„Die Straße von Malakka“ – aus Filmen, dem Geschichtsunterricht oder Büchern hat diese Bezeichnung jeder schon einmal gehört. Zwischen der malaiischen Halbinsel und Sumatra gelegen, war und ist sie immer noch eine wichtige Durchfahrtsstraße für Handelsschiffe, die von Indien nach China fahren. Noch heute durchqueren die Meeresstraße bis zu 2.000 Containerschiffe täglich. Namensgebend war die kleine Hafenstadt Malakka, die 130 km südlich von Kuala Lumpur auf der westlichen Halbinsel Malaysias liegt. Man denkt an einen großen Hafen, über dem Möwen fliegen, das Meer rauscht, große alte Holzschiffe und Händler die Gewürze und Antiquitäten verkaufen. So muss es früher einmal gewesen sein, jedoch ist Malakka heute eine kleine verträumte Stadt mit vielen historischen Häusern aus vergangenen Tagen.

Wir haben Malakka in einem Tagesausflug von Kuala Lumpur, besucht. Bei einer Touristeninformation an der Central Busstation haben wir eine Stadtkarte erhalten, die alle wichtigen Sehenswürdigkeiten enthält. Nachfolgend wollen wir dich auf unserer Route durch die historische Stadt Malakka mitnehmen und dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kurz vorstellen. Für unseren eigens zusammengestellten Stadtspaziergang haben wir um die 6 Stunden gebraucht inklusive Essens-, Kaffeepausen und Zeit zum Relaxen.

Tipp: Falls ihr mit dem Bus in Malakka ankommt, geht am Busbahnhof zur Touristeninformation und lasst euch eine Stadtkarte geben, auf dieser sind alle Sehenswürdigkeiten markiert.




Die Sehenswürdigkeiten von Malakka

Das Stadtbild Malakkas

Hindustan, Islamisten, Chinesen, Portugiesen, Niederländer, Briten und schließlich die Malaien errichteten in der Stadt Gebäude im Stil ihrer Heimatländer und formten damit ein bunt gemischtes, vielfältiges Stadtbild. 2008 wurde Malakka zusammen mit der malaysischen Stadt Georgetown zur UNESCO Welterbestätte ernannt. Seitdem wimmeln die Straßen der kleinen historischen Stadt von Touristen, aber westliche Reisende sieht man hier allerdings kaum. Die Besucher kommen vor allem an den Wochenenden aus Korea, China und Singapur für einen Kurztrip in die Stadt.

Neben den unterschiedlichen Baustilen der Gebäude wird das Stadtbild von dem Malakka River in zwei Hälften geteilt. Auf der westlichen Seite befindet sich das weitläufige Chinatown und einige Moscheen. Auf der Östlichen Seite des Flusses werden euch hingegen viele historische europäische Bauten und Museen begegnen.

Genauso vielfältig, wie das Stadtbild, ist auch die Schreibweise der Stadt selbst. In jeder Quelle über die Malakka findet man eine andere Art den Namen zu schreiben. In Deutsch schreibt man Malakka, in Englisch Malacca, aber in der malaysischen Sprache Melaka. Wir haben uns letztlich für die deutsche Schreibweise entschieden. Dennoch werdet ihr in Malakka weitere Schreibweisen, wie Melakka oder Melakha kennen lernen und auf bedruckten T-Shirts und Hüten lesen.

Roter Platz, Christ Church und Glockenturm

Unser kleiner Stadtspaziergang beginnt am Roten Platz, den ihr mit dem Bus 17 nicht verfehlen könnt, denn wie der Name schon sagt, ist alles in Rottönen gehalten. Die niederländischen Gebäude sind mit eine der ältesten in Ostmalaysia von 1641. Zur rechten Seite der Kirche und vor dem Glockenturm befindet sich der mit Flaggen versehene Gouverneurssitz. Wenn auch die rote Farbe schon etwas wirkt, wie aus Disneyland entsprungen, tragen die vielen Hello Kitty und Pokémon Trishaws noch mehr dazu bei. Die Kinder freuen sich jedenfalls darüber.

Chinatown

Wenn ihr die kleine Brücke über dem Fluss überquert gelangt ihr nach Chinatown –  der interessanteste Bezirk der kleinen Stadt Malakka. Alte chinesische Häuser mit kleinen Tempeln verzieren die schmalen Straßen. Alles wirkt sehr niedlich und wie aus einem anderen Zeitalter.

