Die Hauptattraktion Chinas ist zweifelsohne die Chinesische Mauer. Ein Besuch zählt zur absoluten Pflicht bei deinem Chinaaufenthalt. In einer Wahl der neuen 7 Weltwunder mit über 100 Millionen Stimmen wurde am 7. Juli 2007 die Chinesische Mauer als eines dieser Weltwunder gewählt. Übrigens, wusstet ihr, dass das Schloss Neuschwanstein bei dieser Wahl nur knapp den Einzug in diese Liste mit dem achten Platz verpasste?! Die Länge der Mauer mit über 21.000 km ist einfach unvorstellbar. Aber um einmal mit einem Vorurteil aufzuräumen, die Chinesische Mauer ist aus dem Weltraum nicht zu sehen, auch wenn die Chinesen etwas anderes behaupten. Weder amerikanische noch chinesische Astronauten konnten sie aus dem Weltall sehen.




Allgemeines zur Chinesischen Mauer

Die historische Grenzbefestigung als Mauer diente bis zum 12. Jahrhundert dazu, die Grenze des Kaiserreiches zum Norden zu sichern. Der Bau der Chinesischen Mauer begann vor etwa 2.700 Jahren. Nach neuesten Messungen erstreckt sich die Chinesische Mauer über 21.000 Kilometer. Sie ist aber nicht durchgängig und besteht aus über 43.000 einzelnen Abschnitten, da sie nur in Gebieten gebaut wurde, die schwer gegen Feinde abzusichern waren. Die reine Länge der Mauer ist nach neuestem Kenntnisstand über 6.000 Kilometer. Damit zählt sie von der Masse und vom Volumen her als das größte Bauwerk der Welt. Etwa 8% der Chinesischen Mauer sind noch intakt, vom Rest sind teilweise nur noch die Fundamente vorhanden oder die Natur erobert sich die Mauer zurück. Der Bau der ersten Abschnitte begann etwa im 7. Jahrhundert v.Chr. Dabei schätzen die Forscher, dass beim Bau der Mauer bis zu einer Million Menschen ums Leben kamen. Bis ins 16, Jahrhundert wurde die Mauer aus- und umgebaut. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum die Mauer nur bis ins 16. Jahrhundert gebaut wurde. Die Grenze Chinas war ab Mitte des 16. Jahrhunderts durch Eroberungen weiter nördlich angelegt, sodass die Chinesische Mauer an Bedeutung verlor, da ihr Zweck der Grenzbefestigung galt. In die Chinesische Mauer integriert wurden ca. 25.000 Wachtürme, die als Waffenlager dienten und zusätzlich etwa 15.000 Signaltürme. Wenn ein Feind in Sicht war wurde mittels Feuer der Nachbarturm informiert.

Tagesausflug von Peking zur Chinesischen Mauer

In der Umgebung von Peking gibt es vier Abschnitte, die von Touristen besichtigt werden können. Der touristischste Abschnitt ist Badaling, der etwa 70 Kilometer vor den Toren von Peking liegt. Ein weiterer Abschnitt mit etwas weniger Touristen befindet sich in Mutianyu. Weitere Abschnitte, die von Touristen besucht werden können, befinden sich in Simatai und Juyongguan. Von den vier genannten Abschnitten, wollen wir euch Badaling (den Ort mit den meisten Touristen!) und den von Einheimischen empfohlenen Ort Mutianyu (etwas weniger Touristen als in Badaling) vorstellen.



Die Chinesische Mauer in Mutianyu

Unser Besuch der Chinesischen Mauer in Mutianyu zählte definitiv zu unseren Highlights unserer Weltreise. Wir haben die Tour in unserem Hostel Happy Dragon Saga Youth Hostel für 280 Yuan gebucht. Morgens um 7.30 Uhr ging es mit dem Bus los in das 66 Kilometer entfernte Dorf Mutianyu. Nachdem wir verschiedene Hostels mit anderen Tourmitgliedern abgefahren und den Verkehr in Peking überwunden hatten, sind wir gegen 10 Uhr nach einem kurzen Fußmarsch an der Seilbahn-Station angekommen. Von nun an hatten wir 3,5 Stunden Zeit für uns selbst (man konnte auch in der Gruppe bleiben), um die Chinesische Mauer zu erkunden. Die Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn kostete pro Person nochmal 120 Yuan. Dabei hast du die Wahl zwischen zwei Seilbahnen. Die obere Seilbahn geht zum Wachturm 5. Das coole daran ist, dass du mit der Sommerrodelbahn wieder runter fahren kannst. Unsere Wahl fiel jedoch auf die untere Seilbahn, die dich zum Wachturm 14 bringt. Der Grund ist ganz einfach: Nur von hier hast du die Möglichkeit bis zum Wachturm 23 zu laufen, um einen Teil der alten, nicht restaurierten Mauer zu sehen. Zwar sollen die Touristen nicht hinter den Wachturm 23 entlang gehen, es stört sich aber niemand daran, wenn du etwas weiter läufst. Also nur Mut, es wird sich lohnen, denn der alte Teil der Mauer ist noch im Originalzustand aus dem 12 Jahrhundert. Die Wege sind schmal, denn die Natur erobert sich die Mauer nach und nach zurück. Ein wirkliches Erlebnis. Je weiter du läufst, desto schwieriger wird der Weg.

Der Weg bis zum Wachturm 23 ist wirklich sehr anstrengend. Wie du auf dem linken Bild erkennen kannst, musst du den Gipfel der Chinesischen Mauer in Mutianyu überwinden. Unzählige Treppen und die brennende Sonne tut ihr übriges. Nehmt genug Wasser mit! Unterwegs könnt ihr zwar auch immer wieder Getränke kaufen, aber diese sind halt etwas teurer.

Unterwegs erhältst du immer wieder tolle Aussichten auf die Chinesische Mauer, die sich scheinbar unendlich majestätisch durch die Berge schlängelt. Wenn man sich vorstellt, dass dies nur ein verschwindend geringes Stück der gesamten Mauer darstellt, kann man sich vorstellen, warum dieses Bauwerk zu den neuen  7 Weltwundern gehört.

Dieser Tag war für uns ein unvergessliches Erlebnis, einmal auf der so berühmten Chinesischen Mauer zu laufen. Deshalb hier noch ein paar Eindrücke.




Die Chinesische Mauer bei Badaling

Nicht weniger eindrucksvoll schlängelt sich die Mauer in dem etwa 70 Kilometer von Peking entfernten Ort Badaling dahin. Leider ist hier das Touristenaufkommen etwas höher, sodass es im Gegensatz zur Chinesischen Mauer in Mutianyu schwerer ist ein kleines Stückchen Mauer für sich zu genießen. Bei unserer Tour hatten wir auch nur 2 Stunden auf der Mauer Zeit. Deshalb konnte man sich auch nicht zu weit vom Ausgangspunkt entfernen.

Die kurze Zeit auf der Mauer war bedingt durch einen zusätzlichen Stopp bei den Ming Tombs und den obligatorischen Stopp bei einer Ming-Vasen Manufaktur. Die kaiserlichen Gräber der Ming Dynastie sowie die Verkaufsveranstaltung der Ming-Vasen waren jetzt nicht wirklich eindrucksvoll, sodass wir uns eher mehr Zeit auf der Chinesischen Mauer gewünscht hätten.




Fazit zur Chinesischen Mauer in Badaling und Mutianyu

Beide Orte überzeugen mit herrlichen Ausblicken von der und auf die Mauer. Dennoch hat uns die Tour nach Mutianyu besser gefallen. Zum Einen war es das geringere Touristenaufkommen und zum Anderen der Fakt in Mutianyu ein Stück der alten, nicht restaurierten Mauer sehen zu können. Zudem hatten wir auch bei der Tour nach Mutanyiu fast die doppelte Zeit auf der Mauer. Wir würden dir also empfehlen in Mutianyu die Chinesische Mauer zu erkunden und zu bestaunen. Die ganz Abenteuerlistigen unter euch können sich einen privaten Fahrer (ca. 1.000 Yuan) und sich etwas oberhalb Mutianyu bei der Mauer rauslassen und dann über die alte und neue Mauer bis nach Mutianyu zu wandern. Dieser Weg ist aber mit ein wenig klettern verbunden, da dieser Streckenabschnitt nicht restauriert wurde und dort viele Teile der Chinesischen Mauer zugewachsen sind bzw. der Weg durch Steine blockiert wird. Wir haben Reisende getroffen, die genau diese Art der Erkundung der Mauer gewählt haben und begeistert waren. Die Chinesische Mauer war für uns ein absolutes Highlight auf unserer Chinareise.

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