Asien – die Heimat des Buddhismus. Ob Theravada-, Mahayana-, Vajrayana- oder Zen-Buddhismus, jede Form des Buddhismus ist vertreten und überall ist die spirituelle Atmosphäre zu spüren. Für Nicht-Buddhisten ist der Buddhismus mit seinen verschiedenen Formen, Geschichten und Wegen zur Erleuchtung ziemlich verwirrend. Ein chinesischer Mönch Hsing-Yun, der 1949 vor den kommunistischen Chinesen nach Taiwan geflohen ist, gründete den Fo Guang Shan Mahayana Orden. Dieser setzt sich zum Ziel, die buddhistische Kultur Nicht-Buddhisten näher zu bringen, buddhistischen Unterricht für die nächste Generation zu fördern, Wohltätigkeit zu verbreiten und Menschen durch den Buddhismus zu segnen. Der Orden hat sich in der ganzen Welt verbreitet, auch in Frankfurt und Berlin stehen bereits die Fo Guang Shan Buddha Schulen und der Hauptsitz befindet sich ca. 20 km von Kaoshiung (Taiwan) entfernt. Das hat uns natürlich neugierig gemacht und wir haben das Fo Guang Shan Buddha Museum und die Monastery besucht.

Fo Guang Shan Buddha Museum

Der Eingangsbereich

Mit dem Bus gelangt ihr direkt zu dem Touristen Hauptgebäude, der Front Hall. Der Eingang zum Museum ist von Elefanten und Löwen bewacht, die symbolisch für die Empfängnis des letzten menschlichen Buddhas und die Macht des Buddha stehen. Es wurden in der gesamten Anlage, westliche und chinesische Architektur miteinander vermischt. In der Front Hall findet ihr viele Souvenir Geschäfte, einen Starbucks und ein Restaurant. Gleich zur rechten Seite des Eingangs ist die Touristeninformation. Verlässt man die Front Hall, steht man sofort in der Hauptattraktion des Fo Guang Shan Buddha Museum: Die Acht Pagoden, die zum großen Buddha führen. Acht Pagoden, weil im Mahayana Buddhismus acht Schritte zur Erleuchtung existieren.

Jede Pagode trägt einen besonderen Namen, Pagode der Lehre, der Versammlung, der Tugend usw. In die Pagoden könnt ihr auch hineingehen. In der zweiten Pagode auf der linken Seite ist zum Beispiel eine Hochzeitskapelle zu finden.

Der Bohdi Weisheits-Versammlungsplatz und die Haupthalle

Nach den Pagoden findet ihr einen großen Platz vor, den Bodhi-Weisheits-Versammlungsplatz. Tausende von Menschen haben hier Platz. Das Gebiet wird gesäumt von Statuen der 18 größten Schüler des Buddha. An den Seitenwänden bzw. Mauern sind verschiedene Bilder ausgestellt (Memorial Ring Road), die an buddhistische Geschichten erinnern sollen. Zwei Trommeltürme flankieren den großen Platz, zu dessen Hauptfront ein Pyramiden ähnliches Gebäude steht und dahinter der riesige goldene Buddha thront, der angeblich die größte sitzende Bronze-Buddha-Statue der Welt sein soll. Das umgekehrte Hakenkreuz ist übrigens im Buddhismus die Svastika und ein Glückssymbol.

Der pyramidenähnliche Stupa, wurde im indischen Stil errichtet und ist das Zentrum des Museums. Der Stupa wurde dem Siddhartha-Gautama-Buddha gewidmet, dem ersten Lehrer und letzten Buddha auf Erden. In dem Stupa befindet sich eine heilige Buddha-Reliquie: ein Zahn Buddhas, von dem es nur drei Stück auf der Welt geben soll. Dieser Zahn soll aus Indien stammen, der Heimat des letzten Buddha. Nach der muslimischen Invasion im 13. Jahrhundert gelangte die Reliquie zum Schutz nach Tibet, wo sie 600 Jahre verweilte. Als die Kulturrevolution der Chinesen in Tibet begann, wurde die Reliquie wieder nach Indien gebracht und angeblich freiwillig Taiwan überlassen, obwohl sie dann in die Hände feindlicher Chinesen fiel. Zwölf buddhistische Oberhäupter bestätigten aber die Echtheit des Zahnes. In dem Stupa könnt ihr weiterhin eine 4D Kino und den Mount Potalaka Avalokitesvara Shrine finden. Hier ist eine tausendarmige Buddha-Statue ausgestellt.

Oben auf der Terrasse der Stupa habt ihr eine tolle Aussicht auf den Buddha und auch auf die pyramidenähnliche Stupa. Ihr könnt auch in das Gebäude unter der großen Buddha-Statue hineingehen und euch in Kalligrafie üben. Ein schönes Andenken für zu Hause.

