Wie unzählige Zahnstocher ragen die riesigen Wolkenkratzer in die Höhe. Nur der windende Perlfluss verschafft der Stadt Freiraum zum Atmen – Hongkong: das größte Finanzviertel Asiens. Als ehemalige britische Kolonie wurden die 263 Inseln und die Halbinsel Hongkong erst im Jahr 1997 wieder an China zurückgegeben. Als Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China besitzt das Hongkong dennoch seine eigenen Gesetze und eine freie Marktwirtschaft. Ungefähr 25 Prozent der Gesamtfläche (1.104 m²) sind von über 7 Millionen Menschen besiedelt. Davon sind 95 Prozent Chinesen. Diese verteilen sich wiederum auf die Insel Hongkong und das Festland Kowloon. Beide Bereiche werden durch die Meeresenge Victoria Harbour getrennt. Im nördlichen Teil erstrecken sich bis an die chinesische Grenze die „New Territories“ mit den vielen kleineren Inseln.

Wer Großstädte mit viel Wirbel, Hektik, Menschenmassen, Hochhäusern und Shoppingmalls mag, wird Hongkong lieben. Wir waren 5 Tage in Hongkong und das war mehr als genug. Was die Stadt an Sehenswürdigkeiten und Besonderen zu bieten hat, möchten wir euch in diesem Reisebericht vorstellen.




Hongkong Island

Das Stadtbild von Hongkong Island

Die eigentliche Insel Hongkong ist durch seine unzähligen Wolkenkratzer bekannt. Hier haben sämtliche bekannte Banken Fuß gefasst und übertreffen sich in der Höhe ihrer Gebäude. Moderne Gebilde teilen sich ihren Platz mit älteren Hochhäusern und großen Shoppingmalls. Zwischendurch werdet ihr häufig doppelstöckige Straßenbahnen sehen, die als Attraktion in Hongkong gelten. Durch das Klima bedingt gibt es in der Stadt häufig Regen. Deshalb wurden fußgängerfreundliche, überdachte Gänge angelegt. Zu unserer Überraschung fanden wir zwischendurch auf einmal einen kleinen Park, als wir die Fußgängerbrücken entlang gingen.

Victoria Peak

Der Victoria Peak mit 552m Höhe ist der bekannteste Aussichtspunkt der Stadt. Ihr könnt euch überlegen für 90 HKD mit der 1888 erbauten Schweitzer Sandseilbahn bis zum Aussichtspunkt zu fahren oder für 50 HKD ein Taxi zu nehmen. Auf dem Gipfel erwartet euch ein Einkaufszentrum, Madame Tussauds und ein Trick Eye Museum. Fahrt im Einkaufzentrum bis zu L3 hinauf und ihr könnt einen ersten kostenlosen Blick auf die Skyline der Stadt genießen. Wem das nicht genügt, der kann bis ganz nach oben fahren und für 50 HKD den Rundumblick erhalten. Besonders zum Sonnenuntergang lohnt sich der Eintritt zum Peak, dann könnt ihr die Stadt einmal im Hellen und Dunkeln bestaunen.

Längste, Open-Air Rolltreppe der Welt

Wer sich für ein Objekt der Guinness Weltrekorde interessiert, der ist auf der längsten, überdachten Open-Air Rolltreppe der Welt genau richtig (9-11 Cochrane Street, 2508 1234‎ Hong Kong). Über 20 Minuten geht es 800 Meter bergauf. 135 Höhenmeter werden hier überwunden. Leider geht die Rolltreppe nur in eine Richtung – nach oben. Wer oben angelangt ist, der muss den Weg zum größten Teil per Treppe wieder hinabsteigen. Wer jedoch vor 10 Uhr morgens kommt, sieht die Rolltreppe nach unten fahren. Wir dachten eigentlich, dass diese besondere Attraktion durchgehend verläuft. Zu unserer Überraschung setzt sich die Open-Air Rolltreppe aber aus 20 einzelnen Rolltreppen zusammen. Zwischendurch könnt ihr auch die angrenzenden Restaurants und Bars besuchen und euch eine kleine Pause gönnen.

