Auf bekannten Fotografien Taiwans sieht man häufig den Kopf der Queen – eine natürlich hervorgerufene Gesteinsformation. Ein weiteres beliebtes Postkartenmotiv zeigt eine enge, abfallende Gasse mit Holzhäuser und vielen roten Lampion. Diese beiden Fotos zeigen den Yehliu Geopark und das japanische Dorf Jiufen. Die beiden Sehenswürdigkeiten könnt ihr euch einzeln oder aber im Rahmen eines Tagesausflug in den Norden von Taiwan anschauen. Wie ihr dorthin gelangt, was ihr euch dort genau anschauen solltet und wieviel Zeit ihr benötigt erfährst du im folgenden Reisebericht.

Der Yehliu Geologiepark

Wanli Village

Der Geologiepark Yehliu befindet sich an einer Landspitze, in einem zu New Taipeh gehöriges Territorium. Das kleine Fischerdorf ist fast wie ausgestorben und besteht nur aus einem Hafen und ein paar kleinen Häusern. Der Bus hält an der Hauptstraße und du musst noch ein paar hundert Meter bis zum Eingang des Geologieparks zurücklegen. Wir sind schon ziemlich früh, gegen 9.30 Uhr in dem Dorf angekommen. Hast du noch nicht gefrühstückt, kannst du dir eine Kleinigkeit im 7/11 gönnen und dir einen leckeren Kaffee im 85 Grad Café bestellen.

Der Yehliu Geologiepark

Der Überblick über den Yehliu Geopark

Auf einer 1,7 km langen Landzunge erstreckt sich ein seltenes Landschaftsbild. Durch Erosion entstandene Gesteinsformationen erstrecken sich auf 3 großflächigen Abschnitten direkt am Meer. In den Abschnitten 1 und 2 findet ihr die meisten und interessantesten Gesteinsformationen. Der Abschnitt Nummer 3 führt zum Leuchtturm. Die ca. 180 „Pilzfelsen“ oder „Mushroom-Rocks“ sehen seltsam aus. Auf einem meist dünnen Stängel sitzt ein etwas dunkler, runder „Kopf“. Somit ergeben sich viele Formationen, die aussehen wie Figuren und andere Gebilde. Der korrekte Name für die Formationen ist „Hoodoos“. Stark aufbrausende Wellen und die salzige Seeluft tragen immer noch das Gestein ab. Weitere Infos zum Yehliu Geopark findet ihr auf deren Webseite.

Die unterschiedlichen Gesteinsformationen – Figuren im Yehliu Geopark

Habt ihr euch einen Überblick verschafft könnt ihr nun auf die Such nach anderen Gesteinen begeben und wie bei einer Schnitzeljagd das Gelände absuchen. Bei einigen Gesteinsformationen musste man schon viel Fantasie mitbringen um die Gebilde wirklich zu erkennen. Wir konnten im ersten Geländeabschnitt neben einem Fossil folgende Gesteinsformationen finden: Candle Rock, Ginger Rock, Little Princess Rock, Mushroom Rock und Ice Cream Rock.

Im zweiten Geländeteil könnt ihr die berühmteste Gesteinsformation, den Queens Head, bewundern. Des Weiteren findet ihr noch im zweiten Abschnitt des Yehliu Geoparks folgende Figuren bzw. Gebilde: Fairys Shoe, Dragon Rock, Gorilla Rock und Elephant Rock.

Habt ihr noch Lust und Zeit solltet ihr euch den dritten Abschnitt noch anschauen. Der Marine Bird Rock, der aussieht wie ein Vogel bewacht die Stufen, die zum Leuchtturm führen. Viele Treppen müssen erklommen werden und durch die Überwucherung der Grünpflanzen, hat man leider nur selten freie Aussicht auf das Meer. Auf dem Weg zum Leuchtturm findet ihr am Ufer aber noch Gesteine, die aussehen wie Karo-Felder – dieses Gebilde soll der Tofu Rock sein.

Nach Zwei Stunden, die wir auf allen drei Geländen mit Suchen zugebracht haben, machten wir uns auf den Weg nach Jiufen, einer altertümlichen ehemaligen japanischen Dorfstadt.

Anreise zum Yehliu Geopark

Wanli erreichst du mit dem Direkt- Bus Nummer 1815 von Taipeh. Die Busse fahren am West-Bus-Bahnhof ab, der sich direkt neben der Taipeh Main Station befindet. Geh einfach durch das Osttor (Exit Eastgate 1) der Main Station raus (bei MC Donalds). Die Busse fahren aller 15 bis 20 Minuten von hier ab. Mit er Easy-Card erhältst du wieder einfachen Zutritt zum Bus. Eine Fahrt kostet NT$ 96. Nach 1 Stunde und 30 Minuten kamen wir in dem kleinen Dörfchen an.

Weiterfahrt nach Keeling

Wenn ihr nicht direkt nach Taipeh zurückfahren wollt und euch die kleinen alten Dörfer oder Städte in der Umgebung interessieren, dann müsst ihr zur Weiterreise immer über Keeling fahren. Von dieser Stadt gehen sämtliche Buslinien in alle Richtungen von Nordtaiwan. Keeling an sich ist nicht sehenswert, aber hier findet ihr einige Restaurants und Fast-Food-Ketten zur Stärkung.

Jiufen Village

Bei der Anreise nach Jiufen konnten wir schon eine schöne Natur bewundern. Berge über dem Meer und viele Täler erstreckten sich entlang der Straße und ließen uns staunen.

Im 18. Jahrhundert lebten genau 9 Familien in Jiufen. Es existierten keine Straßen und so verlief die Güterversorgung über den Seeweg. Immer wurden genau 9 Teile von allen angefordert und so erhielt der Ort auch seinen Namen. Jiufen bedeutet „Neun Teile“. Das friedliche Leben im Dorf nahm ein Ende, als gegen der 1840 Jahre Gold in den nahe gelegenen Bergen entdeckt wurde. Die Gegend verfiel in einen richtigen Goldrausch. Die Japaner nahmen den Ort in Besitz und trieben den Goldabbau in den Höhepunkt. Das kleine Dorf wurde zu einer vibrierenden Stadt, von der heute nicht mehr ganz so viel übrig ist. Jiufen hat aber heute die folgenden beiden schönen Attraktionen zu bieten.

Jiufen Old Street

Die Hauptattraktion des Stadtdorfes ist die alte Straße, die noch von alten japanischen Häusern gesäumt wird. Viele Lampions verzieren die Treppen hinauf zu den terrassenartig angeordneten Gebäuden. Kitschige kleine Läden erstrecken sich entlang der Stufen. Viele von ihnen sind mit Figuren aus Manga Klassikern oder auch Katzenfiguren ausgestattet. Jiufen gilt deshalb auch als „Katzendorf“. Leider haben wir gerade mal eine lebendige, echte Katze vorgefunden. Aber die kleinen Gässchen sehr hübsch und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Tempel nahe der Old Street

Bist du ganz bis zum oberen Ende der Old Street gelaufen, findest du dort einen sehr schönen Tempel. Der Sheng Ming Gong Tempel ist reichlich mit bunten Figuren geschmückt und bietet dir von seiner oberen Etage einen tollen Ausblick auf die Umgebung inklusive Meerblick. Auf dem Weg zur Hauptstraße findest du fast am Ende der Dorfstadt den Ming Sheng Dong Tempel. Dieser ist ebenfalls sehenswert, obwohl er nicht so schön ist, wie der Sheng Ming Gong Tempel.

Das war auch schon unser Besuch in Jiufen für einen Tag. Obwohl am Nachmittag die meisten Touristen in Jiufen unterwegs sind, empfehlen wir euch den Besuch um diese Zeit. Für die Old Street und deren kleine Gassen benötigt ihr ca. 2 Stunden. Der Vorteil eines Besuches am Nachmittag ist der Sonnenuntergang, den ihr vor dieser schönen Landschaftskulisse erleben könnt. Wenn euch die Gegend begeistert, dann könnt ihr dort einen weiteren Tag verweilen. Es existieren verschiedene Trails entlang der Berge zu Wasserfällen und einer alten Goldmine.

Anreise nach Jiufen

Vom Yehliu Geopark könnt ihr entweder den Bus 790 oder den Bus 862 nach Keelung nehmen. Die Busse fahren von der Hauptstraße aller 15 bis 20 Minuten ab. Nach ca. 30-45 Minuten Fahrt erreichten wir die Stadt. Nur ein paar Meter entfernt, befindet sich dann die Abfahrtshaltestelle (direkt vorm Family Market) für den Bus 788 oder 787 nach Jiufen. Die Busse fahren auch hier wieder in geringen Zeitabständen. Nach weiteren 45 Minuten erreichten wir dann Jiufen. Hier existieren zwei Bushaltestellen. Steigt besser bei der ersten Haltestelle direkt am Visitor Information Center aus. Dort beginnt auch die Old Street und ihr lauft entlang der Old Street zur zweiten Bushaltestelle.

Reist ihr von Taipeh direkt nach Jiufen, dann nehmt die TRA zur Ruifang Station. Von der gegenüberliegenden Busstation nutzt ihr einfach den Keelung-Transferbus Nummer 1062 oder 788 nach Jiufen. Alternativ könnt ihr auch einen Bus von Taipeh West Busbahnhof direkt nach Keelung nehmen und wechselt dann in den Bus 788 oder 787 nach Jiufen.

Von Jiufen fahren Direktbusse nach Taipeh zurück. Die Busse fahren auch hier im 20 Minutentakt. Am Abend solltet ihr aber an der weiter oben befindlichen Bushaltestelle, am 7/11 einsteigen, ansonsten ist es schwierig einen Platz im Bus zu erhalten. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir in Taipeh an.

Fazit zum Yehliu Geologiepark und Jiufen Village

Der Geologiepark ist ganz interessant, vor allem weil man so eine Landschaft fast nirgendwo sonst bewundern kann. Einziges Manko ist dort die Zahl an Touristen. Teilweise sieht man kaum noch Gesteinsformationen, weil sich zu viele Touristen auf dem Gelände befinden. Dennoch fanden wir den Yehliu Geopark definitiv einen Ausflug von Taipeh wert.

Jiufen Village fesselte uns mit seinen schönen Ausblicken und der Old Street. Auch dieses kleine Dörfchen empfehlen wir euch für einen Tagesausflug. Wer weniger Zeit hat (wie wir), der kann die beiden Ausflüge an einem Tag miteinander kombinieren. Wir empfehlen den Geologiepark am Vormittag und Jiufen solltet ihr euch für den Nachmittag / Abend vornehmen, da das Dorf zum Sonnenuntergang und wenn die Lampions anfangen zu leuchten eine fantastische Kulisse bietet. Um beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu besuchen, solltest du früh aufstehen. Wir haben den Bus um 8.00 Uhr in Rich Yehliu Geopark genommen und sind gegen 19.30 Uhr wieder in Taipei angekommen.

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