Jonker Street

Die wohl populärste Straße in Malakka, ist die Jonker Street. Diese erreicht ihr sobald ihr die Brücke überquert habt. Am Vormittag sah es hier noch recht leer aus. Nicht alle Läden hatten geöffnet und es herrschte kaum Verkehr. Nach einem leckeren Curry Ramen Frühstück im „Geografico“ haben wir die kleinen Shops an der Jonker Street bestaunt. Überall wehten köstliche süße Düfte, von allen möglichen Leckereien. Besonders die Ananaskuchen sind hier sehr beliebt und die unterschiedlichen Kaffeesorten solltet ihr auch probiert haben. Last euch aber noch genügend Appetit für den Nachtmarkt übrig, der hier Freitag, Samstag und Sonntag ab 18 Uhr stattfindet und sogar auf einer Showbühne ein lustiges Programm bietet. Dazu aber später mehr.

In einer Nebenstraße von der Jonker Street wird euch noch ein kleiner Park mit ein paar muskulösen Staturen begegnen, das ist der Jonker Walk Heritage Park. In der Seitenstraße davor (Jalan Hang Lekiu) findet ihr die Kampung Kling Moschee. Biegt ihr dann an der Kreuzung bei der Moschee nach links in die Jalan Tukang Besi Xiang lauft ihr geradewegs auf den Lin Si Tempel zu.

Kurz vor dem Lin Si Tempel findet ihr einen sehr schönen chinesischen Tempel, den ihr euch unbedingt ansehen solltet. Der Cheng Hoon Teng Tempel (No. 25 Jalan Tokong) ist dem Taoismus, Buddhismus und Konfuzianismus gewidmet und gilt als ältester Tempel in Malaysia. Das Holz für den Tempelbau wurde direkt aus China importiert. Besonders hat uns das Eingangstor und die bunten Verzierungen gefallen.

Chinatown Umgebung und das nördliche Malakka

Am nördlichen Ende der der Straße befindet sich das eigentliche Tor zur Jonker Street. Verlasst ihr zur rechten Seite die Straße und biegt auf die Jalan Kubu ab, müsst ihr noch einmal in eine rechte Seitengasse abbiegen, damit ihr zur Kampung Hulu Moschee gelangt. Diese ähnelt eher einem Hafengebäude, aber ist interessant anzusehen und die älteste genutzte Moschee Malaysias.

Zurück auf der Jalan Kubu lauft ihr bis zum Fluss über eine Brücke. Von dort werdet ihr das große Riesenrad schon sehen können. Die Parkanlage ist fantasievoll gestaltet. Hier herrscht zudem eine unglaubliche Ruhe vor und es finden sich außergewöhnliche Fotomotive. Es lohnt sich einmal kurz über die Brücke zu laufen, um sich das Riesenrat anzusehen, aber auch vor der Brücke findet ihr interessante Hausbemalungen, mit lebhaften bunten Bildern.

An der bemalten Häuserfront vorbei, werdet ihr einen Holzweg entlang des Wassers finden. Diese folgt ihr bis zur Jalan Bunga Raya. Ihr werdet an einen eingezäunten Platz vorbeikommen, auf dem die Ruinen einer alten portugiesischen Kapelle namens Rossary Chapel zu finden sind. Auf der linken Seite steht die Villa Sentosa, die wie eine kleine Insel für sich, vor den riesigen Hotelkomplexen wirkt. Die Villa ist ein traditionelles Kampung House und eigentlich kein Museum, aber kann trotzdem besichtigt werden. Im Inneren werdet ihr alte Objekte, wie Tonkrüge, aus der Ming Dynastie vorfinden.




St. Peter`s Kirche

Haltet ihr euch rechts, vorbei am Hospital, werdet ihr sofort die St. Peter´s Kirche entdecken. Sie erstrahlt weiß inmitten einer kleinen, palmengesäumten Parklandschaft. Jedes Mal, wenn wir eine katholische Kirche erblicken, wirken diese doch sehr unwirklich und fremd in Asien. Auch hier lohnt sich ein Blick in neu renovierte Gebäude, das für jedermann offensteht.

Bukit China – der größte chinesische Friedhof außerhalb Chinas

In Malakka befindet sich der größte Friedhof der Chinesen, außerhalb Chinas. Das machte uns neugierig. Wir erwarteten eine riesige Wiese mit vielen Gräbern. Doch erstmal führte uns unser Weg auf der Jalan Munshi Abdullah, durch ein kleines Dorf. Hier konnte man alte traditionelle, noch bewohnte Häuser der Moslem sehen und die kleinen Friedhöfe daneben.

Auf den großen chinesischen Friedhof solltet ihr euch am Eingang die Karte abfotografieren, damit ihr die Gräber von bekannten Persönlichkeiten findet, die uns allerdings überhaupt nichts sagten. Eine rote Treppe führte uns auf den höchsten Punkt des Friedhofes. Von hier besitzt man eine gute Aussicht auf die Umgebung und die Gräber. Leider waren diese so alt, das man kaum noch welche erkennen konnte. Die neusten bzw. bedeutendsten waren allerdings noch gut erhalten.

Tagestour Malakka Malaysia

Sam Poh Kong Tempel

Etwas weiter die Straße bergab stoßt ihr dann auf den zum Friedhof gehörigen Tempel, den Sam Poh Kong Tempel. Dieser wirkt überraschend sehr alt und passt sonst gar nicht zu den prachtvollen reich verzierten Tempel der Chinesen. In dem offenen Raum daneben, findet ihr einen alten Brunnen vor. Dieser war früher eine sehr wichtige Wasserquelle der Stadt. Der letzte König Malakkas lies diesen errichten, damit die Königin sich hier Baden konnte. Außerhalb des Tempels steht noch ein Denkmal, das an die Verstorbenen erinnert.

Little India

Westlich des Tempels, führt euch die Jalan Temenggong, nach dem Sterling Hotel, nach Little India. Wenn ihr nicht gerade gern indisch Esst, könnt ihr dieses Stadtgebiet getrost weglassen. Außer den typisch indischen Currydüften erinnern hier nur indische Kleiderläden an Indien.

St. Francis Xavier Kirche

Folgt ihr der Jalan Temenggong und biegt nach wenigen Metern auf die Jalan Laksamana ab, findet ihr zu eurer linken Seite die St. Francis Xavier Kirche vor. Die 1856 erbaute, portugiesische Kirche zeichnet sich durch ihren neo-gotischen Baustil aus. Nach der Kirche folgt ihr der Straße mit den Roten Häusern, die euch erneut zum Roten Platz führen.

St. Paul´s Kirche

Am Roten Platz angelangt, seht ihr beim Gouverneursgebäude Treppen nach oben führen. Folgt dem Weg bis zum Gouverneursmuseum und lauft auf dem Hügel an der Seite des Gebäudes vorbei. Ihr gelangt direkt zur St. Paul´s Kirche. Die portugiesische Kirche ist als Ruine mit ihren Seitenwänden noch Original aus dem Jahr 1521 erhalten und steht auf dem St. Paul Berg. Von hier besitzt ihr eine umwerfende Aussicht bis zum Meer. In der Kirche selbst findet ihr riesige Grabplatten an die Wände gelehnt. Der Innenraum wirkt sehr mysteriös, fast schon gespenstig, vielleicht auch spirituell. Der Leichnam des heiliggesprochenen Missionar Franz Xaver wurde hier neun Monate im Jahr 1553, aufbewahrt. Noch heute kann man in der Kirche seinen offenen Sarg begutachten. Später wurde er dann nach Goa, Indien verschifft, wo er seine letzte Ruhe fand.




Festung A Famosa

Geht um die Kirche herum und nehmt die hinteren Treppenstufen. Von hier gelangt ihr zur populärsten Sehenswürdigkeit in Malakka, dem Kota A Famosa. Im 16 Jahrhundert stand hier eine alte portugiesische Festung, die 1806 von den Briten fast völlig zerstört wurde. Heute ist von A Famosa nur noch ein Tor zu sehen, welches von zwei Kanonen flankiert wird.

Von hier aus, könnt ihr über den vor der Festung liegenden Plätz schlendern und euch das Independence-Memorial ansehen sowie eine Art kleinen Freizeitpark für Kinder, mit einem riesigen Holzschiff. Weiter geradeaus stoßt ihr dann auf der linken Seite auf die Heritage Gallery, wo ihr Souvenirs und alles andere erhalten könnt. Über der Gallery findet ihr einen weitläufigen Platz vor, von dem aus ihr zu der Malakka Megamall laufen könnt.

Museumsstraße

Lauft ihr nun zurück zur Festung A Famosa und weiter in Richtung des Roten Platzes, führt eine Straße an vielen verschiedenen Museen vorbei. Zu den Musseen gehören beispielsweise das Malay und Islam Wolrd Museum, das Stamp Museum und das Umno Museum. Zu eurer linken befindet sich dann noch ein kleiner Park, mit einem alten Zug und einem Flugzeug, auch wieder sehr schön für Kinder hergerichtet.

Vorbei an den alten Überbleibseln der Middesburg, die den früheren Hafen bildeten, lauft ihr weiter entlang der Uferpromenade oder macht kurz an der alten Hafenmauen Pause. Man kann auf die Überreste der alten Burg laufen und sich die dort noch gut erhaltenen Kanonen ansehen und die Aussicht auf den .

Ihr gelangt nun zum Malakka River Cruise. Habt ihr noch Zeit bietet sich hier eine kleine einstündige Rundfahrt auf dem Fluss an. Die Preise variieren je Anbieter und Wochentag zwischen 7 und 16 MYR. Haltet euch links und ihr werdet hinter der nächsten Kurve auf ein gigantisches, altes Holzschiff stoßen. Dieses Schiff ist ein Nachbau der Flor de la Mar, einem portugiesischem Schiff, dass bei der Eroberung Malakkas durch die Portugiesen im 15. Jahrhundert dabei war. Die Flor de la Mar ist dann im 16. Jahrundert vor der Küste von Sumatra gesunken. Das Schiff ist Teil des Maritime Museum. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet ihr das Navy Museum, indem Kriegsschiffe und Waffen ausgestellt werden.

Falls ihr Malakka noch einmal von oben sehen wollt, dann könnt ihr dies mit dem hohen, weißen Tower tun. Dabei werdet ihr in einer sich drehenden kreisförmigen Plattform entlang der Säule nach oben gebracht. Auf der gegenüberliegenden Seite findet ihr noch die Mahkota Parade, eine Art Markthalle in der man wieder alles Mögliche erhält. Habt ihr noch Zeit, dann könnt ihr euch einen Weg bis zum Meer durch die Pahlawan Markthalle bahnen. Wir hingegen waren schon etwas spät und sind zurück zur Jonker Street gelaufen.

Jonker Street Night Market

Ein Markt der jeden Freitag, Samstag und Sonntag ab 18 Uhr stattfindet und den ihr nicht verpassen solltet. Wenn ihr den Bus gegen 20.30 Uhr nehmt, habt ihr nicht viel Zeit, aber für super leckeres Street Food und etwas Shopping reicht es allemal. Die Stände bieten so viele unterschiedliche Dinge an: von Spielzeug, über Sushi, Kokosnusseis, Kleidung bis hin zu Würstchen und Uhren. In einer Seitenstraße findet ihr zudem einen großen Foodcourt wieder, bei dem es allerlei malaysische Speisen von Nasi Lemak bis Seafood gibt. Vegetarier können auch nach einer vegetarischen Variante fragen, das scheint in Malakka ganz normal zu sein. Mit dem Grab Taxi sind wir dann nach einer viertel Stunde Fahrt 20 Uhr am Busbahnhof Malakka Sentral angelangt und in dem Bus überfiel uns dann die Müdigkeit des anstrengenden, aber schönen Tages in Malakka – einer kleinen süßen malaysischen Bilderbuchstadt.

Anreise nach Malakka

Malakka ist nicht sehr groß und gut in einer Tagestour durchführbar. Von der TBS Busstation in Kuala Lumpur fährt mit stündlich ab 7 Uhr morgens ein Bus nach Malakka. Die Preise variieren je Anbieter, liegen aber ca. bei 20 MYR. Fahrtzeiten und -preise könnt ihr hier online checken und buchen. Wir würden euch raten morgens so gegen 8:30 Uhr loszufahren. Die Fahrt hat nur zwei Stunden gedauert. Haltepunkt ist die Zentrale Busstation in Malakka, von der aus man alle 15 Minuten mit Bus 17, ins Zentrum der Stadt gelangt. Dieser kostet nochmal 2 MYR. Das Rückfahrticket nach Kuala Lumpur haben wir gleich am Schalter der Busstation bei Ankunft in Malakka gekauft. Der Anbieter Transnasional Express stellt den letzten Bus für 20.30 Uhr bereit, dieser ist allerdings geringfügig teurer. Alles hat problemlos funktioniert und die Busse in Malaysia sind wirklich mehr als komfortabel.




Fazit zu Malakka

Ein Tag in Malakka reicht vollkommen aus, wenn ihr in Kauf nehmt, dass dieser mit einem langen Fußmarsch verbunden ist. Nutzt ihr unseren Stadtspaziergang, dann wird euch in der Stadt nichts entgehen. Wir fanden Malakka sehr niedlich. Die kleinen alten Häuschen wirkten sehr authentisch und man konnte sich das alte Malakka von früher gut verstellen. Wenn die Stadt auch hier und da dem Kitsch verfällt, ist die UNESCO Welterbestätte trotzdem einen Besuch wert. Ein Musst See unserer Reise ist es nicht unbedingt, aber wir würden jedem empfehlen, wenn die Möglichkeit gegeben ist, sich Malakka anzuschauen.

Author

Write A Comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen