Malaysia ist bekannt für das vorbildliche Zusammenleben verschiedener ethnischer Kulturen. Deutlich kann man dieses Miteinander in Georgetown auf der Insel Penang wahrnehmen. Chinesisch-buddhistische und hinduistische Tempel, Moscheen, christliche Kirchen und Kolonialgebäude prägen das Stadtbild des 2008 zur UNESCO Weltkulturerbestätte erklärten Georgetown. Wer in Südost-Asien noch die alten Traditionen und Düfte des Fernen Osten sucht, wird in den größten Metropolen enttäuscht – in Georgetown jedoch fündig. Die Düfte in den Straßen verraten dem Besucher in welchem Stadtviertel er sich befindet. Alte traditionelle Bauten erstrecken sich entlang der kleinen Straßen und vermitteln dem Reisenden, das alte Asien gefunden zu haben. Wir haben 3 Tage in Georgetown auf der Insel Penang verbracht und möchten euch in unserem Beitrag die Sehenswürdigkeiten vorstellen.




1786 wurde die Insel Penang von einer Ostindisch-britischen Kompanie besiedelt, die an der Straße von Malaka ihren Handel betrieben. Georgetown wurde nach dem damaligen britischen Monarchen Georg III. benannt. Die Bewohner der Stadt nennen ihre Inselhauptstadt hingegen „Penang“, wie die eigentliche Insel selbst. Später siedelten sich zu den Briten und Indern auch Chinesen, Thailänder und Malaien vom Festland. Das bunte Kulturgemisch prägt die Stadt hinsichtlich ihrer alten und neuen Kolonialgebäude, Götterhäuser, Märkten, Gebräuchen und Festen in einer außergewöhnlichen Abwechslung.

Sehenswürdigkeiten von Georgetown

Die Altstadt von Georgetown

Das historische Altstadtviertel von Georgetown mit ihren historischen Straßen und Gebäuden erstreckt sich von der Jalan Dr. Lim Chwee Leong bist zur Lebuh Chulia. Dazwischen findet man die schönsten kleinen, hauptsächlich chinesischen Häuser. Reichlich verziert und mit Lampions geschmückt, schlängeln sich die süßen Straßen bis zum alten Hafen hinab. Niedliche Geschäfte mit Souvenirs, Karten und leckeren Süßigkeiten verbergen sich in dem Untergeschoss der Gebäude und warten auf Besucher. Schlendert ihr durch Georgetown werdet ihr an jeder Ecke etwas neues Interessantes entdecken. Sei es ein Wandgemälde, ein kleiner süßer Laden mit außergewöhnlichen Dingen oder köstliche ausgefallene Speisen.

Religiöse Gebäude in der Altstadt

Zwischen den engen Straßen und kleinen Häusern der Altstadt fällt hin und wieder ein chinesischer Tempel oder eine Moschee ins Auge. Die ethnische Vielfallt der Stadt wird dir auch hier in häufigen Ausführungen von Gebäuden und Kulturstätten begegnen. Nehm dir die Zeit um die bunt verzierten, buddhistisch-chinesischen Tempel zu erkunden. Trau dich ebenfalls einen Blick in die großen Moscheen zu werfen. Die Moslime in Georgetown sind Frauen gegenüber auch offener als im Rest des Landes.

Der wohl schönste Tempel von Georgetown ist der Khoo Kongsi Tempel im Herzen der Stadt. Ihr findet diesen auf der Lebuh Cannon Straße. Zwischen den ganzen Geschäften verläuft eine kleine Straße mit alten Hofgebäuden. Lauft diese entlang schon werdet ihr hinter der Mauer den Tempel erblicken. Khoo Kongsi wurde 1906 erbaut und ist Privateigentum des gleichnamigen Klans. Es werden 10 MYR Eintritt erhoben. Viele Ornamente und Verzierungen sowie kleine fantasievolle Statuen heben den Tempel von den anderen in der Umgebung ab.

Die Street-Art in der Altstadt

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Georgetown verteilt sich auf die ganze Stadt: Die Street Art. Immer wieder werden euch Bilder mit den unterschiedlichsten Motiven begegnen. Lasst euch an der Touristeninformation oder am Red Inn Court Hostel eine Stadtkarte geben, auf der die wichtigsten Street Art Bilder eingezeichnet sind. Wie bei einer Schnitzeljagd könnt ihr euch dann auf die Suche nach den einzelnen Wandgemälden begeben. Einige sind nicht leicht zu finden, deshalb plant dazu mindestens einen halben Tag Zeit ein. Wir haben für euch versucht eine Ordnung in die ganzen Wandmalereien zu bringen und diese nach Themen eingeteilt.

Street Art – 3D

3D Street-Art ist für uns ein Bild, welches noch ein echtes Element, wie z.B. einen richtigen Stuhl, mit in das Bild einfließen lässt. Diese Wandmalereien sind wohl die bekanntesten in Georgetown. Die Motivwahl fiel vor allem auf die Zeichnung von Kindern beim Spielen. So wurde eine Schaukel, ein Motorrad, ein Fahrrad oder auch ein Ball mit in die Street Art einbezogen und die Bilder somit zum Leben erweckt. Bei einigen kannst du dich auch selbst mit ins Bild einfügen, indem du dich einfach dazustellst oder setzt.

Street Art – Comic/Manga

Die neusten Street-Art Motive sind wahrscheinlich durch Mangas inspiriert wurden. Teilweise greifen sie kritische Themen wie Rauchen auf, aber auch der heilige chinesische Glücksdrache wird gern als Motiv für Häuserwände gewählt. Comic bzw. Manga Bilder sind die neuste Street Art Kunst und löst sich von der Darstellung der Szenen aus dem normalen Leben.

Street Art – Wandmalerei

In die Kategorie Street-Art – Wandmalerei haben wir die Bilder ohne weitere augenscheinliche Besonderheiten aufgenommen, die uns aber dennoch sehr gut gefallen haben. Uns sind zudem die vielen Katzenmotive in der Stadt aufgefallen. Euch werden die unzähligen Katzen-Souvenir-Läden mit Sicherheit auch begegnen. Das Maskottchen von Georgetown ist nämlich die Heritage Cat – ein Hinweis auf das UNESCO Welterbe der Stadt. Wie ihr an dem Bild des Karatemeisters sehen könnt, sind einige Bilder leider bereits zerfallen. Einige Motive sind auch nicht mehr auffindbar, weil die Häuser modernisiert oder der Putz abgebrochen ist.




Sonstige Street Art

Das in Georgetown auch viele Künstler leben, wird euch spätestens bei der „lebendigen“ Kunst in den Straßen bewusst. In dem Gebäude an dem die Street Art mit dem auf dem Stuhl stehenden Jungen zu finden ist, werdet ihr auch viele Regenschirme aufgespannt finden. Oder auch an den Katzenläden existiert z.B. ein ehemaliges Fahrrad, das nun die Form einer Katze angenommen hat. Aber auch kurze Comics als schwarze Standbilder sind überall zu finden.

Street of Harmony – Die Straße der Harmonie

Nicht nur die kleinen niedlichen Gebäude lassen die Stadt zu etwas Besonderem werden, sondern auch das vorbildliche Zusammenleben verschiedener ethnischer Kulturen. Die Straße Jalan Masjid Kapitan Keling trägt daher auch den Spitznamen “Street of Hamony” – die Straße der Harmonie. Der außerordentlich schöne Name entstand durch das friedliche Zusammenleben von vier unterschiedlichen Gotteshäusern auf engstem Raum.  Den malaiischen Namen der Straße erhielt sie von der großen schönen Moschee Kapitan Keling Mosque. Wie ein kleiner Palast, wirkt diese mit ihrer silbernen und goldenen Kuppel sehr imposant.

Nur wenige Meter weiter entlang der Straße werdet ihr den hinduistischen Sri Maha Mariamman Tempel entdecken können. 1883 erbaut, ist er der älteste hinduistische Tempel in Georgetown. Schaut ihn euch von beiden Straßenseiten an, um die ganzen Figuren bewundern zu können. In dem Bereich dahinter findet ihr auch das kleine bunte Stadtgebiet Little India.

Für die chinesischen Siedler sehr bedeutend, ist der buddhistisch-taoistische Goddness of Mercy Tempel, wiederum nur wenige Meter vom indischen Tempel entfernt. Im Jahr 1800 fertiggestellt ist er der älteste Tempel der Chinesen in der Stadt. Viele Feste werden hier zelebriert und täglich kommen die chinesischen Bewohner hier her, um für Glück und Wohlstand zu beten. Früher galt er als Anbetungsort für eine gute und sichere Reise über das Meer.

Hinduistisch, Islamistisch, Chinesisch – jetzt fehlt nur noch eine christliche Kirche. Die St. George Kirche befindet sich am Ende der Street of Harmony und leuchtet in einem hellem Weiß. Auf dem ersten Blick wirkt sie eher wie eine Art Parlamentsgebäude. Das Alter von nunmehr 200 Jahren sieht man ihr in keinster Weise an. In den Abendstunden wird sie sehr schön beleuchtet und ist nochmal einen Abstecher wert.

Natürlich sind das nicht die einzigen Tempel der Stadt. Folgend findet ihr eine kleine Auswahl von weiteren religiösen Stätten. Darunter der Teo Chew Association Tempel, Church of Assumption und eine kleine grün-weiße Moschee mitten im Zentrum die Nagore Dargha Sheriff Moschee.

Das Pier Clan Jetties

Ganz besonders schön und empfehlenswert sind die kleinen Holzpromenaden entlang des Ufers. Am  Eingang findest du einen kleinen Tempel, dahinter säumen alte chinesische Holzhäuser das Bretterpeer. Dieser Bezirk ist das zu Hause von vielen traditionellen Händlern, Fischern und Verkäufern. Mittlerweile werden auch viele Souvenirs angeboten und außergewöhnliche Süßware aus China. In den Häusern leben die Anwohner immer noch. Probiert auf jeden Fall unterschiedliche Peers aus, um einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen dort zu erlangen und die Ausblicke auf das Meer mit Fischerbooten zu bestaunen.

Queen Victoria Memorial Clocktower und Fort Cornwallis

Beide Sehenswürdigkeiten liegen direkt nebeneinander. Der Queen Victoria Memorial Clock Tower wurde 1897 zu Ehren von Queen Victoria von einem lokalen Millionär gestiftet. Er ist 60 Fuß hoch wobei jeder Fuß ein Jahr der Regentschaft von Queen Victoria repräsentiert. Das Fort Cornwallis wurde vom ersten Gouverneur Kapitän Francis Light von Penang erbaut und gilt deshalb als ein Symbol der Insel. Wir haben uns das Fort aufgrund der Höhe des Eintrittspreises (20 MYR) nicht angeschaut. Die Führungen sind zwar im Eintrittspreis enthalten, aber dennoch gibt es darin nicht viel zu entdecken. Daher empfanden wir den Eintrittspreis für ungerechtfertigt hoch. Wenn ihr euch für die Geschichte der Stadt interessiert, dann ist dies ein Ort um mehr zu erfahren. Ansonsten macht es wie wir und lauft einmal außen herum.

Tipp: Am Nachmittag gibt das Meer auf Höhe des Fort Cornwallis ein kleines Stück Strand frei, perfekt für eine kurze Abkühlung. Auf dem Rundgang könnt ihr noch einen Cenothaph (Scheingrab als Kriegsdenkmal) sowie die City- und die Town Hall betrachten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Georgetown

Etwa 600 Meter nördlich der Love Lane befindet die 1867 fertiggestellte Kirche St. Francis Xavier und ein schöner, alter protestantischer Friedhof, der als Heritage Site eingetragen ist. Unweit davon befindet sich die Cheong Fatt Tze Mansion, die vom Händler Cheong Fatt Tze nach den strengen Prinzipien des Feng Shui erbaut wurde. Sie diente sowohl als sein Büro als auch als sein Heim und besitzt 38 Räume sowie 7 Höfe.




Kulinarisches Angebot in Georgetown

Des Öfteren haben wir vor unserer Reise von vielen Reisenden über das leckere Essen in Georgetown schwärmen hören.  Wir haben es natürlich probiert und es war wirklich gut. Leider sind wir immer noch durch die noch bessere vietnamesische Küche beeinflusst. Wer hingegen indisch und chinesisch sehr mag, der wird Georgetown lieben!

Street Food

Am Abend werden die Straßen lebendig. Essensstände findet ihr in der ganzen Stadt sogar nach Bezirken unterteilt. Wer indisch mag, der geht auf den indischen Nachtmarkt, wer chinesisch mag, der geht zum chinesischen Nachtmarkt. Ein buntes Gemisch findet man auf der Love Lane. Für besondere Ausnahmen, werden auch Fast Food Stände mit Bürgern, Pizza und Sushi angeboten. Also für jeden ist was dabei und jedem wir irgendwas bestimmt schmecken.

Das Street Food in Georgetown ist sehr preiswert und für Nudelliebhaber genau richtig. Beim Durchprobieren entschieden wir, dass Curry Mee (Curry Nudel Suppe) und die Frühlingsrollen das Beste waren. Nasi Lemak (Curry Reis) gab es auch in unterschiedlichen Ausführungen im Bananenblatt.

Restaurants und vegetarisches Angebot

Westliche Speisen wie Spaghetti, einen leckeren Salat und gutes gesundes Brot erhaltet ihr im Kim Haus Loft. Gleich um die Ecke dieses Hotels findet ihr das Tek San Restaurant. Dieses Restaurant ist immer voll, aber es geht recht schnell. Die zum größten Teil chinesischen Speisen sind wirklich sehr gut. Wir haben den gebackenen Tofu, Gemüse mit Knoblauch und das süßsauer Hähnchen probiert. Für Vegetarier gibt es im indischen Viertel sehr viel Auswahl aber auch auf dem Streetfood-Markt bei der Love Lane gibt es verschiedene vegetarische Optionen – sagt einfach dazu, dass ihr kein Fleisch und Fisch wünscht. Über Happy Cow könnt ihr ebenso viele Restaurants mit vegetarisch und veganen Angebot ausfindig machen.

Coffee on the Table – der 3D Kaffee

Einen ganz besonderen Kaffee könnt ihr bei Coffee on the Table genießen. Die Baristas sind richtige Künstler und zaubern aus eurem Kaffeeschaum niedliche Tierfiguren. Wenn ihr euch traut dennoch den Kaffee trinken zu können, wird dieser euch auch sehr gut schmecken. Wir hätten die Figuren stundenlang anschauen können und es tat weh diese außergewöhnliche Kunst zu zerstören.

Übernachten in Georgetown

In Georgetown solltet ihr euch eine Übernachtung in der Nähe der „Love Lane“ suchen. Das ist die Straße in der am meisten Trubel herrscht. Bitte achtet drauf, das ihr trotzdem genügend Entfernung einhaltet, um die lauten Bars nicht mehr zu hören. Wir haben bei unserem ersten Aufenthalt im Red Inn Court übernachtet. 18 Euro betrug die Walk-In-Rate für ein großes Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad. Alles war sehr sauber. Das Haus war im alten Still mit sehr viel Holz eingerichtet, aber hat uns sehr gut gefallen.

Eine noch bessere Unterkunft, gerade für diejenigen, die sich abends gern noch in Bars mit Livemusik aufhalten und es etwas moderner mögen ist das Designer-Hotel Kim Haus Loft. Dieses können wir euch nur wärmstens empfehlen, es ist wirklich schön. Die Zimmer sind zwar sehr klein, aber die Ausstattung außergewöhnlich. Wer Hochbetten mag wird in diesem Hotel fündig. Auch das im Preis von ca. 24 Euro die Nacht enthaltene Frühstück ist sehr gut.

Anreise

Nach Georgetown sind wir von den Perhentian Islands angereist. Mit dem Bus ging es über Nacht (ab 23 Uhr für 42 MYR) bis zum frühen Morgen 6 Uhr nach Butterworth. 7 Uhr lief dann für 1,20 MYR eine nahe gelegene Fähre nach Georgetown. Vom Hafen in Georgetown, könnt ihr mit der App “Grab” ein privates Taxi ordern (4 MYR zur Love Lane) oder einfach die 800 Meter bis zur Love Lane laufen.

Was du noch über Georgetown wissen solltest

  • Ein freier Shuttelbus zu den Hauptattraktionen wird von der Stadt angeboten, die im Zentrum liegenden Attraktionen sind aber auch Fußläufig alle erreichbar.
  • Von Georgetown gelangt ihr in einer 4 stündige Schifffahrt auch ganz einfach nach Langkawi (Preis 70 MYR). Schaut euch dazu einfach unseren Beitrag zu Langkawi an.
  • Eine gute Übersichtskarte könnt ihr euch im Red Inn Court Hotel organisieren. Diese enthält die Standorte der Street-Art-Bilder sowie eine Übersicht über die besten Speisen in George Town. Im Gegensatz zu anderen Karten existieren noch alle angegebenen Street-Art-Bilder




Fazit zu Georgetown

Georgetown ist für uns ein absolutes Muss in Malaysia. Die Stadt hat uns sehr überrascht. Wir haben erwartet etwas wie Malaka vorzufinden, aber Georgetown ist sehr viel schöner. Die Inselumrundung ist nicht unbedingt ein Muss. Falls ihr dies doch tun wollt, dann nehmt euch ca. 4 Tage für gesamt Penang und mindestens zwei volle Tage für Georgetown. Also dann – ab in die Stadt der ethnischen Harmonie, der einmaligen Street-Art und des sehr guten Streetfoods!

Author

Write A Comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen