stärke stehen.

Im vierten Innenhof befindet sich der eigentliche Konfuzius-Tempel. Die beiden seitlichen Häuser enthielten einst die Statuen der 72 bekanntesten Schüler Konfuzius‘, diese sind jedoch heute nur noch Souvenirshops. Am nördlichen Ende des vierten Innenhofes befindet sich der Konfuzius-Tempel mit der Zeremonienhalle und der Halle des Erfolges, in der ein Altar mit einer Konfuzius-Statue (Bild mitte) und zwei seitliche Altäre jeweils mit den Statuen von zwei seiner vier wichtigsten Schüler (Bild rechts) abgebildet.

Der fünfte Innenhof war die eigentliche Universität. Sie besteht aus mehreren Gebäuden. Hier findest du auch eine große Trommel, die immer zu den Zeremonien geschlagen wurde.

Lenin Monument, Militärgeschichtliches Museum und Flaggenturm

Nach dem Besuch des Literaturtempels gehst du einfach etwa einen Kilometer in nördlicher Richtung. Dort findest du dann das Lenin Monument, das Militärgeschichtliches Museum und den Flaggenturm. Den Eintritt in das Militärgeschichtliche Museum haben wir uns gespart, da von außen schon viele Waffen und Kampfflugzeuge zu sehen waren. Das Museum zeigt vor allem russische und chinesische sowie im Krieg erbeutet Waffen aus Frankreich und den USA. Der Flaggenturm wurde 1812 als Aussichtsturm erbaut und bis nach dem Vietnamkrieg ununterbrochen als Militärstützpunkt genutzt. Dieser befindet sich im Militärmuseum und ist durch seine Höhe von 33 Metern von außen sehr gut sichtbar.

Die kaiserliche Zitadelle Thang Long

Direkt nördlich des Militärmuseum befindet sich die kaiserliche Zitadelle Thang Long. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Kaiserliche Zitadelle des aufsteigenden Drachen“. Der Eingang befindet sich auf der Westseite des Militärgeschichtlichen Museums an der Straße Hoang Dieu. Der Eintritt beträgt 30.000 VND pro Person. Die kaiserliche Zitadelle war über 13 Jahrhunderte Sitz und Machtzentrum vieler Kaiserdynastien. Daher wurde die Zitadelle 2010 in die Liste der UNESCO – Welterbestätte aufgenommen. Am Nordtor sieht man noch die Spuren des französischen Angriffs im späten 19. Jahrhundert. Zwei Kanonenkugeln trafen das Tor und die Einschläge sind heute noch deutlich erkennbar (Bild obn rechts).

Im Gelände der Zitadelle befindet sich die alte Kaiserstadt, die das zuhause mehrere Kaiserdynastien bildete. Die Ausgrabungen dauern bis heute noch an. Mehr als ein paar Steine sind hier aber nicht zu sehen. Auch ein Museum mit kaiserlichen Gegenständen befindet sich auf diesem Gebiet in verschiedenen Häusern. Wer sich also speziell für alte Tonkrüge und Teller interessiert, ist in diesem Museum genau richtig.

Die kaiserliche Zitadelle war für über 1.000 Jahren das militärische Machtzentrum Vietnams. Auf dem Gelände befinden sich mehrere faszinierende militärische Kommandobunker. Von diesen wurden die millitärischen Entscheidungen auch im Vietnamkrieg getroffen. So kannst du zum Beispiel militärische Karten aus den 1960er Jahren bestaunen und mehrere Bunkerräume durchwandern.

Der Ho-Chi-Minh-Mausoleum-Komplex

Auf einer großen Fläche, umringt von einer immensen Parkanlage befindet sich eins der wichtigsten Denkmäler Nordvietnams: Der imposante Ho-Chi-Minh-Mausoleum-Komplex, ca. 800 Meter westlich von der Kaiserlichen Zitadelle. In dem Komplex befinden sich das Mausoleum mit dem Sarg des ehemaligen großen kommunistischen Führers „Onkel Ho“, ein Museum und das Stelzenhaus von Ho-Chi-Minh, sowie der Präsidentenpalast und die Ein-Säulen-Pagode.




Die Ein-Säulen-Pagode und das Ho-Chi-Minh-Museum

Im südlichen Teil des Ho-Chi-Minh-Mausoleums-Komplex befindet sich das Ho-Chi-Minh-Museum und die Einsäulen-Pagode. Das Ho-Chi-Minh-Museum umfasst Ausstellungsstücke aus dem Leben von Ho Chi Minh und einige Original-Dokumente aus der Zeit vom militärischen Rückzug der französischen Armee. Der Eintritt beträgt 25.000 VND. In unmittelbarer Nähe des Museums stoßt ihr auf die kleine, historische Einsäulen-Pagode. Der Legende nach soll der Kaiser Ly Thai Tong im Traum der Göttin des Mitgefühls begegnet sein. Kurz darauf heiratete der Kaiser ein junges, hübsches Bauernmädchen, die ihm seinen ersten Sohn schenkte. Aus Dankbarkeit errichtete er im 11. Jahrhundert diese Pagode, die auf einer einzigen Steinsäule steht. Die Form der Pagode soll an eine Lotusblüte erinnern.

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und der Präsidentenpalast

Das Ho-Chi-Minh Mausoleum ist ein gewaltiges Bauwerk aus Marmor. Ganz tief im Inneren des Bauwerks ruht der Leichnam von Ho-Chi-Minh in einem Glassarg. Das Mausoleum ist bis auf zwei Monate im Jahr zugänglich für die Öffentlichkeit. In den zwei Monaten an denen es geschlossen ist, wird der Leichnam nach Russland zur Pflege gebracht.

Etwa 300 Meter nördlich vom Mausoleum befindet sich der Präsidentenpalast. Dieses schöne Kolonialgebäude wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut und war der Sitz des französischen Generalgouverneurs. Ho-Chi-Minh wollte nach der Befreiung Nordvietnams von den Franzosen jedoch nie in diesem Palast wohnen, sondern bevorzugte eine Art Vierseitenhof etwas unterhalb des gelben Präsidentenpalastes.

Das Stelzenhaus von Ho-Chi-Minh

Ho-Chi-Minh bevorzugte es angeblich in einem einfachen Stelzenhaus in der Nähe des Präsidentenpalastes zwischen 1958 und 1969 zu leben und zu arbeiten. Das Stelzenhaus soll noch so erhalten sein, wie es Ho Chi Minh verlassen hat. Besichtigt man diese kleine aus Holz bestehende Haus, kann man vermuten, dass es nur als Tarnung galt für Foto und Videoaufnahmen. Vielleicht sollte jeder glauben, dass er sich in einen Dschungel und nicht in nach Hanoi zurückgezogen hat. Der gesamte Komplex inklusive des Stelzenhauses können besucht 40.000 VND Eintritt pro Person besucht werden.

In einem anderen Gebäude dieses Komplexes kann man Autos sehen, die Ho Chi Minh tatsächlich gefahren haben soll und Büros in denen er Gäste empfangen hat.

Tran-Quoc-Pagoda und Quan Thanh Temple

Etwa 400 Meter nördlich vom Präsidentenpalast und dem Stelzenhaus von Ho Chi Minh, befindet sich der Tempel Quan Thanh. Der daoistische Tempel wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist einer der vier heiligen Tempel, die die Stadt vor bösen Geistern beschützen sollte. Der Tempel ist der Gottheit des Dunklen Kriegers gewidmet. Im Inneren des Tempels befindet sich, mit vier Tonnen, die zweitgrößte Bronzestatue Vietnams. Gehst du ein paar Meter in nördlicher Richtung kommst du zum West-Lake, dem größten See in Hanoi.

Ca. 800 Meter weiter in nördlicher Richtung befindet sich, auf einer im West- Lake gelegenen Insel, die Tran-Quoc-Pagode. Diese wurde im 6. Jahrhundert erbaut und ist damit die älteste Pagode Vietnams. Ein Bodhi-Baum im Garten der Pagode ist von einem Senker des Baumes gewachsen, unter dem Buddha zur Erleuchtung fand.

Sehenswürdigkeiten in Hanoi – Südlich des Hoan Kiem See

Der dritte Tag des Sightseeings beginnt südöstlich des Hoan-Kiem-See am Opernhaus. Für all diejenigen unter euch, die wenig Zeit haben, diesen Tag könnt ihr getrost weglassen.

Das Opernhaus und das Französische Viertel

Das Opernhaus wurde 1911 als Teil des französischen Viertels eröffnet. Man erkennt klar die französischen Einflüsse des 34 Meter hohen Bauwerkes, denn sie ähnelt stark der Opéra Garnier in Paris. Das französische Viertel mit seinen breiten Straßen, erstreckt sich südlich des Opernhauses. Wir fanden in diesem Viertel zwar einen leckeren Käseladen, jedoch erinnerte  uns nichts anderes an den französischen Einfluss. Vielmehr sahen wir in diesem Viertel das eigentliche Hanoi. Denn hier gibt es noch die wirklichen Handelsstraßen, die noch das verkaufen, nachdem die Straße benannt wurde. So fanden wir eine Straße, die nur Leuchtmittel verkaufte und eine andere die nur Ersatzteile für Mopeds anbot.

Der Lenin Park

Seid ihr schon einmal im französischen Viertel unterwegs, lohnt der westlich vom französischen Viertel gelegene Lenin-Park einen Besuch. Der Eintritt in den Park beträgt 4.000 VND pro Person. Schlendert doch einfach entlang des Sees und genießt die Atmosphäre. Besonders in den späten Nachmittagsstunden findet ihr viele Einheimische dort, die in dem Park Sport treiben oder aber einfach nur das Leben genießen.

Street Food – Leckereinen aus Hanoi

Vietnam konkurriert mit Thailand um den Titel des besten kulinarischen Landes der Welt. Kein Wunder, denn die frischen Speisen sind nicht nur einen Versuch wert! Auch Hanoi ist gerade für sein leckeres Street Food bekannt. Eingenommen auf kleinen bunten Plastikstühlen, kann man hier besondere lokale Spezialitäten genießen.

Speziell im Backpackerviertel werdet ihr überall auf den Fußgängerwegen Hotpot finden. Wie eine Art Fondue könnt ihr hier Gemüse, Kräuter, Nuddeln, Tofu, Fleisch und Fisch garen. Tipp von uns: Probiert den Tum Yum Hotpot in „Linh Kitchen“ auf der Ma-May-Straße aus. Auch das berühmte BiaHoi für 5.000 bis 7.000 VND müsst ihr probieren! Das erhaltet ihr nur von den netten Straßenhändlern. Das Bier wird täglich frisch gebraut. Es ist nicht so herb und besitzt eine leicht fruchtige Note. In Hanoi werdet ihr ganz Phở (= Nudelsuppe) begegnen. Der Sud wird aus ausgekochten Rinderknochen hergestellt. Uns persönlich hat jedoch die Phở in Saigon besser geschmeckt.

Tipp: Zu eurer Phở immer Limettensaft dazu bestellen und hineinträufeln, dass macht die Nudelsuppe erst richtig schmackhaft!

Ein weiteres Muss in der Probierküche, sind die Frühlingsrollen. Frische Kräuter, Reisnuddeln, Garnelen oder Tofu, manchmal auch Fleisch, werden in Reisblätter gerollt und ohne diese zu frittieren, mit leckeren Soßen verspeist. So schmackhaft und leicht zum Nachmachen! Was euch aus Deutschland wohl nicht so unbekannt erscheinen mag, ist es für den Rest der Welt doch eine kleine weitere Besonderheit: Kaffee mit Ei – genaugenommen würde ich es als Kaffee mit Eierlikör ohne Alkohol bezeichnen. Das trinken die Nordvietnamesen zu gern. Auch ihr solltet euren Geschmacksnerven ein Abenteuer gönnen und in der vielleicht besten Länderküche der Welt, alles einmal ausprobieren!

Anreise und Unterkunft

Hanoi besitzt einen internationalen Flughafen ca. 28 Kilometer nördlich der Altstadt. Die meisten Besucher kommen dort mit dem Flugzeug an. Wir sind via Übernachtbus aus Phonsavan (Laos) für 35 USD angereist. Die Fahrtdauer von der Ebene der Tonkrüge betrug ca. 18 Std. Angekommen an der 6 Kilometer südlich der Altstadt gelegenen Busstation musst du dann ein Taxi in die Stadt nehmen. Passt hier bitte auf, dass ihr von den Taxifahrern nicht übers Ohr gehauen werdet. Alles kann dir hier passieren: zu schnell laufenden Taximetern bis zu Umwege fahrende Taxifahrer. Am besten ihr ruft mit der App UBER ein Taxi oder verhandelt gleich zu Beginn einen festen Preis aus.




Für die Übernachtung in Hanoi empfehlen wir euch ein östlich vom Hoan Kiem See gelegenes Hotel oder Hostel. Direkt in der Altstadt ist es zu laut, zu hektisch und zu eng. Wenn ihr einmal da ward, werdet ihr es verstehen. Wir können zwei preiswerte Hotels empfehlen, die in der gleichen Straße sind. Zum einen ist dies das „Golden Snake Hostel“ und das „Lucky Hotel II“. Beide Unterkünfte glänzen mit sauberen Zimmern inklusive Frühstück. Für einen Preis von 17-20 USD, was in Hanoi sehr günstig ist. Tipp: falls ihr Touren buchen wollt, können wir euch nur das Lucky Hotel II empfehlen. Hier gibt’s die günstigsten Preise! Wir haben lange verglichen und die Besitzerin schließlich gefragt, warum sie im Gegensatz zu allen anderen so günstig ist. Sie meinte, dass sie lieber nur einen kleinen Gewinn macht, aber dafür mehr Tickets verkauft. Ganz nach unserem Geschmack!

Fazit Hanoi

Wer zuvor schon einmal in Saigon gewesen ist, wird in Hanoi deutlich den Unterschied zwischen Süd- und Nordvietnam spüren. Hanoi ist eine pulsierende Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten historischer Art, aber auch wahnsinnig hektisch, laut, voll und chaotisch. Ruhe findet man nur in den kleinen versteckten, gemütlichen Cafés in den Seitenstraßen. Trotzdem ist Hanoi ein unbedingtes Must See auf deiner Reise. Hier erlebst du ein Teil des alten Vietnams in seiner Vielfältigkeit, weit entfernt von Modernität, was aber gleichzeitig einen unglaublichen Charm versprüht. Hanoi solltest du erlebt und das köstliche Street Food probiert haben!

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