Tubing! Das ist das Erste an was partylustige Reisende bei dem Namen Vang Vieng denken. Dabei handelt es sich um einen großen Wasserreifen, auf dem sich die Leute flussabwärts treiben lassen und der Alkohol in Bars am Ufer kräftig nachgeschenkt wird. Vielleicht ist es aber nicht nur Tubing, sondern auch „Drogen“ was man mit Vang Vieng in Verbindung bringt. Für alle, die jetzt nicht weiter Lesen wollen, weil Party und Drogen nichts für sie sind: Vang Vieng hat sich geändert! Statt einer übertriebenen Feierwütigen Meute, kommen jetzt ganz normale Backpacker in die Stadt. Im Jahr 2012 wurden die sogenannten „Ravebars“ an den Ufern des Flusses, von der Regierung geschlossen und Drogen dürfen nicht mehr konsumiert und verkauft werden. Anlass gaben leider viele Tote, die durch Drogen- und Alkoholkonsum an Herzinfarkten, beim Ziplining oder Tubing ums Leben kamen. Davon kann nun aber keine Rede mehr sein. Vang Vieng ist eine kleine Stadt mit einer schönen Natur. Touristen kommen nun hierher, um Kayak zu fahren, an den Karstfelsen zu Klettern und sich die Höhlen der Umgebung anzusehen.




Die Stadt Vang Vieng

Vang Vieng war früher die Partystadt von Laos. Das chillige, relaxte Flair der 4.000 Islands sowie die entspannte Art und Café Kultur von Vientiane wird man hier leider vergeblich suchen. Zwar existieren auch viele Restaurants, Bäckereine und einige Caféshops (probiert den Kaffee im „Hally“ aus), aber trotzdem wirkt Vang Vieng wie in einer früheren Zeit stehen geblieben. Alte, längst aufgegebene Bauruinen ragen über der etwas heruntergekommenen Stadt empor. Auch das Flussufer wirkt wie aus einer längst vergessenen Zeit. Bretterbrücken, mit losen, wackeligen Holzlatten, führen über den Fluss. Aber selbst das Gefühl in einer stehengebliebenen Zeit zu leben, kann seinen Reiz haben. Entweder findet man die Stadt charmant oder nicht.

Neben den Restaurants und Bars kann man in Vang Vieng noch ein paar kleinere Tempel besichtigen. Der Wat That, der Wat Kang und der Wat Si Suman sind nicht besonders prunkvoll, aber wenn man einmal durch Vang Vieng schlendert, dann kann man sich diese ruhig einmal ansehen. Die drei Anlagen sind nicht nur Temple, sondern eigentlich Kloster, in denen Mönche leben. Alle drei wirken renoviert, tatsächlich stammen diese aber aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das war es dann auch schon mit den Sehenswürdigkeiten in Vang Vieng.

Erster Tagesausflug: Motorradtour zu den Höhlen und Lagunen

Die Stadt hat uns jetzt nicht so sehr begeistert, also haben wir uns in Vang Vieng ein Motorrad geliehen (mit einem Fahrrad kann die Strecke auch bewältigt werden) und sind die umliegenden Höhlen abgefahren. Dazu müssen wir euch leider mitteilen, dass es zwar sehr viele gibt, aber nur ein paar sehenswert sind. Die Besten wollen wir euch vorstellen. Manche Reiseführer empfehlen eine Karte der Umgebung im Maylyn Guesthouse zu kaufen. Ganz ehrlich: Die braucht ihr nicht! Eine handgezeichnete Karte eures Hotel oder des Motorradverleihs reicht aus bzw. könnt ihr auch wie immer die offlinekarten-App MapsMe verwenden. Alle Höhlen sind mit Schildern gekennzeichnet. Trotzdem startet unser Tagesausflug über dem Fluss, auf der Straße vor dem Maylyn Guesthouse. Zur besseren Orientierung sind die Strommasten mit Nummern gekennzeichnet. Sobald ihr die letzten Häuser Richtung Westen passiert habt, weist euch ein Schild, vor dem Strommast 5, auf die Tham Pha Daeng Höhle hin. Man muss das Ackerfeld überqueren und 10.000 Kip Eintritt zahlen. Die Höhle ist sehr klein und führt im Dunkeln ca. 500 Meter durch einen kleinen engen Gang, zu einer etwa 1qm großen „Lagune“. Wer den Kick benötigt sich allein in eine kleine dunkle klaustrophobische Höhle zu begeben, für den ist die Höhle lohnenswert, für andere ansonsten nicht. Bitte passt auf und lasst keine Wertsachen vor den Höhlen stehen. Wir hatten den Eindruck, dass die draußen sitzenden Laoten nur darauf warten, diese zu durchsuchen, sobald ihr in der Höhle seid!

Ca. 3 km nach dem Maylyn Guesthouse werdet ihr nach Strommast 42, auf der rechten Seite, ein großes Schild wahrnehmen, welches zu einer Schule verweist. Folgt dem etwas holprigen Weg und ihr gelangt zum Pha Ngeun. Der Pha Ngeun ist ein Aussichtspunkt auf einem der Karstfelsen. Auch hier müsst ihr 10.000 Kip Eintritt zahlen, diese sind aber lohnenswert, denn der Panoramablick ist fabelhaft. Für den extrem steilen Aufstieg haben wir ca. 40 Minuten gebraucht und 20 Minuten auf der Aussichtsplattform verbracht. Nehmt euch Wasser und feste Schuhe zum Aufstieg mit. Zwar ist der Weg mit Bambusgeländern gesichert, aber dennoch kann es auf den Steinen sehr rutschig werden.

Wieder auf der Straße fährt man zur Tham Phou Kham zunächst bis zur nächsten Kreuzung und biegt rechts ab. Einfach der Ausschilderung folgen und man gelangt zu einer kleinen blauen Lagune. Genau das Richtige zur Abkühlung nach dem anstrengenden Aufstieg auf den Berg. Wahrscheinlich werdet ihr dort nie alleine sein, aber anderen beim Reinspringen vom Baum oder vom Schwingseil zuzusehen, gibt teilweise genauso viel Spaß, wie dies selbst zu tun. Die Lagune ist eine willkommene Abwechslung und ein wunderbarer Zeitvertreib.

Für die 10.000 Kip Eintritt gibt es aber noch mehr zu sehen. Eine beeindruckende Höhle, die ihr durch einen kurzen Aufstieg zum Karstfelsen direkt neben der Lagune, erkunden könnt. Taschenlampe nicht vergessen, denn neben der Buddha-Figur in der Haupthalle der Höhle, existieren kleine verwinkelte Gänge, die euch in andere Bereiche der Höhle führen. Die Höhle ist größer als ihr denkt! Leider lassen sich die Eindrücke in der Höhle schlecht auf Bildern festhalten, dazu ist es einfach zu dunkel in den Höhlen. Trotzdem versuchen wir euch mal durch unsere Schnappschüsse beim Eingang der Höhle einen kleinen Einblick zu geben.

Entweder fahrt ihr anschließend weiter Richtung Norden, schaut euch noch ein paar Höhlen an und schließt die Runde über ein paar Mautpflichtige Straßen ab, oder fahrt zurück zu Vang Vieng auf dem bekannten Weg. Wie auch immer ihr euch entscheidet, eine letzte Höhle in der Stadt solltet ihr euch nicht entgehen lassen, diese hat allerdings nur bis 16.30 Uhr geöffnet! Fährt man in Vang Vieng Richtung Süden, gelangt man an einen „Coconut Tree“, ein normaler Baum, über dem eine zweiköpfige Kokosnusspalme hervorragt. Man biegt zur rechten Seite in die Straße ein und gelangt zu einem Bungalowresort. Für die dahinterliegende Holzbrücke müsst ihr wieder 2.000 Kip Brückenmaut bezahlen. Durch einen Park gelangt ihr dann zur Tham Chang Höhle und der davor befindlichen Lagune, die ihr nicht verpassen solltet. Eine Treppe führt zum Höhleneingang, an deren Fuß ihr 15.000 Kip Eintritt entrichten müsst.Seid ihr oben an der Treppe angelangt, dann dreht euch nochmlal um und genießt die Aussicht auf Vang Vieng.Einen  weiteren schönen Ausblick über die Umgebung gewährt euch außerdem ein kleiner Balkon, der an einer Höhlenseite angebracht ist. Dazu müsst ihr die Höhle durchqueren.

Die Höhle ist die einzige, die im Inneren beleuchtet ist. Es wurde ein richtiger Fußweg durch die Höhle gebaut der durch weiße Brücken verbunden wird. In dieser Höhle könnt ihr Tropfsteine und Kristallsteine anschauen. Insgesamt finden wir die Höhle lohnenswert.

Die bereits erwähnte Lagune befindet sich vor der Treppe zur Höhle auf der linken Seite. Zunächst wirkt das Wasserbecken recht klein, aber das besondere ist, das glasblaue Wasser und die Tatsache, dass ihr in eine Höhle hineinschwimmen könnt. Innen erwartet euch ein kleiner Wasserfall! Leider kann man dies mit der Kamera dann eher schlecht festhalten. Das Wasser in der Höhle hat durch einfallendes Tageslicht Hellblau geschimmert, ein echt toller Anblick. Nebenan kann man dann, in einer weiteren kleinen Höhle, noch eine Buddha-Statue bewundern.




Zweiter Tagesausflug: Fahrradtour zum Elephant adventure village

Das Fahrrad kann hier natürlich beliebig auch gegen ein Motorrad ausgetauscht werden! Trotzdem nimmt man die Karstfelsenumgebung und die davorliegenden Reisfelder besser auf einem Fahrrad wahr. Auch die kleinen Dörfer und das einfache Leben der Einheimischen dort sind einen zweiten Blick wert.  Vang-Vieng-Umgebung-Fahrradtour

Zunächst hält man sich mit seinem gewählten fahrbaren Untersatz ca. 14 km in Richtung Norden, entlang der Route 13. Ein großes Schild mit dem Hinweis auf das “Elephant adventure village” wird euch auf der linken Seite in eine holprige Seitenstraße verweisen. Diese folgt ihr ca. 1 km und gelangt zu einer Mautpflichtigen Brücke. 10.000 Kip müssen auch hier wieder entrichtet werden. Auf der anderen Seite findet ihr gleich nach der Brücke eine Karte des Elephant adventure village wo alle Höhlen eingezeichnet sind. Die besten Höhlen wollen wir euch nun im Folgenden vorstellen. Geht ihr vom Hinweisschild nach links gelangt ihr nach ca. 100m zur „Tham Xang“ bzw. Elefantenhöhle. Diese ist von außen genauso gut zu sehen, wie als wenn ihr die 5.000 Kip Eintritt zahlt. Spart euch das Geld für die anderen Höhlen des “Elephant adventure village”.

Ihr gelangt nach ungefähr einem Kilometer zur Tham Hoi und Tham Loup Höhle. Ihr werdet vielleicht wie wir denken: Oh nicht noch eine Höhle! Aber diese unterscheiden sich von denen des Vortages. In beiden Höhlen benötigt ihr wieder unbedingt Taschenlampen und zusätzliche Batterien zur Sicherheit, denn es ist wirklich stark duster und glitschig. Für beide Höhlen fallen wieder 10.000 Kip an. Die Tham Hoi Höhle ist die größere der Beiden und beherbergt in der Eingangshalle eine Buddha-Statue. Dahinter könnt ihr bis zu 3 km in das Höhleninnere laufen und angeblich erwartet dem Besucher dann ein unterirdischer See. Wir haben es leider nicht so weit geschafft, da in der Dunkelheit zu wandern, nicht jeden anspricht. Schöner fanden wir zudem die Tham Loup Höhle. Diese wird durch glitzernde Tropfsteine und verborgene Gänge seinen Besucher überraschen. Sie führt nicht ganz so tief ins Berginnere, aber ist eine Erkundung wert.

Nach diesen beiden Höhlen folgt für viele Besucher das Highlight des Ausflugs: Die Tham Nam Höhle. Diese lieg ungefähr einen halben Kilometer südlich der grade besuchten Höhlen. Malwieder kostet der Besuch 10.000 Kip. Dafür bekommt ihr aber einen Reifen und eine Taschenlampe in die Hand gedrückt und müsst euch an einem Seil durch eine 500 Meter lange Höhle, im Wasser, hangeln. Tubing in einer Höhle! Für viele ein besonderer Kick. Probiert es aus!

An den Schildern im Elephant adventure village findet ihr auch immer ein blaue Lagune eingezeichnet. Wir haben diese mal besucht und mussten feststellen, dass diese zwar grünblaues Wasser besitzt, aber zum baden viel zu dreckig ist. Ein Besuch dieser Lagune ist nicht emphelenswert.

Das war auch schon der Abschluss unseres zweiten Tagesausfluges, der Besuches des Elephant adventure village und nun heißt es 14 km zurück radeln und abermals die schöne Landschaft genießen.




Das Beste kommt zum Schluss: Unsere Tubing-Erfahrung

Tubing ist immer noch weit verbreitet, aber längst nicht mehr so populär und extensiv betrieben wie früher, macht aber dennoch Spaß und man muss es ja nicht übertreiben. Was wären wir für Abenteurer, wenn wir es nicht ausprobiert hätten! Bei einem Anbieter in Vang Vieng gebucht, in das Tuk Tuk gestiegen, mit vielen anderen wohlgemerkt und ab auf den Reifen ins kalte Wasser. Ca. 3 km Flussabwärts führt die Tubingroute, vorbei an Karstfelsen und natürlich Tubingbars mit Trinkspielen! Um genau zu sein haben wir nur bei den ersten beiden Bars stopp gemacht, da nur dort etwas Party stattgefunden hat. Junge Animateure veranstalteten Trinkspiele für die Touristen und versuchten das „alte Partytubinggefühl“ in den Besuchern wachzurufen. Wir hatten zwar viel Spaß, aber wir glauben, dass die Atmosphäre bei weitem nicht an die vor 6 Jahren herankommt. Dafür sind einfach zu wenige Menschen dort.

Es ist auch eine schöne Erfahrung, sich auf dem Fluss im Reifen ganz entspannt treiben zu lassen und die schöne Natur zu bewundern. Nimm doch vorher ein Bier aus dem Supermarkt mit und genieße es im Reifen. Einzig störend sind die Motorboote der asiatischen Touristen, die ab und zu an dir vorbeisausen.

Mit Barbesuchen verbrachten wir ca. 4 Stunden beim Tubing. Es sind auch wirklich nur die ersten beiden Bars interessant, also vergesst nicht dort zu stoppen. Habt ihr diese beiden passiert, dann kommt nur noch eine Bar mit den ganzen asiatischen Touristen. Glaubt mir, ihr wollt dort nicht rein. Ansonsten war das Tubing eine Erfahrung, die man sonst nirgends in seiner Originalform machen kann. Es gab auch Spaß, aber es kommt leider nicht mehr an seine Blütezeit heran. Wir finden dennoch, dass es zu einem Besuch in Vang Vieng dazugehört.




Anreise und Unterkunft

Angereist sind wir von Vientiane in einer ca. 5 stündigen huckeligen Fahrt für 40.000 Kip (gebucht im Nine Backpacker Hostel). Empfehlen können wir euch zudem das Maylay Guesthouse (150.000 Kip) in Vang Vieng. Die Zimmer sind groß, sauber, ruhig gelegen und das Frühstück inklusive. Die Lage ist auch optimal. Nur 3 Minuten zu Fuß zum Ufer und genauso lange bis mitten ins Zentrum.

Fazit zu Vang Vieng

Es ist schwer zu sagen, ob Vang Vieng einen Besuch wert ist oder nicht. Die Landschaft mit den Karstfelsen ist zwar schön, aber nun auch nicht so spektakulär wie die beim Loop in Thakhek. Die Höhlen sind nur was für diejenigen, die auf den Dunkelkick stehen und die Stadt an sich ist nicht so attraktiv, wie die bis jetzt anderen erkundeten Städte in Laos. Zudem fanden wir, dass man mit den „Attraktionen“ wie denn Höhlen, preislich ganz schön abgezockt wird und die Menschen hier nicht allzu freundlich wirken. Wer aber das Original Tubing ausprobieren will, für den ist Vang Vieng ein Muss. Ansonsten lautet unser Urteil: Vang Vieng, ist kein Highlight und sollte nur besucht werden, wenn ihr genügend Zeit in Laos zur Verfügung habt.

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