Eine kleine süße Stadt im Nordwesten von Kambodscha: Battambang. Aus verschiedenen Reiseführern wurde uns diese Kleinstadt empfohlen und unter die Top 10 der Sehenswürdigkeiten von Kambodscha gewählt. Gleich von weg: Die Stadt ist sauber und ganz niedlich anzusehen, doch wirkliche Sehenswürdigkeiten existieren hier nicht. Ein paar Kolonialhäuser, die man nicht auf Anhieb als solche erkennt, eine pompöse sowie zwei goldene Tempel (Wat Damrey Sar und Wat Phiphetaram) zeichnen das Stadtbild. sowie zwei goldene Tempel (Wat Damrey Sar und Wat Phiphetaram) zeichnen das Stadtbild.




Ansonsten findet man noch einen großen Hauptmarkt in der Mitte der Stadt und ab und an ein kleines niedliches Restaurant, die aber noch sehr rar vertreten sind. In einem kleinen Park befindet sich eine Naga/Schlangenstatue, die aus geschmolzenen Waffen erstellt wurde und ein Symbol des Friedens darstellt. Battambang wird durch einen Fluss gespalten, auf dem viele Touristen mit dem Boot aus Siem Reap anreisen und die schöne Flusslandschaft bewundern. Hat man dies, wie wir in Myanmar oder Vietnam, noch nicht wahrgenommen, sollte man sich die Bootsfahrt nicht entgehen lassen. Das Leben der Menschen vom Wasser aus zu betrachten, eröffnet manchmal viel tiefere Einblicke in die Kultur der Bevölkerung als an Land. Aber Achtung, informiert euch vorher, ob der Fluss auch genügend Wasser enthält, sonst müsst ihr mitten in der Fahrt auf einen Transporter umsteigen. Es fahren von Siem Reap aus auch Busse nach Battambang und ab Phnom Penh ebenso. Für die Besichtigung der Stadt benötigt ihr grade mal einen halben Tag, wenn ihr euch Zeit lasst.

Falls ihr euch entscheidet noch einen Tag länger in Battambang zu bleiben, dann wird das sicher daran liegen, dass ihr das Landleben der Khmer kennenlernen wollt. Die TUK TUK Fahrer und Hotels werden euch mehrere Ausflugsmöglichkeiten anbieten. Darunter, die Besichtigung eines großen Sees, für den ihr aber 36 km fahren müsst. Wir haben uns für die nähere Umgebung entschieden, um an einem langen Tag alles zu sehen, was das Landleben in Kambodscha zu bieten hat.

10 Uhr morgens haben wir uns am Folgetag mit einem Tuk-Tuk Fahrer, der uns für $16 den ganzen Tag gefahren hat, auf den Weg zu den „Bambuszügen“ begeben. Man kann schon fast behaupten, dass diese „Züge“, die aus ein paar alten Bambuslatten und einem Motor bestanden, eine Attraktion darstellen. Zumindest fanden wir hier sehr viele Touristen vor. Pro Person kostet die einstündige Fahrt auf den Schienen $5. Unserer Ansicht nach viel zu teuer. Da diese „Gebühr“ wahrscheinlich nur an den Staat abgeführt wird, erwarten die Bamuszugfahrer noch extra Trinkgeld. Die Fahrt im Schneidersitz auf den kleinen Tressienen ging anfänglich relativ zügig, doch wird die Fahrt ständig unterbrochen, um den Gegenverkehr vorbei zu lassen. Auch landschaftlich war nichts Aufregendes zu entdecken.

Nach einer Stunde ging es dann weiter. Wir fuhren am Fluss Sangker entlang, zu einer von drei langen Hängebrücken, besichtigten einen gut verzierten kleinen Tempel, der durch Statuen die Geschichte des letzten Buddha erzählte und zwei Dörfer, die durch den Fluss und ihren Glauben voneinander getrennt wurden. Auf der einen Seite lebten Buddhisten, auf der anderen Seite Moslems.

Die weitere Fahrt führte uns durch Bauerndörfer und wir erhielten einen Einblick in das Landleben. Hier werden für die Bestellung der Felder und als Transportmittel noch Ochsenkarren verwendet. Immer wenn wir diesen Tieren auf der Straße begegnen, fühlen wir uns um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt. Der Anblick besitzt aber auch etwas Romantisches. Zum Tagesprogram gehörte noch eine Weinverkostung. Für $2,50 könnt ihr eine Kostprobe kaufen. Für uns war der Wein etwas zu stark, aber der Ingwer/Honig Saft war umso leckerer. Eigentlich wäre Mittagsessenszeit gewesen, uns verging aber der Appetit, bei der „Zwischendurchmahlzeit“ unseres TUK TUK Fahrers – Ratte am Spies! Ja er hat das wirklich gegessen und das ist offensichtlich ganz normal. Das Angebot zum Probieren, haben wir dankend ausgeschlagen. Aber vielleicht probiert ihr die Ratte bei eurem Besuch? Über Berichte würden wir uns sehr freuen! Anschließend machten wir an ein paar Bäumen halt, an denen riesengroße Fledermäuse hausten und auf den Sonnenuntergang warteten.




Wer nach Siem Reap noch nicht die Nase voll hat von Tempeln, kann sich den Prasat Banan ansehen. Dieser liegt auf einen kleinen Hügel, zudem 358 Stufen führen. Die Treppe wird von zwei Schlangenköpfen markiert. Oben erwarten euch fünf Türme, die an Angkor Wat in Kleinformat erinnern, jedoch ziemlich zerfallen sind. Wieder unten angekommen befinden sich ein paar kleine Essenstände und ein kleiner Teich, auf dem man kostenlos mit einem Kanu schippern kann. Kostenlos ist vielleicht nicht ganz korrekt. Für die Besichtigung des Geländes, müsst ihr $2 Eintritt bezahlen.

Kurz vor Sonnenuntergang empfehlen wir euch zum Phnom Sampeau zu fahren. Das ist ein Berg, 12 km südwestlich von Battambang. Auch hier, haben die Roten Khmer nicht haltgemacht und die Bevölkerung gefoltert und hingerichtet. Als Mahnmal und Wallfahrtsort dienen die Killing Caves von Phnom Sampeau. Viele Menschen wurden hier In einer Höhle hingerichtet. In einem Glaskasten sind noch Knochen und Schädel der Verstorbenen ausgestellt. An die Gewalttaten sollen zudem bildhaft angeordnete Staturen und ein kleiner bunter Tempel erinnern. In den Höhlen selbst, werdet ihr einen goldenen liegenden Buddha und eine Gebetsstätte vorfinden, zu Ehren und zum Andenken der Opfer. Wollt ihr mehr über die Massaker der Roten Khmer erfahren, empfehlen wir euch unseren Beitrag über das Foltergefängnis S-21 und die Killing Fields.

Mehrere Tempel thronen majestätisch auf einem Berg und gestatten dem Besucher einen schönen Ausblick auf die Umgebung. Goldene Stupas und freche Affen (passt auf eure Sachen auf!) werden euch hier, nach einer super Aussicht, ebenfalls erwarten.




Zum Sonnenuntergang bietet sich auf der anderen Seite des Hügels ein kleiner geheimer Aussichtspunkt an. Durch etwas Gestrüpp, klettert man auf einen Hügel, von dem man den „Krokodilsberg“ und die untergehende Sonne bewundern kann. Fragt euren TUK TUK Fahrer nach diesem Ort, er wird ihn sicherlich kennen. Hier habt ihr zudem die Möglichkeit die Millionen Fledermäuse zu bewundern, die nach Sonnenuntergang in einer unendlichen Vielzahl aus den Höhlen der Hügel strömen. Ein wirklich bemerkenswertes Schauspiel!

Fazit zu Battambang

Wir empfanden den Besuch von Battambang Stadt nicht als notwendig. Habt ihr eine lange Distanz zurück zu legen und braucht einen kurzen Zwischenstopp, so könnt ihr dies in Battambang dennoch tun. Ein weiterer Grund wäre die ländliche Lebensweise Kambodschas besser kennen zu lernen oder die spektakulären Fledermäuse zu beobachten. Dennoch empfanden wir Battambang nicht als ein MUST SEE auf unserer Reiseliste.

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