Mandalay ist für die meisten Touristen nur ein Transitort zu den Städten und Landschaften der Umgebung. Tatsächlich lassen sich die Ortschaften Amarapura, Sageing und Inwa in kürzester Zeit erreichen. Die Sehenswürdigkeiten dieser Städte gehören zu den Pflichtbesuchen in Myanmar. Man erhält erstaunliche Einblicke in die Kultur und das Leben der Menschen, aber auch erste Anhaltspunkte, wieso sich Myanmar von anderen Ländern abhebt. Das Besondere an den drei Städten ist die Gemeinsamkeit, dass sie wie Mandalay einst selbst alte Königsstädte waren. In einem Tagesausflug ist es möglich, die drei Orte und ihre Sehenswürdigkeiten ohne Stress zu erkunden. In Mandalay werden dafür keine speziellen Touren mit einem Bus angeboten, man mietet sich dafür einfach ein Taxi mit Fahrer und lässt sich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit transportieren. Am besten man fragt im Hotel nach dem Ausflug und einem deutsch oder englischsprachigen Guide. Genau das haben wir auch getan und dies war ziemlich komfortabel, da wir selber bestimmen konnten, wie lange wir an einem Ort sind und wo wir zusätzlich für Fotos anhalten wollten. Der Fahrer kostet ca. 35.000 Kyatt, je mehr Personen an der Tour teilnehmen, desto günstiger wird es also für dich. Nun möchten wir dir kurz unsere Tour und die Sehenswürdigkeiten vorstellen, die wir besucht haben.




Amarapura

Um 8.30 Uhr morgens, wurden wir vom Hotel mit dem Taxi abgeholt. Die nur 11 km südlich von Mandalay entfernte ehemalige Königsstadt Amarapura ist besonders durch die U-Bein Brücke und das Mahagandaryon Kloster bekannt. Die 1,2 Kliometer lange U-Bein Brücke ist die Hauptattraktion in Amarapura. Aus über 1.000 Teakholzstämmen, die zum Teil aus den Trümmern des Inwa Königreiches stammen, verbindet die U-Bein Brücke die beiden Ufer des Taungthaman Sees. Die einst vergoldeten Teakholzstämme wirken heute nicht mehr so massiv, wie zur Zeit ihrer Erbauung 1851 von König Pagan. Die U-Bein Brücke schaut man sich am besten abends an, wenn der Sonnenuntergang die Teakholzbrücke in ein dunkles Rot taucht. Am Ende dieses Beitrages findet ihr noch die besten Sonnenuntergangsfotos von der U-Bein Brücke.

Das erste Ziel unseres Tagesausfluges war die Pahtodawgyi Pagode. Sie wurde von König Bagyidaw und seiner Königin 1820 erbaut und 1824 komplett fertiggestellt. Die Pagode ist sehr gut erhalten und soll einen super Ausblick auf die umliegende Landschaft bieten. Leider wussten wir nicht, dass man die Pagode besteigen darf, deshalb können wir die Aussicht leider nicht beurteilen.

Das nächste Ziel unseres Ausfluges in die Umgebung von Mandalay wardas Mahagandaryon Kloster. Seit 1914 leben hier in der Fastenzeit bis zu 1.000 Mönche jeder Altersklasse. Die angeschlossene Mönchsuniversität ermöglicht, das Lernen und Studieren. In Myanmar ist es üblich und wird sehr hoch anerkannt, wenn man zwischen dem 5. und 20. Lebensjahr für eine gewisse Zeit als Mönch lebt.

Die Sehenswürdigkeit im Mahagandaryon Kloster ist die täglich 10.15 Uhr stattfindende Mönchsspeisung. Dazu muss man wissen, dass Mönche sehr früh aufstehen und etwa von 4 -10 Uhr Morgens durch die Ortschaften wandern um Spenden in Form von Speisen und Geld einzusammeln. Die gespendeten Speisen werden in der “Küche” des Klosters zubereitet.

Mönche nehmen nur einmal täglich eine Speise zu sich und das vor 11 Uhr morgens. Über die Anzahl an Touristen waren wir jedoch etwas überrascht. Auf den Gehwegen drängelten sich Menschenmassen, um die besten Bilder der in einer Reihe vorbeiziehenden Mönche zu erlangen. In ihren braunroten Umhängen und kahlgeschoren Köpfen, gingen sie mit ihrer Schüssel stillschweigend an den Besuchern vorbei. In einem kleinen Innenhof standen Tische mit riesigen Töpfen, die mit Reis, Curry und Gemüse gefüllt waren.

Großzügige Spender, die dem Kloster Unterstützung zukommen lassen, erhielten die Ehre die Schüsseln der Mönche mit den Speisen zu füllen. Wer als „Premiumwohltäter“ an das Kloster spenden möchte, muss bis zu zwei Jahre in der Warteschlange verharren. Kaum zu glauben wie wichtig es für viele Wohlhabende ist, den Mönchen etwas zu spenden und damit als Wohltäter zu agieren. Im Speisesaal der Mönche herrschte Stillschweigen.

