Als Tourist verbindet man Vietnam mit im Wasser stehende Karstfelsen, gutem Essen, dem Vietnamkrieg und vor allem mit grünen, weiten Reisterrassen aus denen man mit Bambushüten bedeckte Köpfe hervorragen sieht – genau diese Reisterrassen und vieles mehr, findet ihr in Sapa und Umgebung. Viele kleine Dörfer in denen alte ethnische Minderheiten wie die Hmong und Red Dao leben, sind das ganze Jahr über voll und ganz mit dem Bewirtschaften der Reisfelder beschäftigt. Wasserbüffel grasen auf den Weiden oder helfen beim Pflügen der Felder. Frauen in bunten Trachten und verzierten Kopfschmuck zieren die Straßen der Dörfer. Eine seltsame Ruhe verspürt man beim Blick über die von Nebel verzierte Berglandschaft. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein; hier befindet man sich im alten, eigentlichen Vietnam.

Sapa befindet sich ungefähr 350 km von der Landeshauptstadt Hanoi in nordwestlicher Richtung entfernt, im Hoàng Liên Sơn-Gebirge. Mit 1.600 Metern Höhe herrscht hier das kälteste Klima des Landes vor. Die Durchschnittstemperaturen liegen jährlich zwischen 15 und 18 Grad. Die Sommer sind regnerisch und die Winter kühl, nicht selten fällt hier meterhoher Schnee. Die beste Reisezeit, wenn die Reisfelder grün sind und die Sonne häufiger scheint, ist August und September. Egal wann ihr nach Sa Pa reist, warme, regenfeste Kleidung sollte in eurem Koffer nicht fehlen. Das Wetter ist auch häufig der Hauptgrund, warum Touristen nicht lange an diesem Ort bleiben. 2-3 Tage werden von den Reisebüros in Hanoi meist angeboten und reichen für die Sehenswürdigkeiten in Sapa aus. Wir haben uns auf eigene Faust auf den Weg nach Sapa begeben und möchten euch unseren Zweitagestrip nun vorstellen:




Sapa -die Stadt

Die Stadt Sapa (auch Sa Pa geschrieben) ist der Ausgangspunkt für die Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Aus einem kleinem Dorf, welches als Startpunkt für Trekkingtouren galt, hat sich ein mit Neonlicht übersäter Touristenort entwickelt. Ein Hotel ragt an das andere und dazwischen findet man doch noch eine Bauruine, die die schöne Aussicht auf die Berglandschaft beinahe verdirbt. Nur noch kleine Teile der Aussicht sind wirklich schön.

Die Stadt ist nicht sehr groß und hat wenig Anschauliches zu bieten. Eine kleine katholische Kirche neben einem Amphitheater mit einer riesigen Leinwand ist schon das Highlight von Sapa.

Außer einem großen Teich mit Park und einem morgendlichen Markt (6-14 Uhr) gibt es in der Stadt nichts weiter zu entdecken. In dem Markt findest du als Europäer so manch skurrilen Anblick wie das rechte Bild zeigt.

Wir haben für die Erkundung von Sapa nicht länger als eine Stunde dazu benötigt, da die Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar sind. Leider scheint in Sapa Stadt auch eine Nebelwolke festzuhängen, die trübes, regnerisches Wetter in die eh schon graue Stadt bringt. Außerhalb der Stadt hatten wir im April hingegen angenehmes Wetter gehabt, ohne Regen mit bis zu 18 Grad.

ErsterTagesausflug: Motorrollertour zu den Dörfern der Hmong und Dao

An unserem ersten Tag in Sapa angekommen haben wir sofort mit der Hauptattraktion begonnen: Dem Besuch der Reisfelder und Dörfern der ethnischen Minderheiten rund um Sapa. Für 100.000 VND haben wir uns einen Motorroller gemietet. Viele andere Touristen buchen hingegen eine Trekkingtour in Begleitung mit einem einheimischen Guide und wahlweise übernachten bei einer Familie der Hmong oder Dao. Wer wenig Zeit hat, sollte sich für das Ausleihen eine Mopeds entscheiden, da man so alle sehenswerten Reisterassen an einem Tag besuchen kann. Alle Dörfer liegen mehr oder weniger an einer großen Hauptstraße und sind schnell erreichbar. Fährt man aus Sapa Stadt heraus, gelangt man nach ein paar Kilometern bereits zu den ersten Reisterrassen und dem Eingang zu den nahen gelegenen Dörfern. 75.000 VND kostet der Eintritt in das Tal der Reisterrassen pro Person. Auf der Fahrt werdet ihr an den Straßenrändern häufig Frauen in ihren traditionellen Trachten begegnen. Diese sind meist ein Anzeichen für einen guten Aussichtspunkt in das Tal. Die Fahrt auf der Hauptstraße wird euch richtig schöne Aussichten bieten. Hier ein kleiner Vorgeschmack.Vietnam-Sapa-Tagestour-unterwegs-Panorama

Das erste ethnische Minderheiten-Dorf, auf unserem Weg, war Lao Chai. Von einem kleinen Hügel oberhalb der Schule besitzt man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Reisfelder. Schon hier begegnet man vielen Trekking begeisterten Touristen, die in Begleitung einer einheimischen Hmong Frau in die Kunst der Batik eingewiesen werden oder sich auf den Weg zu ihrer Unterkunft befinden.

