Ein See wie im Bilderbuch inmitten eines leuchtenden grünen Tals, umgeben von Bergen und Pagoden. Feldern, Wiesen, Gärten, Häusern die auf Stelzen stehen, lachenden Kindern, fleißigen Bauern und eine spirituelle Ruhe – der Inle Lake, ein ganz besonderer Ort.

Der Inle Lake ist die Quelle des Lebens für 70.000 Intha, die in 17 Dörfern um den 116 qkm großen See leben und arbeiten. Auf eine faszinierende Weise, bauen die Einwohner Blumen, Früchte und Gemüse auf schwimmenden Gärten an. Aus Wasserhyazinthen, die einen Großteil des Sees bedecken und Erde, entsteht eine Art nahrhafter Sumpf, der mit Hilfe von Bambuspfählern am Boden des Sees befestigt wird. Inmitten der Felder stehen die auf Holzpfählern gebauten Häuser der Inthas – die Volksgruppe des Inle Lake. Unzählige Wasserstraßen verbinden die Häuser und Ortschaften miteinander. Das alltägliche Fortbewegungsmittel ist das Kanu, mit dessen Hilfe man von Haus zu Haus und in die nächste Ortschaft gelangt. Vor unserer Anreise, haben wir schon einige Bilder des Inle Sees im Internet gesehen. Diesen See live zu erleben, übertrifft hingegen unsere Vorstellungskraft. Wir sind eingetaucht in eine ganz neue Welt und haben uns von der beruhigenden Atmosphäre des Sees und der Inthas mitreisen lassen.

Etwas südlich von Mandalay erreicht man nach ca. 8 Stunden Busfahrt den zweitgrößten See von Myanmar. Wir sind hingegen mit dem Übernachtbus von Bagan nach Nyaung Shwe angereist (9 Stunden, 18.500 Kyat). Nyaung Shwe ist eine kleine Stadt, nah am Inle Lake, die durch einen Zufluss, direkt mit diesem verbunden ist. Von dieser kleinen Stadt, kann man alle Sehenswürdigkeiten bequem erreichen. Wer hingegen ganz nah bzw. auf den Inle Lake selbst wohnen möchte, wie die Inthas, nur luxuriöser, kann sich in eins der Resorts direkt am See einmieten. Wir bevorzugten ein kleines, sauberes und günstiges Guesthouse in Nyaung Shwe. Das May Guesthouse, ist nicht sonderlich groß oder luxuriös, aber die freundliche Atmosphäre, der schöne kleine Garten mit Sitzgelegenheiten und das gute Frühstück, machen das May Guesthouse zu unserer Übernachtungsempfehlung am Inle Lake.




Wir verbrachten zwei Tage am See. Am ersten Tag, unternahmen wir einen Fahrradausflug in die nähere Umgebung. Von diesem Ausflig möchten wir dir in diesem Beitrag berichten. Für den zweiten Tag buchten wir eine Inle-Lake-Tour und verbrachten ihn direkt in den Dörfern auf dem See.

Nyaung Shwe

Nyaung Shwe ist eine kleine Stadt im Shan Staat, nördlich des Inle Sees. Der Ort wird durch seine geringe Entfernung zum See, auch als „Tor zum Inle See“ bezeichnet. Die meisten Besucher des Sees nutzen die geringe Distanz der Stadt und starten hier zu ihren Touren auf und um den See. Das Stadtbild wird durch die Häuser der Einwohner und vielen Hotels, Restaurants und Märkten geprägt. Durch den kleinen Ort verläuft ein schmaler Fluss, auf dem tagsüber viele beladene Kanus Lebensmittel zum Fluss und den Märkten transportieren. Außer dem großen, täglich geöffneten Mingala Markt und der Yadana Man Aung Pagode, bietet der Ort keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten und eignet sich hauptsächlich als Übernachtungsmöglichkeit.

Unsere Fahrradtour am Inle Lake

An unserem ersten Tag am Inle See entschlossen wir uns für eine Fahrradtour, die vom Guesthouse und einigen Reiseführen empfohlen wurde. Fahrräder kann man in der Unterkunft oder an einigen Ständen für 1.500 Kyat ausleihen. Die Straßen und Wege sind an einigen Stellen etwas holprig, aber im Großen und Ganzen gut befahrbar. Unser Ziel war der Ort Khaung Daing im Nordwesten des Sees. Bevor wir zur eigentlichen Fahrradroute aufbrachen, besuchten wir das nicht ganz 1 km entfernte Shwe Yaunghwe Kyaung Kloster. Ein altes, aus Teakholz bestehendes Gebäude, mit bunten ovalen Fenstern. Daneben befindet sich ein weißes Gebäude, in den viele kleine Buddhapuppen ausgestellt sind. Menschen von überall auf der Welt, spendeten die Puppen dem Kloster.