Die Zwillingspavillions

Lauft ihr noch etwas im Gelände herum, solltet ihr euch ebenfalls die Zwillingspavillions anschauen. Sie befinden sich außerhalb der schön verzierten Mauern des Fo Guang Shan Buddha Museums. Der Weg führt durch einen schön angelegten Garten mit vielen Figuren.

Fo Guang Shan Monastery

Wenn ihr das Museum angeschaut habt, dann solltet ihr euch auch das dazugehörige Kloster anschauen, welches sich auf einem Berg in der Nähe des Museums befindet. Direkt vorm Museum bringt euch ein Shuttlebus direkt zum Kloster, ihr könnt aber auch etwa 15 Minuten laufen. Östlich des Eingangstors findet ihr die Hauptattraktion des Klosters: Das Great Buddha Land. Der 40 Meter hohe, goldene Buddha wird auch als Welcome Buddha bezeichnet. 480 kleinere Buddha-Statuen sind um den großen Buddha aufgestellt. Eine schöne Aussicht besitzt man von dieser Plattform auf die Umgebung und ein kleiner roter Pavillon steht am Ende der Terrasse.

Geht ihr den Berg weiter nach oben, gelangt ihr an eine weiße Brücke, die zum Great Compassion Shrine führt. Dieser Shrine ist den weiblichen Buddhistinnen gewidmet und soll ein College für Frauen darstellen. In der Mitte der Haupthalle befindet sich aus diesem Grund ein weiblicher weißer Buddha und 10.000 weitere kleinere Buddha sind in den Wänden integriert.

Den Hauptshrine findet ihr in der oberen Hälfte des Klosters. Der Grundstein zu diesem Gebäude wurde 2003 gelegt und stammt aus dem Platz an dem der Siddhartha Gautama Buddha zur Erleuchtung fand. Drei Buddha Statuen könnt ihr in dem Hauptshrine vorfinden.

Hinter dem Hauptshrine gelangt man zur Meditationshalle, in der es auch für Touristen Kurse gibt. Die Halle wird von zwei großen Gebäuden flankiert. Zur rechten Seite vom Jade Buddha Haus und zur linken vom Goldenen Buddha Haus. Die Fassade beider Häuser ist mit mittelgroßen Buddha-Statuen ausgestattet, die ein Licht in sich tragen. Damit soll angedeutet werden, dass das Licht Buddhas überall scheint. 17.45 Uhr könnt ihr euch hier in der vegetarischen Kantine zu den Angestellten der Anlage gesellen und ein Buffet genießen. Bei unserem Besuch standen die Menschen allerdings an einer langen Schlange an.

Anreise/Eintritt zum Fo Guang Shan Buddha Museum und Monastery

Von der Highspeed-Zugstation (HSR) Zuoying fährt der Harvard Express Bus aller 30 Minuten für NT$ 70 direkt zum Museum. Der Harvard Express Bus fährt an Plattform 2 ab und benötigt ca. 30 Minuten. Auch zurück nach Kaoshiung könnt ihr vom Museum aus den Bus benutzen. Das Museum und die Monastry (Kloster) ist frei von Eintritt.

Was du noch über das Buddha Museum und die Monastry wissen solltest

  • Im Gelände darf nicht geraucht und kein Alkohol getrunken werden.
  • Fleisch ist ebenfalls verboten. Aus diesem Grund findet ihr auch nur vegetarische Restaurants in dem Gebiet.
  • Falls ihr bis 17 Uhr auf dem Gelände bleibt, gibt es im 2. Stock ein vegetarisches Buffet.
  • Wir benötigten für unseren Besuch des Fo Guang Shan Buddha Museums und der Monastry ca. 3,5 Stunden.

Fazit zum Fo Guang Shan Buddha Museum und Monastery

Eine buddhistische, spirituelle Stimmung kam bei uns überhaupt nicht auf. Das Museum kam uns nicht sehr religiös vor Wenn es die buddhistische Lehre vermitteln soll, dann geschieht das definitiv falsch, denn Informationen gibt es kaum, zumindest nicht auf Englisch. Mönche haben wir gar nicht gesehen, nur vereinzelt Nonnen. Wir haben uns gefragt, wie ein Mönch eigentlich so eine Anlage finanziert. Böse Gerüchte sagen ja, dass er von der chinesischen Regierung gesponsert wird und ebenso unter dessen Einfluss steht. Ob das stimmt oder nicht, das Museum und das Kloster ist jedenfalls für uns kein wirklicher religiöser, spiritueller Ort. Wer sich also wirklich für den Buddhismus interessiert wird hier enttäuscht werden. Für alle Liebhaber schöner Fotomotive ist das Museum und das Kloster natürlich eine Reise wert. Falls ihr noch mehr Informationen benötigt, dann verweisen wir auf die Webseite des Fo Guang Shan Buddha Museum.

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