Nach der Mahlzeit haben die Mönche die Möglichkeit sich mit den Touristen zu unterhalten oder einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Die Meisten entschieden sich, die Pause in Ruhe und in Abgeschiedenheit der dutzenden Besucher, in ihren Zimmern, zu verbringen. Man merkte den Mönchen im Mahagandaryon Kloster an, dass sie den täglichen Trubel nicht sehr mochten. Wir waren von den aufdringlichen Touristen leider auch sehr peinlich berührt und konnten die Stimmung der Mönche nachempfinden. Trotzdem müssen wir zugeben, dass es ein einmaliges Erlebnis war. Wir erhielten durch einen Spaziergang im Klostergelände auch tiefe Eindrücke, wie die Mönche leben, lernen und ihren Alltag gestalten.




Sagaing

Von Amarapura führt westlich eine große Brücke über den Irrawaddyfluss, nach Sagaing – einem der heiligsten Zentren des Landes. 600 Pagoden und Klöster erstrecken sich entlang des Flusses auf kleinen Bergen. Wir mussten auf der Brücke anhalten und uns die unglaubliche Landschaft ansehen. So viele Pagoden auf so kurzen Distanzen hatten wir noch nie gesehen. Über 6.000 Mönche und Nonnen leben in Sagaing zum Meditieren und Studieren.

Anschließend ging es für uns zu einer Universität der Mönche. Die Sitagu International Buddhist Academy in Sagaing sieht von außen aus wie eine große vergoldete Halbkugel bzw. Pagode.

Ein Mönch war so freundlich, uns das Innere des Gebäudes zu zeigen: Ein großer Hörsaal, mit Holzbänken und einem Podium. Der nette Mönch erzählte uns etwas über sein Englischstudium und das Leben als studierender Mönch. Er freute sich durch uns die englische Sprache zu trainieren. Seit 2005 sind auch internationale Studenten für die beiden Studiengänge Buddha-Dhamma und Englisch zugelassen. Finanziert wird die Lehre durch Spendengelder. Wir erzählten dem Mönch von unserer Weltreise und er erzählte uns wiederum, das es ihm noch nicht möglich war zu reisen und er erst sein Studium beenden muss. Wieder wurde uns klar, was wir doch für ein Glück hatten, so zu leben und das wir dafür dankbar sein müssen. Wieviel wir von der Welt schon entdeckt haben, wurde uns auch anhand von buddhistischen Tempelbildern von überall auf der Welt, bewusst. Stupas aus Katmandu, Thailand, Japan, Indien, Kambodscha u.a. waren auf der Außenmauer der Anlage zu bestaunen sowie Bilder der Universität mit Mönchen und hohen Politikern. Der Besuch der Sitagu Universität stellte sich als sehr interessant und lehrreich heraus.

Die Berge auf denen die heiligen Bauwerke errichtet wurden und speziell die U Min Thonze -Pagode, bezeichnet man als Sagaing Hill. Auf die U Min Thonze Pagode gelangt man über einen kurzen bedachten Weg mit vielen Souvenirständen. Eine große Marmorplattform weist den Besucher den Weg, rund um und auf die stufenförmig angeordneten Etagen. Die U Min Thonze-Pagode wird auch als „Pagode der dreißig Höhlen“ bezeichnet, die 45 lebensgroße Buddhafiguren beherbergt, die bogenförmig angeordnet sind. 30 kleine Eingänge gewähren Zugang zu den Staturen.

Auf den nächsten Etagen findest du noch weitere Gebetshallen, Stupas und erhälst einen wunderschönen Ausblick auf die umgebende Landschaft und die Stupas.

Einen weiteren sehr schönen Blick auf die umliegende Landschaft und den Fluss, erhält man von der Aussichtsplattform der Soon U Ponya Shin Pagode, die sich ebenfalls auf dem Sagaing Hill befindet.

Die Pagode ist eine der ältesten von Sagaing und wartet mit bunt bemalten Marmorfliesen auf den Besucher. In der ersten Eingangshalle sitzt ein großer vergoldeter Buddha, der von lauter überfüllten Spendenboxen und Blumen umgeben ist. Die Wände sind detailliert mit kleinen, farbigen Fliesen verziert. Leider war bei unserem Besuch die goldene Stupa bedeckt. Wir fanden diesen Tempel schön, aber die Aussicht war am besten.




Inwa (Ava)

Nach der Besichtigung der Soon U Ponya Shin Pagode, fuhren wir nach Inwa. Hier nahmen wir etwas spät, in einem kleinen Restaurant ein gutes typisch burmesisches Mittagessen zu uns. Wie fast jede nennenswerte Stadt in Myanmar ist auch Inwa, ehemalig Awa – die Stadt der Edelsteine- genannt, eine alte Königstadt. Mit Unterbrechungen wurde hier 400 Jahre lang regiert, bis ein Erdbeben 1838 die Tempelstadt teilweise zerstörte und die Hauptstadt nach Amarapura verlegt wurde. Die Insel, auf der das alte Königreich Inwa steht, ist nur durch Überquerung eines Abzweiges des Irrawaddyflusses zu erreichen. Kleine alte Holzkanus überqueren den Fluss und fahren aller paar Minuten. Am anderen Ufer erwarteten uns schon unzählige Pferdekutschen, die uns für 10.000 Kyat eine Tour zu den Tempeln anboten. Das Gelände ist sehr weitläufig und zu Fuß kaum erkundbar, daher entschieden wir uns eine Pferdekutschfahrt zu machen.

Der Preis war zum Glück verhandelbar und wir zahlten am Ende nur 8.000 Kyat für 1,5 Stunden. Die Pferde waren nicht sehr gepflegt und taten uns leid, auch das Geschaukel in der Kutsche war nicht sehr angenehm, aber man fügte sich so in das authentische Leben der hier ansässigen Bauern ein. Die Kutschfahrt führte uns vorbei an fünf Sehenswürdigkeiten. Der erste auf dem Weg war die Daw Gyan Pagoda. Der Tempel war schon sehr zerfallen und kaum gepflegt. Schade eigentlich, denn der Tempel an sich sieht schon mal gar nicht schlecht aus.

Der zweite Tempel war Yadana Hsemee Pagoda, auch Yedanasimi Paya genannt. Diese Tempelanlage hat uns gerade gut gefallen, nicht zuletzt durch die Künstler, die hier ihre ansehnlichen Werke präsentieren und den kleinen Jungen, der die Touristen in einem sehr guten Englisch durch die zerfallenen Mauern führt.

Der nächste Tempel auf unserer Fahrt durch Inwa war der im Lonely Planet als Top-Sehenswürdigkeit markierte Teakholztempel Bagaya-Kyaung. Der Eintritt zu diesem Tempel kostet 5.000 Kyatt. Wir wollten diesen nicht bezahlen, da der Tempel von außen wenig spektakulär war. Also liefen wir entlang den Mauern einmal herum. Da das gesamte archäologische Gebiet auch für Touristen frei begehbar ist, war dies möglich. Auf der Rückseite sahen wir dann einen Weg der in den Tempel führte. Also haben wir uns den Tempel noch kurz von Innen angeschaut und empfanden uns in unserer Entscheidung keinen Eintritt zu zahlen, bestätigt. Der auf 267 Teakholzstämmen errichtete Tempel hat uns sehr enttäuscht. Weiter ging es dann zum Nanmyin Tower. Als Aussichtspunkt mit großartigem weitem Blick über die Landschaft im Lonely Planet beschrieben kamen wir dann zu dem Aussichtspunkt. Leider war der Aussichtsturm gesperrt worden, weil er wohl unter Einsturzgefahr stand. Somit war der Besuch des Towers eigentlich überflüssig, da dieser an sich auch keine wirkliche Sehenswürdigkeit darstellt.

Die letzte Sehenswürdigkeit unserer Tour war das Kloster Maha Aungmye Bonzan. Das königliche Kloster von 1822 hat uns aufgrund seiner imposanten Bauweise sehr gut gefallen. Auf der Rückseite gibt’s noch einen super Ausblick auf die Iwa-Brücke.

Alles in allem hat uns die Fahrt gut gefallen, auch wenn die alte Königstadt mittlerweile an Glanz verloren hat. Mehr als die Tempel, die schon sehr zerfallen waren, faszinierte uns die Landschaft und die kleinen Dörfer. Hier ist Birma noch authentisch und echt. Keine Autos, nur Pferdekutschen oder Ochsenkarren, die Heu, Früchte und Touristen transportierten.

Nachdem wir die beiden Städte Sagaing und Inwa besucht hatten, ging es zuück nach Amarapura um den Sonnenuntergang an der U-Bein Brücke zu bestaunen. Wir erreichten kurz vor Sonnenuntergang die U-Bein Brücke. Es ein wunderschönes Ereignis, den Sonnenuntergang hier zu erleben. Man besitzt die Möglichkeit zu überteuerten Preisen, mit einem Kanu auf den See zu fahren, um den Sonnenuntergang mit der Brücke vom Wasser aus einzufangen. Wir haben das Ereignis am Ufer des Sees, vor der Brücke bewundert und sind dann entlang der Brücke gewandert und haben die untergehende Sonne bei einem kalten Bier genossen.




Fazit Tagesausflug Mandalay

Den Ausflug in die Ortschaften Amarapura, Sageing und Inwa können wir sehr empfehlen. Wir haben viel über Land, Leute und den Buddhismus gelernt und ein paar sehr schöne Fotomotive erhalten. Bei den Ausflug sollte man auf einen gut Englisch oder Deutsch sprechenden Guide achten, damit man die Zusammenhänge und Bedeutung der einzelnen Sehenswürdigkeiten versteht.

Author

Write A Comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen