Eine Stadt mit einer uralten Geschichte, die Verwüstungen, Zerstörung, Brände, Aufstände und Demonstrationen in jedem Jahrhundert trotzte und trotzdem ihr Anrecht über eins der größten Länder der Erde zu herrschen nie verlor: Peking bzw. Beijing – „nördliche Hauptstadt“. Die Aufzeichnungen zu Peking reichen Urzeiten bis ins Jahr 1.045 v.Chr. zurück. Dschingis Kan, die Ming- und Qing-Dynastie, anglofranzösische Angriffe, Boxeraufstände, japanische Besatzung und vieles mehr, prägten die Geschichte der Stadt – veränderten das Stadtbild hingegen kaum. Die historische Kaiserstadt fand ihren Weg zur Modernisierung erst mit 1949 mit dem Kommunisten Mao Zedong, der die „Volksrepublik“ verkündete, wurde das kulturell alte Peking umstrukturiert. Ganze Stadtteile und historisch wertvolle Gebäude wurden durch sozialistischen Realismus – kalte Plattenbauten ersetzt.

Peking erlebte einen großen Aufschwung und wuchs zur größten Stadt Chinas mit 21,5 Millionen Einwohnern und einer unendlich großen Fläche von 16.810 qkm heran. Mittlerweile wurde das alte historische Peking wieder versucht zu rekonstruieren und bedeutende Anlagen, wie der Sommerpalast oder Himmelstempel wieder vollkommen renoviert. Erkundet die Hauptstadt Chinas mit uns und taucht ein, in das neue moderne, kalte Peking mit Hochhäusern, Shopping Walls, U-Bahn und den Kontrast zur herrlichen alten Kaiserstadt.



Die Sehenswürdigkeiten von Peking

Die Chinesische Mauer bei Peking

Das Highlight von Peking ist unbestritten die Chinesische Mauer. Unser Ausflug zur “Great Wall” war ein besonderes Erlebnis auf unserer Weltreise. Deswegen haben wir einen gesonderten Beitrag zu den Ausflugsorten der Chinesischen Mauer bei Peking verfasst, in dem wir die beiden besten Ausflugsorte von Peking (Mutianyu vs. Badaling) verglichen haben. Hier schon einmal die ersten Eindrücke von einem der neuen sieben Weltwunder.

Die verbotene Stadt

Geheimnisvoll, prunkvoll, unwirklich, ein Ort der Götter und für viele die ihn ohne Einladung betreten wollten ein Todesurteil – die größte Palastanlage der Welt: Die verbotene Stadt. Das Herz im Zentrum von Peking war nur den Auserwählten des Kaisertums vorbestimmt. Eine gewaltige Anlage, die sich heute leider nicht mehr als prunkvoll erweist. Wir waren beim Betreten der geheimnisumwobenen Stadt ziemlich enttäuscht. Wohin ist der ganze Prunk, die chinesischen Drachen und das ganze Kaiserliche entschwunden? Wahrscheinlich wird die verbotene Stadt deshalb von der Bevölkerung nur noch „alter Palast“ genannt und offiziell als Palastmuseum betitelt, weil von der kaiserlichen Zeit nichts mehr außer gewaltige Anlage zu sehen, die von einem breiten Palastgraben umgeben wird.

Touristen gelangen über das Mitteltor in den Kaiserpalast. Tickets werden am Schalter vor dem Tor für 60 Yuan ausgegeben. Frühstückt vorher ordentlich, den etwas Essbares findet man hinter den Mauern kaum vor. Wenn ihr das Mitteltor, das ausschließlich dem Kaiser vorbehalten war durchschreitet, gelangt ihr in einen großen Innenhof mit dem Goldwasserbach. Fünf Brücken überspannen einen kleinen Bach. Bis zu 100.000 Untertanen konnte der Kaiser hier empfangen.

Wenn du den Innenhof überquert hast, stehst du vor dem Tor der höchsten Harmonie – der Hauptsitz des Kaisers mit der gleichnamigen Halle der höchsten Harmonie. Drei Thronhallen stellen immer noch die Kaiserlichen Throne aus. Im 15. Jh. erbaut, wurden hier höchste Zeremonielle Anlasse zelebriert, wie den kaiserlichen Geburtstag und die Ernennung von Staatsoberhäuptern.

Habt ihr euch an den chinesischen alten Bauten sattgesehen, gelangt ihr am nördlichen Ende des Palastes in den Palastgarten. 7.000 qm feinste Gartenbaukunst mit Steingebilden, Pavillons und uralten Zypressen erwarten euch. Die goldenen Löwen, die ihr im Park und vor einigen Bauten finden werdet, stehen als Machtsymbol für den Kaiser. Hinter dem Tor, dass die einschüchternden Löwen bewachen, gelangst du in einen kleinen Hof. Dort findest du zwei Bäume vor, die ineinander verwachsen sind. Ein beliebtes Fotomotiv und den chinesischen Liebespaaren. Gleich hinter dem Garten findet ihr den nördlichen Ausgang, dass „Tor des Göttlichen Mutes“ vor, welches von zwei kaiserlichen bronzenen Elefanten bewacht wird.

Habt ihr nun den Palast verlassen, erwartet euch an der nördlichen Seite gleich die nächste Attraktion der Jingshan Park. Ein kleiner grüner Park mit einem Pavillon auf dem Hügel, der euch eine wunderbare Aussicht auf die verbotene Stadt garantiert. Schaut ihr dann von dem Pavillion auf dem Hügel Richtung Norden, könnt ihr den Shouhuang Palace sehen. Bis zu diesem weiteren kaiserlichen Bau sind es nur wenige Meter durch die schöne grüne Parkanlage.Peking Sehenswürdigkeiten die verbotene Stadt

Tiananmen Platz

Vor der verbotenen Stadt, im Süden vor dem Mitteltor, liegt ein historisch bedeutender Platz. Der Tiananmen Platz ist mit 440.000 qm der größte öffentliche Versammlungsplatz der Welt, auf dem über eine Millionen Menschen Aufstellung nehmen können. Für uns ist dieser der hässlichste Platz, den die Welt je gesehen hat. Umgeben von drei grauen, kalten sozialistischen Gebäuden sowie dem Eingang der verbotenen Stadt im Norden ist dieser Platz übersäht mit glanzlosen Pflastersteinen und wirkt sehr abstoßend – wie seine Historie.

1949 rief Mao von hier die Volksrepublik aus ( „China hat sich erhoben“) und wurde hier 1976 nach seinem Tod mit einer letzten Ehrung verabschiedet. 1989 wurden hier hunderte von Menschen erschossen, die für die Demokratie in China demonstrierten. Auf uns wirkte der Tiananmen Platz als ein höchst unfreundlicher Ort. Der Platz wirkt wie eine Warnung an alle die ihn betreten: Kontrolle wo man nur hinsieht. Überall Kameras, Polizisten und Soldaten, Kontrollen an den Eingängen und große Lautsprecher, weisen darauf hin, wer an der Macht ist und unausweichlich keine Widersacher zulässt. Einen kälteren Kommunismus findet ihr nirgendwo.

Der (neue) Sommerpalast

Der Eingang zum Sommerpalast

Wenn es im Sommer in der Hauptstadt zu stickig wurde, zog sich der Kaiser mit seinem Gefolge in die Natur zurück. Der Neue Sommerpalast, mit seinem riesigen Garten, war für uns sogar schöner anzusehen als die verbotene Stadt. Mit der Metro fahrt ihr bis zur Haltestelle Xiyuan oder Beigongmen. Eintritt kostet der riesige Park 60 Yuan, die sich lohnen, denn ihr könnt dort einen halben Tag verbringen und anschließend den Alten Sommerpalast am Nachmittag besichtigen. Über eine Brücke gelangt ihr zu dem schönen bunten Eingangstor. Hier könnt ihr am Flussufer bereits die kleinen Geschäfte nach Souvenirs durchstöbern. Besser ihr macht dies gleich zu Beginn, denn es existieren verschiedene Ausgänge.

Longevity Hill – Berg der Langlebigkeit

Wie der Name bereits andeutet, befindet sich zu Beginn des Parks ein kleiner Hügel. Auf diesem findet ihr verteilt den eigentlichen Sommerpalast mit Aussichtstürmen und bunt verzierten Gebäuden, die in Felsen eingebettet sind. Der kleine Hügel wird im weiteren Verlauf zum Berg der Langlebigkeit. Auf diesem Berg befinden sich verschiedene Pavillon und Tempel. Dahinter beginnt dann der Weg in den weitläufigen Park der Anlage.




Shi Fang – Das Marmor Schiff

Mit vielen Pavillon, kleinen Blumenbeeten und Teehäusern ausgestattet, führt euch der Weg bis an den großen See. Für ein besonders schönes Souvenir solltet ihr in den kleinen Innenhof eines ausgeschilderten Cafés gehen. In einem der Seitengebäude arbeitet ein Kalligraf. Dieser Schreibt euch, gegen einen kleinen Obolus, in chinesischen Schriftzeichen eure Namen auf Papier. Ein sehr schönes Andenken zum Einrahmen und an die Wand hängen. Geht ihr etwas weiter den Weg entlang, befindet sich ein Teich der mit vielen Seerosen übersät ist. Hier liegt in einer kleinen Bucht das Marbel Schiff (Shi Fang), welches aus Marmor gebaut wurde. Kaiserin Cixi sollte im Jahr 1888 die Staatseinnahmen eigentlich für die Marine anstatt einer Parkanlage ausgeben. Als Symbol dafür, lies sie das Marmorschiff erbauen.

Der Doriweg – ein schöner Wandelgang

Nicht verpassen solltet ihr den Überdachten, buntverzierten Doriweg (langer Wandelgang), der ebenfalls am Ufer liegt. Wie ein langer hölzerner Pavillon, schlängeln sich viele aneinandergereihte Tore (heilige Dori) entlang des Sees. Leider waren die Malereien, die Drachen und chinesische Symbole zeigen, etwas verblast, aber trotzdem ein To Do im kaiserlichen Sommergarten.

Tower of Buddhist Incense

Der Dori Pavillonweg führt zum Eingang eines buddhistischen Tempels, auf dem Berg der Langlebigkeit.  10 Yuan Eintritt werden für den Tower of Buddhist Incense erbeten. Für uns war das der beste Tempel, nicht nur wegen der umwerfenden Aussicht auf den See, sondern auch wegen den Gebäuden. Viele Verzierungen mit farbenfrohen Ornamenten und Tiergebilden gestalten die Tempelanlage. Dori führen wieder vom Pavillon des Buddhaweihrauches bis zur Halle der ziehenden Wolken. Die Treppen hinauf wird die Aussicht immer besser und Ausstellungsstücke von kaiserlichen Gegenständen in dem Tempelinneren verlieren ihre Bedeutsamkeit. Oben angelangt, findet ihr den Buddhistischen Tempel des Weisheitsmeeres vor und den besten Überblick über die Parkanlage.

Der Kunming See

Eigentlich war der Sommerpalast nur von einem großen Garten umgeben. Kaiser Qianlong war dies aber zu langweilig und er ließ den Kunming See im 18. Jh. von über 100.000 Arbeitern ausgraben. Ca. Zweidrittel des gesamten Parks werden von diesem See eingenommen. Wenn ihr Lust und Zeit habt, könnt ihr euch hier ein Tretboot ausleihen oder mit einer Gondel den See entlangschiffen lassen. Eine 150 Meter lange weiße Brücke führt zu einer kleinen Insel. Von dieser besitzt ihr bei klarem Wetter die beste Aussicht auf den Berg der Langlebigkeit und den Buddhistischen Tempeln.

Alter Sommerpalast

 Mit mehr Parkfläche, Wasserspielen und alten Bäumen ist der Alte Sommerpalastpark ausgestattet, der ca. 3 km vom Neuen Sommerpalast entfernt liegt. Am Eingang werden 30 Yuan verlangt. Entlang des Parks findet ihr auch immer wieder Wegweiser vor. Wir fanden, dass es sehr einfach war sich in dem Park zu verlaufen. Bei den ganzen schönen Seen, die mit unzähligen Seerosen bewachsen sind und den runden Brückenbögen, fällt es schwer auf den Weg zu achten. Überall entdeckten wir eine neue Besonderheit.

Im Herzen der Bevölkerung Pekings liegt der im 12. Jahrhundert erbaute Alte Sommerpalast mehr verankert als der Neue Palast. Für die Untaten der Franzosen und Briten, während des Opiumkrieges, bleiben die zerstörten Ruinen als Symbol in den Köpfen der Menschen erhalten. Der damalige Palast wurde von Kaiser Qianlong im europäischen Still errichtet. Aus diesem Grund werdet ihr dort Gebäuderuinen vorfinden, die den griechisch und barocken Baustil noch immer ähneln. Außergewöhnlich fanden wir auch den kleinen weißen Pavillon, der von einem Labyrinth von halbhohen Mauern umgeben war. Es ist gar nicht so leicht aus diesem wieder herauszufinden. Plant mindestens 3 bis 4 Stunden für den Park ein, wenn ihr diesen ablaufen möchtet.

Tempel von Peking

Temple of Heaven – der Himmelstempel

Inmitten Peking befindet sich ein 270ha großer Park, indessen Herzen sich eine Tempelanlage befindet, die eigentlich keine ist. 68 CNY kostet der Eintritt. Der Altar des Himmels, heißt die Anlage übersetzt, ist ein Ort für Feste und Gebete des Sohns des Himmels – so bezeichneten sich die damaligen Kaiser Chinas. Die Erde ist quadratisch, der Himmel ist Rund – nach diesem Prinzip wurden die Gebäude angeordnet. Auf einem quadratischen Untergrund befinden sich tempelartige Objekte in runder Form. Der Wichtigste unter ihnen ist die Halle der Erntegebete. 1420 erbaut, ist das lilabläuliche, 38 Meter hohe Gebäude ein Augenschmaus chinesischer Architektur. Durchquert ihr den Innenhof in Richtung Süden, gelangt ihr zu einer Art Damm. In der Mitte des breiten Weges, sind extra lange Platten verlegt. Nur dem Kaiser war das Beschreiten dieses Mittelganges vorbehalten. An den Außenseiten begleiteten ihn seine Blutsverwandten und anschließend die normale Bevölkerung.

Wie auch die Halle der Erntegebete, wurde das kaiserliche Himmelsgewölbe (Bild links und mitte)in demselben runden Baustil errichtet. Hier wurden früher die Ahnentafeln des Kaisers aufbewahrt. Das Gebäude wird umgeben von einer steinernen, runden Mauer mit einem Eingangstor – der Echowall (Bild rechts). Flüstert man an einem Teil der Mauer etwas hinein, kann man dies im gegenüberliegenden Mauerteil hören.

Gegenüber dem kaiserlichen Himmelsgewölbe befindet sich der Rundaltar Circular Mound (Bild links). Neun ist die höchste ungerade Zahl, die im chinesischen als Himmelszahl gilt. Aus diesem Grund ist die oberste der drei weißen Marmorterrassen in neun Kreise unterteilt. Diese stellt den Himmel dar. In der Mitte befindet sich eine silberne Platte (Bild rechts), die den Mittelpunkt des Universums darstellt, von der aus das Gesagte direkt in den Himmel zu den Göttern gelangt.




Wir sind anschließend vom Rundaltar über den Park zurückgelaufen. Nach den Weisheiten des Konfuzius errichtet, ist der Park geradlinig angeordnet und alles hat seinen geordneten Platz. Jeder der alten Bäume steht genau dort, wo er stehen soll. Auch der duftende Rosengarten ist nach Konfuzius ausgerichtet. Lässt euch im Park etwas Zeit und genießt die frische Luft ohne die ganzen Autoabgase der Stadt.

Yong He Lama Tempel

Der bedeutendste buddhistische Tempel Pekings ist wohl der tibetanische Lama Tempel. Der Eintritt beträgt 30 Yuan. Man geht davon aus, das die ersten Gebäude im 14. Jahrhundert errichtet wurden. Damals war dieser aber noch Sitz des Kaisers. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Tempel den Lamas zugesprochen. Ein großes Eingangstor und eine kleine Allee führen zur ersten Tempelhalle.

Weitere Tempelhallen verlaufen die nacheinander. Heute wird der Yong He Lama Tempel aber nur noch als Museum genutzt, weil das chinesische Verhältnis zu dem tibetanischen Buddhismus durch die Besetzung Tibets sehr gestört ist. Trotzdem sind viele Pilger in der Anlage vorzufinden, die sich des Öfteren vor Verehrung auf den Boden werfen.

In der letzten Halle, der Halle des unendlichen Glücks (Pinyin Banfuge), befindet sich ein 18 Meter großer, stehender Buddha. Dieser stammt aus einem einzelnen Wandelholzbaum, der 26m hoch war. Der Buddha war ein Geschenk vom 7. Dalai Lama an den Kaiser Qian Long.

Konfuzius Tempel

Nur wenige Meter vom Lama Tempel entfernt befindet sich der Konfuzius Tempel. Auch hier müssen wieder 30 Yuan Eintritt entrichtet werden und auch die üblichen Sicherheitskontrollen fehlen nicht. Gleich nach dem Eingangstor findet ihr die Weiße Statue des chinesischen Philosophen Konfuzius vor. Dahinter befinden sich ordnungsgemäß angeordnete Gebäude des Konfuzius. An der Seite führt ein Eingang zu einer Halle, die mit mehreren großen Steinplatten versehen ist. Auf diesen sind alle Absolventen der Konfuzius Universität graviert. Von dieser Halle gelangt ihr anschließend in die Konfuzius Universität, dem Imperial Collage. Das schönste ist eigentlich das bunte Eingangstor.

Dahinter findet ihr Schulungsräume, einen Pavillon in der Mitte mit dem “Thron” von Konfuzius und eine weitere Konfuzius-Statue vor. Anfang des 14. Jahrhundert errichtet, finden hier immer noch Festlichkeiten statt. So wohnten wir einer Schuleinführung bei.

Hutongs – die alten traditionellen Wohnhäuser-Siedlungen

Peking war eine traditionelle, historische Stadt und bevor die Kommunisten an die Macht kamen und der Stadt dieses kalte Antlitz verliehen, lebten die Menschen in Hutongs zusammen. Das sind kleine chinesische Häuser, die eine Art eigene Community bilden und durch Mauern mit Eingangstoren teilweise wie Labyrinthe wirken. Hier findet man noch das alte China vor. Glückliche Menschen, die in den Höfen der Hutongs sitzen und Spiele spielen, Frauen die für mehrere Familien Essen kochen und spielende Kinder auf den Straßen – so muss man sich die nicht von Touristen besuchten Hutongs vorstellen. In den 50 er Jahren existierten noch 6.000 dieser Gemeinschaften. Heute sind es eher noch 1.000. Peking wäre aber nicht China, wenn man aus den Hutongs nicht noch eine Touristenattraktion machen würde.

So wurden gerade die bekanntesten Hutongs, im Bezirk zwischen der Nanluoguxiang Metro und dem Glockenturm, restauriert und zu einer Souvinierstraße mit Cafés und Shops umgestaltet. Sehr historisch kommen einem diese Gebäude nicht mehr vor. Trotzdem lohnt sich eine kleine Bummeltour durch die engen Gassen und Touristenmassen.

Trommelturm und Glockenturm

Am Ende der bekannten Hutongzone, gelangt ihr zum Trommelturm und zum gegenüber befindlichen Glockenturm. Möchtet ihr die Türme besichtigen, dann ist dies mit einem Sammelticket für ca. 30 Yuan möglich. Einen Trommel- und Glockenturm findet man in chinesischen Städten häufig vor. Beide wurden zur Zeitmessung und Zeitverkündung durch Trommel- und Glockenschlag genutzt. Zwischen den beiden Türmen befindet sich der Trommel- und Glockenplatz. Am Abend sind hier Einheimische bei Tanzproben vorzufinden.

Beihai Park mit Seerosen und Drachen

Ein besonders schöner Park ist der Beihai Park im Nordwesten der Stadt. Ihr könnt ein Sammelticket kaufen für 20 und die Tempelanlagen besichtigen oder ein einfaches Ticket für 10. Wenn ihr den Park betretet, dann werdet ihr von den Lotusblüten, die den großen See bedecken begeistert sein. Wie italienische Gondeln gleiten kleine Boote auf dem Wasser. Die Szenerie wird von den weißen Brücken noch vervollständigt. Auf einem kleinen Hügel mitten im See, befindet sich einen weißen tibetanischen Stupa aus dem 17. Jahrhundert, die zu Ehren des Dalai Lamas errichtet wurde. Entlang des Ufers spazierst du hier durch Baum-Alleen und entdeckst lustige Figuren.

Auf der gegenüberliegenden Seeseite der Jade Insel, dem Nordufer, befindet sich der Yong an Tempel und das Peaceful Heart, der mit seinem kleinen Park mit Brücken und Pavillon entzückt. Ganz in der Nähe befindet sich die Wand der Neun Drachen. Bunte Drachen schlängeln sich auf einer Steinwand entlang. Ebenso faszinierend sind die auf dem Wasser befindlichen fünf Drachenpavillon. Schaut ihr in einem der Pavillon nach oben, erblickt ihr einen Drachenkopf, der aussieht, als ob er vom Himmel fällt.




Houhai Lake und Lotusbazar

Verlasst ihr den Beihai Park am Nordtor und überquert die Straße, gelangt ihr zum Qianhai See und zum Lotusbasar. Der Lotusbasar ist eine kleine Schlemmermeile mit chinesischen Außergewöhnlichkeiten, wie Eis das aussieht wie eine Pflanze in einem Blumentopf. Mehrere Restaurants säumen den Weg bis zum Houhai See. Beide Seen werden durch eine kleine weiße, aber breite Brücke getrennt. In deren Umgebung findet ihr alle möglichen Restaurants und Bars vor. Vor allem in den Abendstunden ist es hier sehr schön, aber auch voll von Touristen und Einheimischen. Alle genießen und schlemmen beim Sonnenuntergang.

Olympiapark

Im Norden der Stadt befindet sich der Olympia-Forest-Park. Für die in Peking 2014 ausgetragenen Olympischen Spiele fertiggestellt, ist der Park für Sportinteressierte noch immer eine Sehenswürdigkeit. Der Ice-Cube (Schwimmhalle), die Olympische Fackel, das Vogelnest (Stadion) und der 247 Meter hohe Observation Tower sind die Highlights in der riesigen Parkanlage.

Auch ein Besuch am Abend wenn es dunkel ist können wir empfehlen.Dann erstrahlen besonders schön Olympische Schwimmhalle (in der Michael Phelps den Olympischen Rekord von 9 Goldmedallien aufstellte) und das Leichtathletikstadion in schönen Farben.

Einkaufsmeilen

Sanlitun South Road

Was wäre Peking für eine Hauptstadt, wenn man hier nicht auch richtig gut einkaufen gehen könnte – und das kann man. Auf der Sanlitun South Road z.B. befindet sich in einem Shoppingdorf, wie die Chinesen eine nicht überdachte Mall nennen, der größte Adidas Store der Welt. Auch Nike und andere Sportgeschäfte sind hier vertreten. Das in der Nähe liegende 3.3 Shoppingcenter verspricht ebenfalls einen taschenvollen Einkaufsspaß.

Liulichang Straße – Kaligrafenstraße

Wer sich eher für die chinesische Schriftkunst und Kaligrafie interessiert, der wird in der Liulichang Straße (Haltestelle Hepingmen oder Hufangqiao) seine Freude haben. Von Papier bis außergewöhnliche Schreibfedern und schönen Häusern, findet ihr alles vor was ein Künstlerherz begehrt.

Snackmeile und Shoppingmalls an der Wangfujing U-Bahnstation

Für seine außergewöhnlichen chinesischen Snacks, wie gebratene Insekten am Spieß, ist die Snackmeile auf der Wangfujing Street bekannt. Wer chinesisches Streetfood probieren möchte, ist hier genau an der richtigen Stelle. In einer Querstraße zur Snackmeile können auch alle möglichen Souvenirs erstanden werden.

Wer chinesische Markenprodukte kaufen möchte, der ist in den anschließenden Shoppingmallen, die sich die Wangfujing Straße entlang ziehen, genau richtig.

Unterkunft

In Peking sind die Hotelkosten intensiver als in den anderen chinesischen Städten. Aus diesem Grund haben wir schon allein für unser privates Hostelzimmer mit Gemeinschaftsbad ca. 38 Euro pro Nacht bezahlt. Das Happy Dragon Saga Youth Hostel liegt nicht weit vom Zentrum an der Metro Station 1 entfernt. Man darf auch in der Hauptstadt von den Hotelzimmern nicht zu viel erwarten, wenn man nicht grade hohe Summen zahlen möchte. Eine Dachterrasse und ein Restaurant mit Billiardtisch sowie Sonderveranstaltungen, machten den Aufenthalt angenehm. Von diesem Hostel haben wir auch unseren Ausflug zur Chinesischen Mauer gebucht, der ohne Probleme verlief. Das Personal spricht fließend Englisch, was auch in der Hauptstadt eine Seltenheit ist und ist sehr Hilfsbereit. Zudem sind an den Wänden des Treppenaufganges Bilder mit allen Infos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten  (inkl. Informationen mit welchen Verkehrsmitteln ihr dort hin kommt) angebracht.

Anreise

Für 325 Yuan sind wir von Shanghai nach Peking mit dem Übernachtzug angereist. Wir waren 16 Stunden unterwegs, aber durch die Nacht ging die Zeit schnell vorbei und im Hardsleeper waren die Betten in der 6 er Kabine auch ok. Es gibt auch Schnellzüge, die die Strecken in 5 Stunden schaffen, aber dementsprechend auch teurer sind und lange Zeit vorher ausgebucht. Durch die lange Fahrt über Nacht sparten wir uns zusätzlich eine Übernachtung. Vom Bahnhof kommt man mit der Metro dann schnell ins Zentrum oder wohin man auch immer möchte.




Was du noch über Peking wissen solltest

  1. Egal wo ihr in Peking wohnt, achtet auf eine gute Metroverbindung.
  2. Nehmt euch nicht zu viel an einem Tag vor. Peking ist riesig und ihr braucht von A nach B länger als ihr denkt.
  3. Besucht ihr gern Museen, lohnt sich eine Museumskarte, die ihr in den Touristeninformationen erhaltet.
  4. Da ihr viel mit der Metro fahren werdet, lohnt es sich eine Metroaufladekarte zu kaufen. Für 3 Yuan pro Fahrt ist dies mehr als günstig und ihr erspart euch das lange Anstehen am Ticketschalter.

Fazit zu Peking

Wenn man in Peking ist, dann fühlt man sich ständig kontrolliert und überwacht. Überall gibt es Kontrollen, vor allem in der Metro und bewaffnete Soldaten sind keine Seltenheit. Wir fühlten uns nicht wirklich wohl. Ansonsten kann man die Stadt als einen großen kalten Betonklotz bezeichnen. Nur die unzähligen Sehenswürdigkeiten wie Tempel und Parks lockern das triste Stadtbild etwas auf. Trotz dessen, sollte ein Besuch der Hauptstadt Chinas, wegen dem Tagesausflug zur Chinesischen Mauer, den alten und neuen Sommerpalast und den Hutongs, ein Muss sein. Als Highlight unserer Chinareise sehen wir Peking jedoch nicht an.

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