Man Mo Tempel

Wenn ihr nach Hongkong fahrt, dann bestimmt nicht wegen eines chinesischen Tempels. Den Man Mo Tempel solltet ihr trotzdem gesehen haben. Unweit der längsten Open-Air Rolltreppe, versteckt sich der kleine Tempel zwischen ein paar Hochhäusern. Der 1847 erbaute Man Mo Tempel gilt als ältester Tempel in Hongkong. Er wurde dem Gott der Literatur und dem Gott des Krieges gewidmet, die am Altar als Figuren abgebildet sind. Am Eingang erwartet den Besucher ein sehr schön verziertes Tor und dahinter zwei Wände mit Räucherstäbchen und Wunschgebeten. Viele Studenten kommen täglich hier her, um für ihr Glück in den Prüfungen zu beten.




Die Hongkong Tram

Ein bisschen mulmig wird einem schon, wenn man in der Hongkong Tram im zweiten Stock sitzt und auf eine andere Tram zusteuert. Trotzdem ist die Fahrt in der Doppeldecker-Tram eine absolute Attraktion, die ihr nicht verpassen solltet. Für nur 2,50 HKD könnt ihr so lange fahren wie ihr mögt. Die seit 1904 existierende britische Straßenbahn verfügt über ein 13 km langes Straßenbahnnetz. Diese alten Transportmittel verleihen der Stadt einen rustikalen Touch und geben sehr schöne Fotomotive.

Sonstige Sehenswürdigkeiten auf Hongkong Island

Ein kleines Überbleibsel aus der britischen Besatzungszeit findet man immer mal hier und dort. So werdet ihr in der Duddel Street z.B. eine Treppe mit alten Gaslampen vorfinden. Eine Attraktion? Nein nicht wirklich, aber wir haben sie trotzdem besucht. Genauso die große Pferderennbahn in der Stadt. Wer Zeit hat kann bei einem Rennen zuschauen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Lasst euch vom 1906 erbauten „Western Market“ Gebäude nicht täuschen, es sieht von außen besser aus als von Innen. Statt wie früher einen Lebensmittelmarkt, beinhaltet dieser heute nur noch kleine alte Läden die Stoff anbieten. Auch die angeblich deutsche Bäckerei „Das Gute“ bietet keine deutschen leckeren Brötchen an.

Jeden Abend wird eine synchronisierte Lightshow gezeigt: „A Symphony of Lights“, die im Guinness Welt Rekord Buch als die größte permanente Lightshow mit Musik steht. Wir fanden diese hingegen nicht so beeindruckend, aber wer Zeit hat kann sich diese ab 19.45 Uhr von der Hafenfront anschauen.

Ausgehen/Party: Lan Kwai Fong

Was macht man eigentlich abends in Hongkong? Genau Party! Und wo macht man das am besten? Die Antwort: In Lan Kwai Fong. Überall auf Hongkong Island wirken die Straßen nachts für asiatische Verhältnisse wie ausgestorben, doch nicht in der Partyzone Lan Kwai Fong. Das Straßenquadrat wird von vielen kleinen Bars mit Tanzflächen und Restaurants beherrscht. Laute Musik begleitet die Feierfreudigen auf der Straße und die schickste Kleidung wird getragen. Hier solltet ihr euch wenigstens ein Bier gönnen und das bunte Treiben beobachten – Vielleicht im der Bar „Schnurbart“?

Kowloon – das ältere Hongkong

Das Stadtbild

Nicht mehr ganz so modern wirkt das Festland von Hongkong. Das Straßenbild wird immer noch mit riesigen Shoppingmalls und Einkaufsstraßen geprägt. Hier gesellen sich nun aber auch noch Nachtmärkte und größere Parkanlagen hinzu. Wer Hongkong Island schon stressig fand, der wird von dem Trubel des Stadtteils Tsim Sha Tsui erschlagen. Alles blinkt und leuchtet in grellen Farben.

Uferpromenade

Die Hauptattraktion von Hongkong-Festland findet ihr an der Uferpromenade: Den Ausblick auf die Skyline des Finanzviertels in Hongkong Island. Entlang der Strecke zum größten Hafen von China erstrecken sich über 1.300 Hochhäuser mit über 100 Meter Höhe. Auf dem Wasser werdet ihr, wenn ihr Glück habt, neben den Transportbooten auch Drachenboote sehen können. Der Glockenturm an der Promenade ist das einzige Stück vom alten Bahnhof Kowloon, dass heute noch zu sehen ist. Die Uferpromenade solltet ihr zum Sonnenuntergang anschauen, da ihr dann die Skyline von Hongkong Island einmal im hellen und einmal im Dunkeln sehen könnt.

Garden of Stars

Der Garden of Stars war Park an der Uferfront von Kowloon. Notwenige Reparaturarbeiten veranlassten einen Umzug der bekannten Statuen zur „Avenue of Stars“. 2018 soll der Garden of Stars aber wiedereröffnet werden. Die berühmten Stars von Hongkong können aber immer noch besichtigt werden. Unter anderem findet ihr die Bruce Lee Statue nun im Zentrum der Starry Gallery auf einer extra angefertigten Promenade. Handabdrücke von weiteren Filmstars, Sängern, Schauspielern und Musikern können ebenfalls bestaunt werden. Die Avenue wirkt aber nicht mehr so hinreißend, da der Ausblick auf die Skyline im Hintergrund der Statuen nicht mehr gegeben ist.




Das 10.000 Buddhas Kloster

Etwas abseits der Stadt im Stadtteil Sha Tin befindet sich das Kloster der 10.000 Buddhas. Den Namen erhielt das Kloster durch die über 10.000 kleinen Buddha-Statuen, die die Wände der Haupthalle zieren. Ihr müsst mit der East Rail Line zur Station Sha Tin fahren. Wenn ihr die Station verlasst, seht ihr das Kloster bereits auf dem Berg. Der Weg zum Kloster wird gesäumt von goldenen Mönchsfiguren und Buddha-Figuren. An der Zahl sollen es um die 500 sein. Das Kloster wurde erst in den 1960er Jahren errichtet. Der Erbauer war ein Mönch aus Peking. Etwa 10 Jahre nach der Fertigstellung der großen Haupthalle starb der Mönch und wurde hier beigesetzt. Zuvor prophezeite er, dass er nie verwesen wird. Tatsächlich soll der tote Körper Jahre später noch genauso ausgesehen haben wie bei der Beisetzung. Zu Ehren des Mönches, wurde er in Gold gegossen und in der großen Haupthalle in einem Glaskasten ausgestellt.

Auf der zweiten Ebene der Anlage, findet ihr weitere lebensgroße Figuren von Mönchen oder Buddhas in allen Posen und mit verschiedenen heiligen Tieren, die in einem kleinen Wäldchen stehen oder die Terrasse mit der Aussicht auf das Wohngebiet verzieren. Das Kloster bat eine willkommene Abwechslung zu dem ganzen Stadtlärm des Zentrums von Hongkong.

Kowloon Park

Wer von dem ganzen Trubel der Stadt eine kurze Pause benötigt oder sich sportlich betätigen möchte, der sollte den Kowloon Park besuchen. Neben einem grünen Park mit einem kleinen Zoo und bunten Blumen, gibt es hier ein großes Schwimmbad und mehrere Sportplätze. Zeit zum Träumen findet man in einem chinesischen Garten oder bei einem Kaffee in den Restaurants der Anlage.

Tempel Street

Am Abend solltet ihr einen kurzen Abstecher auf die Tempel Straße machen. Wer von euch noch Souvenirs und etwas Kitschiges für zu Hause sucht, der wird hier fündig! Alles Mögliche wird angeboten, von Winkekatzenschüsseln bis zu Regenschirmen in der Dose. Für Schlemmermäuler bieten die umliegenden Streetfoodshops die passende Gelegenheit einige chinesische Köstlichkeiten zum kleinen Preis zu probieren.

Tagesausflug auf die Insel Lantau

Etwas aufwendiger ist die Anreise zum großen Buddha von Lantau. Zuerst müsst ihr die MTR nach Tung Chung nehmen. Am Ausgang B erwartet euch dann das Cable Car, welches euch in 25 Minuten bis fast zur Spitze des Hügels bringt. Alternativ und kostengünstiger ist der Bus 23 vom Tung Chung Center. Bei diesem dauert die Fahrt aber nochmal 45 Minuten. Bei beiden Varianten müsst ihr nochmal 10 Minuten bis zum Buddha laufen und ca. 268 Stufen überwinden. Der Aufstieg lohnt sich aber, da ihr bei schönem Wetter eine super Aussicht auf die umliegende Berglandschaft besitzt. Die Erbauung des Buddhas hat 12 Jahre gedauert. Mit 34 Metern ist dies die 5 größte Buddha-Statue in China und die zweitgrößte Open-Air sitzende Buddha-Statue der Welt.

Shoppen in Hongkong

Besonders zum Einkaufen ist die Stadt ein kleines Paradies. Es gibt nichts was es nicht gibt und noch viel mehr – zu europäischen Preisen. Manchmal lohnt sich ein Blick in mehrere Geschäfte. Die Preise können variieren. Da in Hongkong keine Zusatzsteuern erhoben werden, sind gerade elektronische Geräte etwas günstiger als in Europa. Einen Tag zum Shoppen solltet ihr mindestens einplanen.

Was ihr noch über Hongkong wissen solltet

  • Visa: Keine Visa erforderlich. Bei Einreise bekommen deutsche Staatsbürger eine 90 tägige Aufenthaltserlaubnis.
  • MTR – Tageskarte für 65 HKD: Der Tagespass ist bei jedem MTR Ticketschalter erhältlich. Da Hongkong zu Fuß recht gut zu bewältigen ist, lohnt sich dieser Pass nicht immer, vor allem weil eine Fahrt nur ca. 9,50 HKD kostet.
  • Star Ferry von/nach Hongkong Island zu Kowloon: Fahren direkt vom Star Ferry Peer in Kowloon zum Central Peer auf Hongkong Island für 2,50 -3,50 HKD. Ihr könnt eine tolle Aussicht auf die Skyline erhaschen.
  • Trendsetter können das neu Eröffnete „Ichi“ Restaurant besuchen. Das populäre Restaurant ist besonders in Japan ein Highlight. Wenn die Ramen auch anderswo besser schmecken, ist die Umgebung und dass Erhalten der Suppe doch ein Abendessen wert – lasst euch überraschen.




Unterkunft

Am Preiswertesten wohnt ihr in Kowloon. Viele Unterkünfte werden in den Chungking Mansions auf der Nathan Road angeboten. Das ist ein riesiges Gebäude mit vielen Stockwerken und Hotels. Alle die darin befindlichen Unterkünfte unterscheiden sich nicht großartig voneinander. Wir haben im Asia Inn übernachtet. Hongkong hat Platzprobleme und deshalb dürft ihr nirgends mit einem großen Zimmer rechnen. Die Räume bestehen gerade einmal aus einem Bett und vielleicht noch einem Quadratmeter Gang, der ins Badezimmer führt. Falls ihr wirklich nur 20 bis 35 Euro Budget habt, dann habt ihr keine Wahl als euch dort einzumieten. Die Zimmer waren zumindest alle sauber und besaßen Klimaanlage und TV. Teurer, genauso klein, aber moderner und wohnlicher ist das Mini Hotel Central in der Wyndham Street auf Hongkong Island. Von diesem Hotel ist es auch nur ein Katzensprung zu allen Sehenswürdigkeiten von Hongkong Island.

Fazit zu Hongkong

Hongkong ist ein Einkaufsparadies mit unzähligen Shoppingmalls und neuen technischen Raffinessen. Skylinefans kommen ebenso auf ihre Kosten. Der Hektik der Stadt kann man kaum entfliehen und umzingelt von den Hochhäusern wirkt die Stadt in sich kalt. Aus diesem Grund lohnt sich nur ein kurzer Abstecher in die Metropole, da diese an Sehenswürdigkeiten nicht allzu viel zu bieten hat.

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