Wie auch Lao Chai, ist auch das zweite Dorf Ta Van, welches man über eine nahe gelegene Brücke nach 2 Kilometer erreicht, ein Dorf aus Holzhäusern und freundlichen Dorfbewohnern, die egal welchen Alters, immer noch fleißig den Reisanbau betreiben. Am Ende von Ta Van befindet sich auch ein kleines süßes Café, in dem man die umliegende Umgebung genießen kann und die Hmong bei der Feldarbeit beobachten kann.

Giang Ta Chai ist das nächste Dorf auf unserer Tour und befindet sich nur wenige Kilometer von Ta Van entfernt. Auch hier scheint die Bevölkerung auf Trekkingtouristen eingestellt zu sein und beherbergen die Gäste gern in ihren Häusern. Der anliegende Wasserfall ist nicht sehr spektakulär, ergibt in der von Reisfeldern umgebenen Landschaft aber eine schöne Abwechslung.

Für die in Sapa gebuchten Eintagestrekkingtouren endet hier der Ausflug. Wir sind hingegen noch weitergefahren bis zur Topas Ecolodge und noch ein Stück weiter, um das Tal herum. Von hier besitzt man fast die Beste Aussicht auf die unendlich erscheinenden Reisterrassen. Die Straßen werden hier ruhiger und kaum ein Tourist verirrt sich noch bis hier her, aber es lohnt sich! Dieser Ort ist das Ziel der zwei Tage andauernden Trekkingtouren.

Von hier aus, sind es ungefähr 18 km bis nach Sapa zurück. Verlässt man Sapa dann wieder in nordöstlicher Richtung auf der QL4D, erreicht man nach ca. 7 km eine Abzweigung zum 6 km entfernten Dao-Dorf Ta Phin. Der Weg hierher ist teilweise recht uneben, doch lohnt sich der Besuch. Man besitzt wieder herrliche Ausblicke über ein mit Reisfeldern besetztes Tal.




Eine weitere Besonderheit sind die Dorfbewohner und speziell die Frauen mit ihrem roten Kopfschmuck, die für die Dao so typisch sind. Die Freundlichkeit der Menschen begeisterte uns und wir fühlten uns willkommen. Wir wurden zu einer kleinen Höhle begleitet, die besichtigt werden kann. Für uns war es hingegen schon zu spät und wir machten uns gegen 17.30 Uhr auf den Rückweg. Die Reisterassen fanden wir in Ta Phin am schönsten.

Zeiter Tagesausflug: Der höchste Berg Indochinas und Wasserfälle

Unseren zweiten Tagesausflug führten wir wieder mit einem ausgeliehenen Motorroller durch. Ca. 3 Kilometer von Sapa entfernt, befindet sich mit 3.143 m der höchste Berg Vietnams und Indochinas, der Fansipan. Seit Februar 2016 ist es nicht mehr nötig 3 Tage durch den Dschungel bis an die Spitze zu wandern. Eine über 6 km lange Dreiseilbahn führt innerhalb von 15 Minuten bis knapp unterhalb des Berggipfels und überwindet 1.410 m Höhenunterschied. Damit steht die Fansipan-Legend im Guinness Buch der Rekorde. Bei unserem Besuch war auch zufällig gerade der Premierminister von Vietnam Nguyễn Xuân Phúc vor Ort.

Mit 600.000 VND war die Fahrt nicht gerade preiswert, aber bequemer und wesentlich schneller als der Aufstieg zu Fuß. Für einen Aufpreis von 100.000 VND kann das Steigen von ca. 600 Treppen vermieden werden. Dafür wurde eigens eine kleine Zugstrecke für einen Wagon (rechtes Bild) gebaut, die dich von der Gondelbahn in einer Minute zum Gipfel bringt. Leider war es bei unsere Fahrt lange Zeit ziemlich vernebelt, da die Wolken so tief hingen, ansonsten besitzt man sicherlich einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung.

Als wir auf dem Bergplateau ankamen, überraschte uns eine kleine, noch unfertige Stadt. Ein modernes Gebäude für die Seilbahn, steht im Kontrast zu der neu errichten Tempelanlage im chinesischen Stil. Eine Art „Himmelstempel“ gab ein sehr bemerkenswertes Bild ab und wirkte irgendwie unwirklich, doch sehr faszinierend.

