Herzlich Willkommen in Laos, dem Land in dem die Uhren noch anders ticken. Laos ist wohl das einzige Land, das nicht den Ehrgeiz besitzt sich zu verbessern, man ist zufrieden so wie es ist und Veränderung bedeutet mehr Arbeit, was von den Laoten schlicht weg abgelehnt wird. Das Land und die Menschen hier sind einfach mit sich im Einklang und streben nicht nach Höherem, sie wollen ihr Leben nicht mit zusätzlicher Arbeit bereichern und ihr gemütliches Leben beibehalten. Genau dieses Gefühl bekommt man auch auf den 4.000 Islands. Mitten im acht-längsten Fluss der Welt, dem Mekong, liegen unzählige kleine Inseln. Ob es wirklich 4.000 sind oder mehr hat noch keiner versucht zu zählen. In der Regenzeit sind viele der kleineren Inseln verschlungen und kommen nur zur Trockenzeit, dem laotischen Winter, von November bis Ende April, zum Vorschein. Die Landschaft bietet einem wundervolle Einblicke in eine ruhige, friedliche Landschaft am langsam vorbeiziehenden Mekong.

Was kann man also hier machen in Laos, auf den 4.000 Islands? Nichts! – Oder sagen wir mal so gut wie nichts. Die Touristen kommen hierher um zu entspannen und sich von dem nicht vorhandenen Arbeitseifer der Laoten anstecken zu lassen. Chillig in der Hängematte ein paar Joints rauchen, sich mit anderen „Auszeitsuchenden“ austauschen oder sich bei ein paar „happy cakes/shakes“ und einem Beer Lao entspannen – so ungefähr ist der Alltag der Backpacker, der Einheimischen und der freilebenden Tiere auf der kleinen Inselwelt.

Ein paar sehenswerte Dinge gibt es dennoch auf den 4.000 Islands. Als Basis zur Erkundung diente für uns Don Det. Aber warum gerade Don Det? Diese Insel bietet noch die meiste Abwechslung! Hier haben die Bars wenigstens bis Mitternacht auf und es existieren auch gute Unterkünfte und Restaurants. Die chillige Atmosphäre wird dich ohne großes Zutun einfach mitreisen. Des Weiteren ist diese Insel nicht weit von den Sehenswürdigkeiten entfernt. Weitere Alternativen sind Don Khon und Don Khong. Don Khon ist eine Nachbarinsel von Don Det und ist mit dieser durch eine Brücke verbunden. Diese lässt sich bequem mit einer Fahrradtour von Don Det aus erkunden. Sowohl Don Khon als auch Don Khong sind sehr ruhige Inseln.  Wenn du lieber deine Zeit in vollkommener Abgeschiedenheit verbringen willst, dann solltest du eine dieser Inseln bevorzugen, wobei wir dir raten, dein Lager dann eher in Don Khon aufzuschlagen.




Wie schon gesagt, gibt es bei den 4.000 Islands nicht viel zu erkunden. 2 Tage Sightseeing reichen aus, die anderen Tage die dir zur Verfügung stehen, solltest du zur Entspannung und zum Nichtstun nutzen. Am ersten Tag empfehlen wir eine Fahrradtour um die Inseln Don Det und Don Khon zu erkunden. Für den zweiten Tag stellen wir dir eine Kanutour durch die Inselwelt vor, die dich zu Wasserfällen und Delfinen führen wird.

1. Tag: Sehenswürdigkeiten in Don Det & Umgebung – unsere Fahrradtour

Das Fahrrad kannst du für 10.000 Kip (umgerechnet 1,20 Euro) für einen Tag an jedem Hotel oder Gasthaus mieten. An den Reisetourenschaltern kannst du nach einer Inselkarte Fragen oder fotografierst die großen Tafeln mit den Sehenswürdigkeiten einfach ab. Du startest in Don Det Village und fährst am Ostufer entlang. Hier kannst du schon einmal die Flusslandschaft zwischen den am Ufer gebauten Unterkünften und das einfache Landleben der 4.000 Islands in Laos bewundern.

Nach ca. 4 Kilometer erreichst du die französische Brücke zu Don Khon.  35.000 Kip müssen hier Eintritt pro Person pro Tag bezahlt werden. Mit diesem Ticket besitzt ihr aber gleichzeitig auch Zugang zu den Wasserfällen. Die Insel ist zwar etwas größer wie Don Det, jedoch größtenteils unbewohnt. Nur am Ufer der Brücke wirst du Restaurants und Bars vorfinden. Auf deinem weiteren Weg, rund um die Insel, werden dir zwei Tempel begegnen. Der Wat Khon Naen und der Wat Khon Tai. Beide eher klein aber in der ländlichen Gegend kommen sie einem wie ein kleiner Palast vor.

Die „besondere“ Attraktion der Insel ist der Tat Somphamit oder auch Li-Phi-Fälle (Geisterfälle) genannt. Diese befinden sich 1,5 km flussabwärts der Brücke zu Don Det. Die kleinen Wasserfälle laden in einem extra ausgewiesenen Becken viele Besucher zum Baden und relaxen ein. Ein süßes Restaurant bietet angenehme Speisen und Getränke an.

Folgt man den Ausschilderungen, gelangt man an eine Art Strand. Weicher brauner Sand führt zu einem kleinen Becken, in dem man eine Abkühlung von der heißen Sonne nehmen kann. Aber diese ist mit Vorsicht zu genießen, da die Strömung sehr stark ist und schon einige Besucher unfreiwillig hineingeraten sind. Einen etwas sanftere Strand-Variante findet ihr etwas südlicher – den Khongyai Beach. Der Strandabschnitt ist etwas länger und der Badebereich weitläufiger. Mit einem kleinem Holzboot können von hier aus auch Ausflüge unternommen werden. Die ansässigen Einheimischen im nahe gelegenen Restaurant, geben dir dazu gern Auskunft.

An der Südspitze der Insel findest du ein kleines Dorf mit einer Aussichtsterrasse, die einen schönen Überblick über die vielen Inseln des Mekong und die schöne Flussnatur preisgibt. Falls du keine Kayaktour planst und noch nie Irrawady Delfine gesehen haben solltest, dann bieten dir die Ausflugsboote von diesem Pier aus, die letzte Chance dazu. Eine von Zwei Lokomotiven aus der französischen Kolonialzeit wirst du hier vorfinden. Eine weitere steht im Dorf Don Khon, an einer Abzweigung.

Bist du am späten Nachmittag wieder an der französischen Brücke zu Don Det angelangt, kannst du dir hier den Sonnenuntergang ansehen oder besser noch, du fährst auf die Westseite von Don Det und setzt dich in eins der chilligen Restaurants oder Bars. Bei einem kühlen Beerlao und der untergehenden Sonne kannst du den Tag ausklingen lassen und die entspannte Atmosphäre der 4.000 Islands genießen.




2. Tag – Kayaktour zwischen den 4000 Islands in Laos

Egal auf welcher Insel ihr übernachtet bleibt es doch nur eine Insel statt 4.000. Aus diesem Grund empfehlen wir euch eine Kajaktour, um das Phänomen 4.000 Islands auch wirklich voll und ganz wahrnehmen zu können, denn: Vom Wasser sieht alles ganz anders aus. Wir können eine Kajaktour voll und ganz empfehlen. Vor allem, weil es Spaß macht und ihr nicht nur im flachen, seichten Wasser paddelt, sondern auch Stromschnellen erleben werdet. Das faszinierende sind auch die Wasserbüffel, die euch des Öfteren begegnen werden. Ganz still und voller Neugier werden euch die Tiere im Wasser stehend beobachten. Ein wirklich sehr außergewöhnlicher Anblick und wunderschöne Tiere.

Die Tour könnt ihr übrigens in Don Det fast überall buchen und wir hatten den Eindruck, dass es zwar mehrere Anbieter gibt, aber die Tour nur in einer oder zwei Gesamtgruppen durchgeführt wird und es keinen wirklichen Angebotsunterschied gibt. Für 170.000 Kip (ca. $21) ist der Preis für eine Ganztagstour, inklusive Frühstück, BBQ zum Mittag und Eintrittspreis zum Wasserfall (55.000 Kip) wirklich ok. Die Tour startete mitten in Don Det an einem Restaurant und führte auf dem Wasser zur Ostseite der Insel Don Khon. Östlich von Don Khon befindet sich eine weitere kleine Insel namens Don Khon Pasey, zu der, neben weiteren kleinen unstabilen Brücken, eine wacklige, große Händebrücke führt. Der Fluss strömt selbst in der Trockenzeit heftig darunter hindurch. Auf der anderen Seite erwartet dich ein Wasserspiel von mehreren kleinen Fällen, die aber nicht spektakulär sind. Du hast hier die Möglichkeit eine besondere Fischfangtechnik zu bewundern. In geflochtenen Bambusreusen werden die Fische eingeschlossen ohne das Zutun der Fischer. Diese können in der Regenzeit bis zu einer halben Tonne Fisch pro Reuse preisgeben. Nur einhundert Meter vom Eingang entfernt befindet sich die Historic French Area. Es gibt dort jedoch nichts weiter zu sehen als eine mit Beton künstlich angelegte Flussverengung. Diese wurde zur Kolonialzeit genutzt um die Bäume, die im Norden von Laos gerodet und mit dem Schiff zu den 4000 Islands gebracht wurden im Wasser nach unten schwimmen zu lassen, da die Schiffe diese Stelle nicht passieren konnten. An der Südspitze von Don Khon wurden die Baumstämme dann wieder auf ein Schiff geladen und nach Frankreich abtransportiert.




Anschließend führte uns ein kleiner Weg zu Fuß zu, zu einem kleinen Badebecken. Hier standen die Kajaks schon bereit, aber die Hitze und das klare Wasser verlangten nach einem angenehmen erfrischenden Bad. Nach der Abkühlung führte unser Weg einen engen Flussweg entlang, an dem mehrere Stromschnellen die Kajakfahrt aufregend gestalteten. Ja… wir sind gekentert! Das war aber halb so schlimm und hat nach dem ersten Schock eher Spaß gemacht. Jedenfalls werden wir diese Fahrt nicht so schnell vergessen. Auf einer kleinen Insel im Mekong machten wir Halt und tauschten die Kajaks gegen ein Holzmotorboot um, in dem alle Platz fanden. Hier an der Südseite der Insel Don Khon lassen sich noch drei Irrawady-Delfine beobachten. An Board gab es erstmal leckere Melone und der Koch grillte fleißig unser Mittagessen auf dem Boot. Delphine sahen wir aber leider keine. Also stiegen wir wieder in unsere Kajaks ein folgten dem Fluss in Richtung Kambodscha. Plastikflaschen an Leinen festgebunden grenzten die beiden LänderLaos und Kambodscha voneinander ab und wir überschritten einfach so die Grenze. Willkommen zurück in Kambodscha! Kaum geschehen, waren da auch schon die Irrawady Delfine! Wir konnten alle drei Delphine von den Kajaks aus beobachten. Wir verfolgten sie ein Stück, bis zu einer kambodschanischen Mekong-Insel und führten dort unser Picknick durch – ganz ohne Visa für Kambodscha. Gebratener Gemüsereis, Gemüsespieße mit Hühnchen und Baguette wurden serviert. Alles sehr gut zubereitet.

Nach einer erneuten Schwimm- und Badeauszeit führte unser Weg aufs Festland, zu dem breitesten Wasserfall Südostasiens: den Nam Tok Khon Phapheng -Fällen (Vollmondstromschnelle auf Deutsch). Der Eintritt kostet normalerweise 55.000 Kip, diese waren aber in der Tour schon enthalten. Wenn man nicht gerade die Kajaktour bucht kann man den kostenlosen Shuttelservice nutzen und sich von seinem Hotel abholen und zurückbringen lassen. Die Anlage rund um den Wasserfall war sehr gepflegt und nicht zu weitläufig. Der Wasserfall Ansicht auch sehr ansehnlich, aber man kann kaum glauben, dass dieser der breiteste Südostasiens sein soll. Trotzdem sollte man sich diesen ansehen, wenn man schon einmal auf den 4.000 Islands ist.

Mit deinem TUK TUK-Transporter ging es dann inklusive der Kajaks zum Pier und dann paddelten wir nochmal 20 Minuten in den Sonnenuntergang zur Insel Don Det. Ein sehr schöner Ausflug, den wir nicht bereut haben. Wenn 4.000 Islands, dann auch vom Wasser aus! Wie soll man sie sonst am besten Wahrnehmen? – Die bezaubernde, friedliche Inselwelt des Mekong?

Anreise und Übernachtung

Wir sind aus Kratie (Kambodscha) zu den 4000 Islands angereist. Für 16 USD wurden wir ca. 5 Stunden mit dem Bus nach Naka Sang gebracht und von dort aus ging es dann für ca. 10-15 min. auf ein kleines Boot in Richtung Don Det, eine der 4000 Inseln. Achtet bei der Buchung der Busreise darauf, dass das Boot-Ticket inklusive ist!




Als Übernachtungsmöglichkeit können wir dir das Yommalay Guesthouse empfehlen. Die Zimmer sind groß und sauber und mit Klimaanlage ausgestattet. Ein kleiner Tipp noch. Wenn ihr nicht vorher bei Booking.com bucht, sondern ohne Buchung beim Yommalay Guesthouse auftaucht, habt ihr die Möglichkeit die Booking.com – Gebühr zu sparen, obendrein noch zu Handeln und vor allem das Zimmer vor der Buchung anzuschauen. Wir bezahlten für unser Doppelbettzimmer mit Klimaanlage 12,50 USD pro Nacht (Booking.com: Kosten 23 USD). Wir hatten auch ma im Hotel Eden nachgefragt (dies ist das beste Hotel auf der Insel), und auch dort bot man uns ein Doppelzimmer für 32 USD an (Booking.com: 42 USD). Ihr seht also, es lohnt sich, wenn ihr euer Hotel zwar über Booking.com sucht, jedoch abererst vor Ort bucht.

Fazit zu Don Det – eine der 4.000 Islands

Leidet ihr unter Stress? Habt Erschöpfungserscheinungen oder sogar ein Burnout? Ab auf die 4.000 Islands, hier werdet ihr geheilt! Lasst euch selber mitreisen von der einfachen, ruhigen, relaxten Art der Laoten und der friedvollen Atmosphäre der Mekong Inselwelt. Momentan können wir uns auf der ganzen Welt keinen relexternen, entspannderen und chilligeren Ort als hier vorstellen. Also für uns: Ein MUSST SEE in Laos!

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