Natürlich könnte man wieder mit dem Bus nach Bagan reisen, aber das wäre ja langweilig! Eine Schiffsfahrt bietet etwas Abwechslung und man lernt Land und Leute besser kennen. Jedenfalls waren das unser Anreizpunkte, um den langen Weg von Mandalay nach Bagan auf dem Irrawaddy Fluss – der Lebensader Myanmars – zurückzulegen. Und wenn man in Myanmar ist, ist eine Fahrt auf dem Fluss ein MUSS!




Für die Schiffsreise kann man, wie üblich zwischen zwei Optionen wählen. Die erste und preisgünstigere (ca. 18. 000 Kyat) ist die Tour mit dem Slowboat, ein etwas älteren Dampfer. Oder aber die zweite, luxuriösere und schnellere Möglichkeit, ein Boot für 63.000 Kyat zu buchen. Wir entschieden uns natürlich für die preisgünstigere Variante und checkten 5 Uhr auf einem kleinen alten Dampfer ein, der keine Innenplätze zur Verfügung hatte und nur Plastestühle als Sitzmöglichkeit auf dem überdachten Deck aufwies. Die Tickets haben wir direkt bei Einstieg am Schalter gekauft und schon ging die Fahrt los. Das Boot war überraschender Weise voll von Touristen. Einige ältere Burmesinnen verkauften landestypische Speisen wie Ost, Nüsse und sonstiges was wir nicht identifizieren konnten. Es gab aber auch die Möglichkeit in der Schiffsküche warme Reisspeisen und Getränke (Kaffee, Tee) zu kaufen. Wir waren natürlich wieder überaus gut vorbereitet und hatten Speisen und Getränke vorher gekauft.

Wir besuchten Mandalay im Januar, zu dieser Jahreszeit wird es in der Nacht und am frühen Morgen noch recht kühl. Aus diesem Grund ist es angebracht, sich dicke Jacken und Decken mitzubringen. Auch der Fahrtwind trägt nicht grade zu warmen Temperaturen an Board bei. Eingemummelt in mehrere Pullover, fuhren wir im dunklen an Mandalay vorbei. Wir sahen vom Wasser aus, die beeindruckende Brücke zu Sagaing und die unzähligen weißen Pagoden auf den Hügeln. Vom Boat aus, wirkte die Ansicht natürlich noch viel schöner.

Als wir fast vor Inwa vorbeifuhren, ging langsam die Sonne auf. Ein sehr beeindruckendes Schauspiel, was man unbedingt vom Fluss aus erlebt haben sollte. Der Himmel färbte sich in ein wunderschönes orange-rot und leichte Nebelschwaden erzeugten einen mystischen Blick auf die Landschaft im Flussgebiet.

Die Landschaft ändert sich ab dann nicht mehr viel: Das Ufer ist von Sand oder Gräsern besiedelt und das Land erscheint sehr flach. Ab und an taucht eine Pagode oder ein paar Hüttem auf und ergeben ein schönes Fotomotiv. Die weitere Fahrt kann man bei einem Buch oder Musik genießen und die Eindrücke des bisher gesehenen auf sich wirken lassen.




Da wir das Slowboat gewählt hatten, machten wir an einigen Orten stopp. Das waren keine Anlegeplätze, sondern am Uferrand standen nur ein paar Einheimische, die die Waren entgegennahmen, welche das Schiff mitbrachte. Mit einfachsten Transportmitteln wurden die Waren dann in das Dorf transportiert. Das Schauspiel war jedes Mal sehr interessant und man begriff, dass die Menschen vom Irrawaddy-Fluss sehr abhängig sind. Die Menschen waschen sich und ihre Wäsche im Fluss und die Frauen versuchen vorgekochte Speisen an die Passagiere vorbeifahrender Schiffe zu verkaufen.

Die Menschen sind so sehr abhängig vom Irrawaddy-Fluss, dass dieser ihre Lebensgrundlage bildet. Der Irrawaddy-Fluss ist Transportweg, Handelsplatz, Waschplatz, Nahrungsquelle, Bewässerung für die Felder und vieles mehr. Ohne den Irrawaddy-Fluss wäre ein Leben in diesen Teilen des Landes einfach nicht möglich.

Zum Sonnenuntergang färbte sich der Himmel wieder wunderschön orange-rot und bot atemberaubende Fotomotive, wie fast jeder Sonnenuntergang in dem mystischen Land. Besonders schön anzusehen sind die vielen kleinen Fischerboote, die friedlich auf dem Fluss dahintreiben. Mit der Sonne verschwanden dann auch die angenehmen Temperaturen.

Nach der 14 stündigen Fahrt, kamen wir 19.30 Uhr endlich in Nyaung U, einem kleinen Städtchen neben Bagan an. Die Taxis warteten schon auf uns und leider haben wir hier die Erfahrung machen müssen, dass der Tourismus die Menschen schon fest im Griff hat und Geldgier Einzug gehalten hat. Der Taxifahrer verlangte unmögliche Preise für eine 1,8 km lange Fahrt in den Ort Nyaung U, wo die meisten Touristen wohnen. In einem Sammeltaxi, konnten wir dann den Fahrer auf 2.500 Kyat pro Person herunterhandeln.




Fazit Schiffsrreise von Mandalay nach Bagan

Die Schiffsfahrt solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Es war zwar kalt und den ganzen Tag in den unbequemen Plastikstühlen zu verharren, nicht gerade angenehm, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Der Sonnenauf- und Untergang waren einfach wundervoll und auch das Leben auf und um den Fluss zu erleben, einfach der Anstrengung wert. Daumenhoch für die Flussfahrt Mandalay nach Bagan von uns.

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