Wir entschieden uns nicht den Zusatzzug von der obersten Gondelstation bis zum Berggipfel zu nehmen, nicht nur um Geld zu sparen, sondern weil es eine Art Rundweg ist, der vielen Statuen und Häuser bereithält, die bei unserer Ankunft erst halbfertig gestellt waren.

Wenn alles nach planmäßig errichtet wird, dann existiert auf der höchsten Spitze des Berges in Indochina bald eine kleine Stadt mit KFC, Pizzarestaurants und Einkaufszentren. Auf der Spitze besitzt man einen wundervollen Ausblickt auf die umliegenden Berge und das Grenzgebiet zu China.

Eine Art Pyramide kennzeichnet den höchsten Punkt des Fansipan. Von diesem Punkt kam uns der Treppenaufgang in seiner schlangenförmigen Anordnung bald wie ein kleines Abbild der Chinesischen Mauer vor. Wir verbrachten ca. eine Stunde in der Anlage auf dem Berg und fuhren anschließend mit der Seilbahn wieder ins Tal.




Von der Gondelstation Fansipan Legend weitere 10 km auf der Hauptstraße Richtung Tram Ton Pass, erreicht man zur rechten Seite den Silver Wasserfall. Das Abstellen des Motorrollers kostet 10.000 VND und am Eingang werden 20.000 VND pro Person Eintrittsgebühr verlangt. Der Wasserfall ist ziemlich hoch und fällt auf mehrere Terrassen nieder. Eine kleine Brücke überspannt das fließende Wasser. Wenn ihr dort nicht gerade eine Pause machen möchtet, benötigt ihr nicht länger als 20 Minuten für die Besichtigung. Bekannter als der Silberwasserfall ist der Love Wasserfall, 3,5 km vom Silberwasserfall und ca. 3 km vom Tram Ton Pass, entfernt. Der Eintritt ist hier ziemlich hoch. 70.000 VND sind definitiv zu viel um nur den Wasserfall zu sehen, der nicht annähernd so hoch ist wieder der vorhergehende, jedoch in einem sehr schönen Park liegt. Viele Vietnamesen nutzen das Gelände für ein Picknick und genießen hier die Zweisamkeit. Durch die Grünanlage bis zum Wasserfall führt ein kleiner süßer Weg ca. 30 Minuten bis zum Wasserfall.

Die letzte Sehenswürdigkeit unserer Tagestour ist der Tram Ton Pass nur 3,5 km vom Love Wasserfall entfernt, in einer Kurve gelegen. Eine kleine Aussichtsplattform gibt euch die Möglichkeit, ein sehr schönes Bergpanorama zu bestaunen.

Vietnam-Sapa-Tagestour-2-Tram-Tom-PassAuch auf den Hin- und Rückweg mussten wir ab und zu anhalten, um die Umgebung mit ihren Reisfeldern zu bestaunen. Je näher wir Sa Pa kamen wurde der Nebel wieder dichter, das allbekannte Sapa – Wetter.

Anreise und Übernachtung

Wir sind mit dem Schlafbus von Hanoi nach Sapa gereist. Da wir in Hanoi im „Golden Snake Hostel“ übernachtet haben und auch gleich die Rückfahrt dazu buchten, zahlten wir nur 200.000 VND für eine Fahrt. Das Busunternehmen „Camel“ ist sehr verrufen und hat eine schrecklich negative Kritik bei Tripadvisor – das können wir nicht verstehen. Der Schlafbus war sehr bequem und die Fahrt angenehm. Übernachtet haben wir im Phuong Nam Hotel. Das Hotel hatte sehr gute Bewertungen bei bestimmten Reiseanbietern, leider war es aber nicht das was wir für 18 € erwartet hatten: Kleine Zimmer, nicht sehr sauber und Schimmel an den Wänden. Auch nach Rücksprache mit dem Rezeptionisten wollte man uns kein anderes Zimmer geben. Das Frühstücksbuffet war aber dafür richtig gut.




Fazit zu Sapa

Sapa ist keine schöne Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Dafür aber Sapas umliegende Dörfer mit den wunderschönen Reisterrassen, die uns wirklich ins Staunen versetzten, genauso wie die freundlichen Hmong und Dao! Auch der Fansipan ist absolut sehenswert! Wir sind der Meinung, dass man sich Sapa und den Fansipan, bei einer Vietnamreise unbedingt anschauen sollte! Man lernt eine ganz andere Seite von Vietnam kennen und erlebt eine unglaublich schöne Natur und Aussichten. Also: Sa Pas Umgebung ein MUSS für uns in Vietnam! …aber nehmt euch warme Kleidung mit!

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