Kratie ist eine kleine typische kambodschanische Stadt im Osten Kambodschas am Mekong angesiedelt ist. An der langen Uferpromenade lässt sich der Sonnenuntergang über dem Mekong wunderbar beobachten lässt. Das Stadtbild zieren ein paar nicht unbedingt empfehlenswerte Tempel, ein Markt, ein paar kleine Hotels und Restaurants.

Auf dem Mekong lässt sich mit einem Kayak die Zeit vertreiben und man kann ein paar Stelzenhäuser am Ufer beobachten. Die zwei einzigen sehenswerten Dinge in und um diese Stadt sind die Irawadi-Delphine und die Insel Koh Trong.




Die Irawadi-Delphine

Bekannt wurde Kratie durch die vom Aussterben bedrohten Irawadi-Delfine, die hier noch gut vom Boot aus zu beobachten sind. Die Irawadi-Delfine sind die einzigen ihrer Art, die im Süß- und im Salzwasser leben können, sie halten sich aber fast nur noch im Mekong selbst auf, der sich über fast alle Länder Indochinas erstreckt. Bevor die roten Khmer, die Delfine wegen ihrem kostbaren Körperfett töten ließen, wurde ihre Zahl auf 1.000 geschätzt. Auch die Umweltverschmutzung macht den Delfinen zu schaffen. Nunmehr vermutet der WWF, dass im gesamten Mekong-Gebiet nicht mehr als 80 ihrer Art existieren. Aber was unterscheidet diese Delfine von anderen und wieso sollte man deshalb extra nach Kratie fahren? Erstens sehen sie anders aus als normale Delfine: Die Irawadi-Delfine werden den Walen zugeordnet, da der Körperbau eher einem Wal ähnelt. Der für Delfine typische Schnabel fehlt vollkommen und sie weisen eine wulstige, runde Stirn sowie eine kleine Rückenflosse auf. Sie sind leider zur Seltenheit geworden. Kambodscha hat von Kratie bis zur Grenze von Laos ein „Schutzgebiet“ eingerichtet, um das vollkommende Aussterben der ungewöhnlichen Tierart zu verhindern. Das ist auch die Antwort auf die zweite Frage. Ihr solltet Kratie besuchen, wenn ihr in Kambodscha seid, da ihr hier das einzige Schutzgebiet vorfindet, in dem das Fischen aufgrund der Delfine verboten ist. Die Anwohner sind vom Tourismus abhängig geworden, da der Fischfang eingeschränkt wurde und nur noch zum Eigenbedarf stattfinden darf. Ein großer „Delfinpool“ wurde 15 km von Kratie errichtet und nennt sich Kampi. Wir hatten uns entschieden mit dem Fahrrad zu fahren, da wir uns nach der langen Busfahrt am Tag zuvor, wieder etwas bewegen wollten und die Landschaft auf dem Fahrrad besser wahrgenommen werden kann. Ebenso gut kann man für ca. $15 USD ein TUK TUK mieten oder für $7 ein Motorrad. Der Weg ist nicht zu verfehlen und erstreckt sich auf einer etwas höckerigen Straße entlang des Mekong.

Von Dezember bis Ende April ist die beste Zeit, die Delfine zu sehen. In der Trockenzeit ist der Flussspiegel sehr niedrig und die Delfine halten sich somit öfter an der Oberfläche auf. Das Delfinzentrum am Kampipool ist mit großen Schildern gekennzeichnet. Hier kauft man sich die Tickets für $9 oder $7 pro Person für eine Gruppe von mindestens 3 Personen. Die beste Zeit die Delfine zu beobachten, ist früh morgens 9 Uhr oder Nachmittag 16 Uhr. Wir entschlossen uns Nachmittags die Delphine zu sehen. Mit dem Boot geht es dann auf den Mekong zum Beobachten der kleinen Delfin-Gruppen die aus 6 bis 15 Tieren bestehen können. Ihr werdet die Irawadi-Delfine leider nicht aus nächster Nähe zu Gesicht bekommen, da die Bootsführer nicht mehr nah an die Tiere heranfahren dürfen. Ab einer gewissen Entfernung wird auch der Motor ausgestellt und mit einem Paddel das Boot gelängt, natürlich alles zum Schutz der Delfine. Wir hatten eine schöne Fahrt und viele Tiere beobachten können.

Da wir die Delphine erst nachmittags besichtigten und erst gegen 17 Uhr wieder an Land waren, konnten wir auf der Rückfahrt die untergehende Sonne am Mekong vom Fahrrad aus genießen. Ein schöner Anblick, oder?




Koh Trong – Insel im Mekong

Viele Besucher unternehmen auch eine Fahrrad- oder Walkingtour auf der kleinen Insel Koh Trong, auf die man mit einem kleinen Boot von Kratie aus übersetzt. Die Insel ist nur 9 qkm groß und lässt sich leicht in einer Stunde mit dem Fahrrad oder 2,5 Stunden zu Fuß erkunden. Die Fahrräder könnt ihr an der Anlegestelle der Boote für 2 USD mieten. Auf der ca. 10 Kilometer langen Rundstrecke um die Insel werdet ihr einen kleinen Tempel besuchen, das Landleben der Khmer erleben und ein kleines schwimmendes Dorf von Vietnamesen sehen.

Die Insel ist sehr ruhig und man fühlt sich teilweise ins 19 Jh. zurückversetzt. Koh Trong konnte zwar nicht mit wirklichen Highlights glänzen, wir haben jedoch trotzdem unseren 2,5 stündigen Spaziergang sehr genossen.

Anreise, Übernachtung und Weiterreise

Die Anreise nach Kratie verbinden die meisten Touristen, mit der Weiterreise nach Laos oder zur Provinz Ratanakiri in Kambodscha. Von Phnom Penh fahren täglich Busse gegen 10 Uhr morgens. Wer von weiter anreist, sollte eine Nacht in Phnom Penh bleiben. Wir sind von Sihanouville angereist und hatten eine schlimme Fahrt erlebt. Sechs Stunden im Einheimischen Bus bis nach Phnom Penh und dann anschließend gegen 14 Uhr mit einem Einheimischen Mini-Van bis nach Kratie. Der Mini-Van war sehr alt und dreckig, keine Klimaanlage und zeitweise mit bis zu 17 Personen besetzt. Für die 20 USD ist es nach unserer Erfahrung besser, man splittet die Reise nach Kratie auf und startet frisch erholt von Phnom Penh am Morgen.

Als Übernachtungsmöglichkeit in Kratie können wir euch das River Dolphin Resort sehr empfehlen. Wir haben hier ein sehr gutes, sauberes Zimmer für $5 erhalten (kein Fenster, keine Klimaanlage). Die Luxusvariante mit Balkon erhält man schon für $20 pro Nacht. Ein sauberer Außenpool sowie ein Fitnessbereich und ein sehr gutes Restaurant steht dem Besucher zur Verfügung. Das Hotel ist zwar 2,7 km außerhalb des Zentrums von Kratie, aber bietet einen kostenlosen Shuttle und Abholservice aus der Innenstadt an.

Die Weiterreise nach Laos kann an jedem guten Hotel gebucht werden. Für $16 fährt man bis zur Grenze (fünf Stunden) und setzt dann mit einem Boot auf die 4.000 Islands in Laos über.




Fazit zu Kratie

Kratie war einen Zwischenstopp wert, was nicht zuletzt an dem guten und sehr günstigen Hotel lag, aber auch an den Irawadi-Delfinen. Die Gegend ist typisch für Kambodscha und wer den Mekong und die kambodschanische Landschaft sonst noch nicht besichtigt hat, kann dies hier nachholen. Das einfache Leben der Menschen, das Mekong Naturschauspiel und friedliche Ruhe sowie sehr nette Menschen kann von euch hier vorgefunden werden. Als Zwischenstopp für eure Weiterreise sehr empfehlenswert, aber kein absolutes must see, wenn ihr euch nicht für die Delfine interessieren solltet.

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