Zurück in Nyaung Shwe beginnt die Fahrradroute an der Teik-Nan-Brücke, die über einem kleinen Flussabzweig des Inle Lake führt. Man kann sich auch leicht an all den Fahrradtouristen orientieren, die das gleiche Ziel verfolgen oder man bleibt einfach auf der großen Hauptstraße. Im Guesthouse haben wir sogar eine Karte mit einer Beschreibung der Route erhalten und fast jeder Einwohner konnte uns weiterhelfen. Nach der Brücke, führt der Weg eine ganze Weile entlang einer von hohen Bäumen gesäumten Straße, kleinen Dörfern mit Stelzenhäusern, Reisfeldern und kleinen schwimmenden Gärten.

Lass dir Zeit für den Weg, denn wie schon ein Sprichwort besagt: “Der Weg ist das Ziel”. Und das trifft nirgendwo besser zu als hier. Du kannst hier in die einzigartige Kultur der Inthas eintauchen und deren einfache Lebensweise kennenlernen. Eine großartige Erfahrung für uns, all die fleißigen und freundlichen Menschen zu sehen und ein Stück weit kennenzulernen.

An der ersten großen Kreuzung auf der Sealed Road, hält man sich links und folgt der Straße durch die Ortschaften. An einer Straßenbiegung auf der rechten Seite, befindet sich ein kleines Gebäude, das wie eine Bushaltestelle aussieht. Treppen führen einen Hügel hinauf zu einer Pagode, von der man einen ersten Ausblick auf den Inle Lake erhält. Doch wo ist der See, haben wir uns gefragt. Er sollte doch eine Länge von ca. 22 km haben? Der See ist überall. Der See ist bedeckt mit Seerosen und schwimmenden Gärten, sodass man meint, dass man nur Land sieht. Jedoch konnten wir uns bei unserer Tagestour auf dem Inle See überzeugen, dass all das, was ihr hier seht und für Felder bzw. Gras haltet, eigentlich See ist und man mit dem Boot einfach darüber fährt. Als Beweis haben wir dir mal ein Bild von unserer Bootsfahrt auf dem See mit hochgeladen. Da kann man erkennen, dass sich unter dem saftigen grün der Seerosen der Inle Lake befindet.




Fährt man die Straße wenige hundert Meter weiter, gelangst du zu den Hot Springs am Eingang von Khaung Daing. Leider stellten diese sich als Spa heraus und nicht als natürliche Quellen. Für $5 bis $8 kann man sich hier entspannen. In heißen Quellen bei 30 Grad Außentemperatur zu baden, war für uns nicht so ansprechend und wir setzten unseren Weg fort. Bis zum eigentlichen Khaung Daing Dorf wird die Straße von vielen Pagoden, die man sich auch ansehen sollte. Khaung Daing ist ein kleines echt burmesisches Dorf, welches für seine Tofu-Herstellung aus gelben Soyaerbsen bekannt ist. Hier kannst du auch an einer Verkostung verschieden zubereiteten Tofus teilzunehmen.

Fährt man durch das Dorf, gelangt man auf der linken Seite zu einem großen Torbogen, der zum Hotel Hupin gehört. Die Hotelanlage ist sehr gepflegt und bietet Bungalows auf dem Inle Lake zum Wohnen an. Am Ende der Hotelanlage gelangt man zu einer Treppe, die zu einer Pagode führt.

Auf diesem Hügel, direkt am See findet man wieder ein schönes Fotomotiv mit Aussicht auf den Inle Lake. Wer die Mühe nicht scheuen will, kann die Treppe zum See herunterlaufen und von nahen ein paar schwimmende Gärten bestaunen.

Es besteht die Möglichkeit, die Fahrräder auf ein Kanu zu laden und den See zu überqueren, um auf der anderen Seite zurückzufahren. 16.000 Kyat waren uns etwas zu teuer dafür. Die andere Seite des Sees, haben wir zudem am Folgetag mit dem Kanu erkundet.




Wir fuhren den gekommenen Weg wieder zurück und durchquerten Nyaung Shwe. Hält man sich dann auf der Abzweigenden Hauptstraße rechts, gelangt man zur Red Mountain Wine Yard. Hier kannst du bei einem Glas Wein und einem guten Abendessen den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Inle Lake genießen.

Fazit Fahrrad-Tour am Inle Lake

Die Fahrradtour hat uns riesen Spaß gemacht und ist perfekt um einen ersten Einblick in die einzigartige Lebensweise der Menschen die hier am See leben zu gewinnen. Aber um den See wirklich kennenzulernen, empfehlen wir dir noch eine der zahlreich angebotenen Touren auf dem See zu machen. Nur bei solch einer Tour hast du die Möglichkeit die Dörfer direkt auf dem See zu besuchen und noch mehr über die Menschen am Inle Lake zu lernen. Wenn du mehr über unsere Tour erfahren willst, dann lies einfach unseren nächsten Beitrag über die Tagestour am Imle Lake.

Author

Write A Comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen