Mandalay…. Mandalay…. wo haben wir das schon mal gehört? Vielleicht bekannt durch das Mandalay Bay Hotel/Casino in Las Vegas, den Song von Frank Sinatras „On the Road to Mandalay“ oder aus Johns Owells Buch „Tage in Burma“, vielleicht auch einfach von den unzähligen Restaurants die diesen exotisch klingenden Namen tragen. Man stellt sich eine tropische, exotische, grüne, bunte mit Leben befüllte Stadt vor, die etwas Außergewöhnliches besitzen muss. Ganz so ist es leider nicht. Mandalay ist Mandalay und eine normale Stadt in Myanmar, die sich außer von ein paar Sehenswürdigkeiten, wie den Königspalast oder dem Mandalay Hill, nicht sonderlich von irgendeiner Stadt abhebt. Trotzdem muss für einen Myanmarbesucher Mandalay auf der To Do Liste stehen. Einfach um einmal dort gewesen zu sein und von hier Ausflüge zu den wirklichen Attraktionen in der Umgebung zu unternehmen. Mandalay wurde von König Mindon 1857 am Ayeyarwaddy Fluss erbaut. Schon 1885 also 28 Jahre später, nahmen die Briten Mandalay in Besitz und verlegten die Hauptstadt nach Rangun. In unserem Mandalay Reisebericht, möchten wir euch ein paar Tipps geben, was ihr euch in einem Tag in Mandalay anschauen solltet. Mandalay besitzt eine Vielzahl von Pagoden und Tempeln, die wichtigsten haben wir euch zusammengestellt. Am besten ihr mietet euch ein Fahrrad oder Tuk Tuk, denn zu Fuß sind die Distanzen kaum machbar zurückzulegen.




Mandalay Palace

Das wahrscheinlich imposanteste Bauwerk in Mandalay ist der alte Königspalast; besser gesagt, die Mauer des Palastbezirkes. Ein 4 qm großes Areal wird von einer 8 Metern Höhen Mauer und von einem 6,5 Meter breiten Fluss umschlossen. In gewissen Abständen wird die Mauer von Pagoden unterbrochen. Der Anblick wirkt sehr imposant.Das Areal wird heute noch genutzt als eine Art Millitärbasis. Im Mittelpunkt des von der Mauer umschlossenen Gebietes befindet sich der Mandalay Palace.

Als alt sollte man den Palast jedoch nicht bezeichnen, da der Mandalay Palace im zweiten Weltkrieg von den Alliierten zerstört und eine Replik erst 1990 wieder neu aufgebaut wurde. Der Eintritt kostet ca. 10.000 Kyat, das Ticket beinhaltet aber vier weitere Eintritte in andere Tempelanlagen Mandalays. In der Anlage des Mandalay Palace befinden sich unter anderen die Gemächer des Königs, die Unterkünfte der Bediensteten sowie ein Aussichtsturm mit einem guten Blick über die Anlage.

Außerhalb des Palastgeländes befinden sich noch weitere Pagoden, Grabkammern, ein kleiner Aussichtsturm sowie ein altes Flugzeug, ein alter Panzer und ein alter Zug. Wir hatten leider selber den Eindruck, dass dieses Areal nicht sehr liebevoll gepflegt wird.

Mandalay Hill

Der Mandalay Hill hat uns sehr beeindruckt. Ein Berg, von dessen Pagode man über die ganze umliegende Landschaft schauen kann. Ungefähr 1 km im Norden von dem Mandalay Palace entfernt, beginnt der Berg. Am Fuße des Mandalay Hill erstreckt sich ein Gebiet mit 729 weißen Stupas und einer goldenen Pagode – die Sandamundi Pagodas und die Kuthodaw Pagode. In jedem kleinen Stupa, befindet sich eine Marmorplatte mit der goldenen Inschrift aus dem Pali-Kanon, den Lehren und Leben Buddhas. Manche bezeichnen die Inschriften durch ihre Fülle auch als „größtes Buch der Welt“. Das eigentliche größte Buch der Welt liegt aber offiziell in London. Die große Pagode in der Mitte der Anlage, die Maha Lawka Marazein-Pagode, wurde bereits 11 Jahre vor den vielen Stupas im Jahre 1857 errichtet. Von dieser Pagode erhält man einen guten Ausblick über das Gelände.

Sandamuni Pagoda

Man hat die Möglichkeit sich mit dem Auto fahren zu lassen oder auf einen der 4 Wege, die sich im Norden, Süden, Osten und Westen befinden, den Berg zu erklimmen. Bevorzugen solltet ihr den Weg im Süden, der von einigen Souvenir- und Snackständen bekleidet wird. Der Weg ist Barfuß zurückzulegen, da der Berg sich auch heiligem Boden befindet. Nach ca. 30 Minuten, ohne Pause, müssten die ca. 1.700 Stufen erklommen sein. Eine Kameragebühr von 1.000 Kyat muss entlohnt werden und schon befindet man sich auf einer großen Aussichtsplattform. Gelangt man hingegen mit dem Auto/Fahrrad (nicht zu empfehlen) oder Moped auf den Berg, muss erst mit einem Fahrstuhl bis zur Aussichtsplattform gefahren werden. Wir empfehlen euch, kurz vor Sonnenuntergang die Pagode zu erklimmen. Erstens seht ihr die Umgebung dann noch bei Tageslicht und Zweitens könnt ihr einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben, der die Pagode in goldenes Licht hüllt. Mönche kommen zu dieser Zeit häufig auf den Berg, um an den Touristen ihr Englisch zu üben.

Fährt man dann im dunklen wieder zum Hotel halten die auf dem Weg liegenden Tempel noch eine Überraschung für euch bereit. Die Tempel sind mit LED – Lichtern bestückt und bieten einen interessanten Anblick. Für uns war die Beleuchtung der Tempel etwas unpassend und eher kitschig. Wir fuhren dann entlang der Tempelmauer ins Hotel zurück und da war schon die nächste Überraschung. Eine Lightshow mit Wasserfontainen zur Musik von Rhianna. As american as it gets…




Shwe In Bin Monastry

Das ruhige Kloster in der Nähe des Flusses ist perfekt für Meditationen. Auch bei unserem Besuch waren nur eine Hand voll Touristen anwesend. Das zentrale Gebäude des heute noch von Mönchen bewohnten Klosters wurde 1895 von zwei reichen Chinesen gestiftet. Besonders bemerkenswert ist die Bauweise des aus Teakholz erbauten Tempels. Zum einen wurde das gesamte Gebäude wurde auf Baumstämmen errichtet und zum anderen sind die detaillierten Verzierungen des Daches Klosters wirklich beeindruckend.

Mahamuni-Pagode

Mahamuni zählt neben der Shwedagon Pagode und dem goldenen Felsen zu einem der Hauptpilgerorte in Myanmar. Der darin befindliche 3 Meter hohe Buddha ist die eigentliche Attraktion und ein angebliches Artefakt. Der Legende nach, soll ein Buddha persönlich, einem König und seinem Volk, die buddhistische Lehre nahegelegt haben. Daraufhin, Baht der König den Buddha um ein Abbild seiner selbst. Eine goldene Statur mit dem Abbild von Buddha entstand und der Buddha hauchte dieser Leben ein. Frauen können den Buddha nur aus der Ferne betrachten. Für Männer hingegen ist es eine Ehre, den Buddha zu berühren. Man sagt, dass körperliche Schmerzen verschwinden, wenn man an der schmerzenden Stelle die Buddha Statur mit Blattgold versieht. Täglich 4 Uhr putzt ein Mönch der Statur sogar die Zähne. Die Bronzestaturen innerhalb des Tempels sind übrigens Kriegsbeute von den Khmer aus Kambodscha.

Weitere Pagoden

Wie schon erwähnt, besitzt Mandalay eine Vielzahl an Tempeln, Pagoden und Chedis. Alle zu erkunden würde man an einem Tag nicht schaffen. Falls ihr aber doch noch Zeit haben solltet und noch nicht „tempelmüde“ seid, dann lasst euch im Hotel eine Stadtkarte geben und die schönsten Tempel markieren. Empfehlen können wir noch zum einen die Shwenandaw Monastry. Das heutige Kloster ist das letzte Überbleibsel des Alten Königspalastes und gehörte ursprünglich zum Königspalast aus Amarapura, der Königsstadt, bevor Mandalay zur neuen Hauptstadt wurde. Das Bauwerk, welches 1886 fertig gestellt wurde, sieht heute leider ziemlich heruntergekommen aus und das Gebäude wirkt, als ob es gleich in sich zusammenfällt. Trotzdem sollte man das Kloster besuchen, da es in 5 Jahren Arbeit händisch aus Teakholz geschnitzt wurde. Die ganzen kleinen Verzierungen lassen nur erahnen, inwieweit diese Handarbeit eine wahre Tortur gewesen sein muss. Um das Gebäude befindet sich das eigentliche Kloster und man erhält einen kleinen Einblick in das Leben der Mönche. Weiterhin besuchenswert ist die Tempelanlage der Eindawya Pagode. Die 1847 erbaute, mit Blattgold überzogene Pagode ist ca. 35m hoch. Doch nicht nur die Pagode ist sehenswert. In der kleinen Tempelanlage kannst du neben einer schönen weißen Zedi weitere kleine bunte Pagoden bestaunen. Sogar eine Miniaturnachbildung vom Goldene Rock ist hier zu sehen.

Anreise und Übernachtung

Nach Mandalay kann man von Yangon fliegen (ca. 1 h, $70 -$150) oder mit dem Bus fahren (ca. 10 h, ca. 10.500 Kyat). Wir sind mit dem Übernachtbus gereist, um eine Übernachtung einzusparen und waren von dem Komfort sehr überrascht: Man kann den Bus als Luxusbus bezeichnen, Klimaanlage, zurückverstellbare Sitze mit Fußhalterung und genügend Platz. Decken, Wasser und eine kleine Süßigkeit waren inklusive. In Mandalay übernachtet haben wir in einem kleinen Hotel, welches wir leider nicht weiterempfehlen können. Stattdessen solltet ihr für 30 $ das Unity Hotel buchen (Preis für die Buchung vor Ort 25 USD). Dieses liegt auch direkt im Zentrum und ist sehr modern, sauber und das Personal war mehr als freundlich und hilfsbereit.




Fazit Mandalay

Mandalay… Mandalay… ist und bleibt Mandalay. Einzigartig wäre etwas übertrieben, aber trotzdem hätten wir den Besuch nicht missen wollen. Die genannten Sehenswürdigkeiten sind schon ein kleines MUSS, um alle Attraktionen Myanmars zu erkunde. Zudem kann man dann auch wahrheitsgetreu behaupten, dass man schon mal in der Stadt war, deren Name zweifelsohne jeden schon einmal zu Ohren gekommen ist und sei durch den Namen eines Hotel und Casinos in Las Vegas.

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