Das Wahrzeichen von Sabah einem Staat in Borneo, Malaysia, ist der Mount Kinabalu. Mit einer Höhe von 4.095 Metern ist der Mount Kinabalu der höchste Berg Südostasiens. Im Jahr 2000 wurde der Mount Kinabalu in die UNESCO World Heritage List aufgenommen. Er zählt zu den Highlights in Borneo diesen einzigartig aussehenden Berg zu besteigen. Viele denken der Berg ist ein Vulkan, tatsächlich ist er ein Granitfelsen. Selbst wenn du nicht sehr kletterbegeistert bist, kannst du im Dschungel am Fuße des Berges einen Tag mit Wandern und Wildtierbeobachtung verbringen. In diesem Reisebericht geben wir dir eine Zusammenstellung der Kosten für die Besteigung und zeigen dir die verschiedenen Trails im Kinabalu Park am Fuße des Mount Kinabalu auf.

Der Kinabalu Park und seine Trails

Eintritt: Der Eintritt in den Kinabalu Park kostet dich 15 MYR pro Person. Alle Busse zwischen Kota Kinabalu und Sandakan fahren am Visitor Center des Kinabalu Parkes vorbei. Eine Fahrt von Kota Kinabalu kostet etwa 15-20 MYR (ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit) und von Sandakan ca. 30-35 MYR (ca. 2,5 Stunden Fahrtzeit).  

Das Visitor Center

Der Kinabalu Park umfasst insgesamt ca. 75.000 Hektar. Den Park zeichnet eine hohe Pflanzenvielfalt aus. Etwa 6.000 Pflanzenarten gibt es in diesem Park zu entdecken. Ebenfalls im Park beheimatet sind nach Angaben der malaysischen Touristenbehörde mehr  als 300 Vogelarten. Auf zehn Trails kannst du die Umgebung des Visitor Centers erkunden, bei dem du auch eine Karte der Umgebung erhältst. Die Trails sind relativ gut ausgeschildert und kannst dich eigentlich nicht verlaufen, da die verschiedenen Wanderwege miteinander verbunden sind.

Welche Trails sind wir gelaufen?

Der Kiau View Trail und der Silau Silau Trail

Wir haben am Visitor Center begonnen und sind entlang des Kiau View Trails (60 Minuten; 2.366m) gewandert. Der Weg enthielt steile Passagen, war aber trotzdem nicht anspruchsvoll. Auf diesem Trail konnten wir einige Vögel und Eichhörnchen beobachten. Einen Aussichtspunkt gab es aber nicht, wie man dem Namen her hätte vermuten können.  Direkt am Ende des Kiau View Trails startet der Silau-Silau-Trail (70 Minuten; 3.057m). Diesen sind wir bis etwa zur Hälfte zum Botanical Garden gelaufen. Der Trail führt durch den Dschungelwald entlang eines kleinen Baches. Der Silau-Silau-Trail ist ein sehr einfacher Wanderweg und wird daher von den meisten Besuchern gelaufen. Tiere haben wir auch hier nicht sehen können. Abgesehen von den mit Moos bewachsenen Bäumen und Steinen war auch hier kein Highlight zu finden.

Der Botanical Garden

Angekommen am Botanical Garden mussten wir 5 MYR (ca. 1 Euro) Eintritt bezahlen. Wir erwarteten außergewöhnliche Pflanzen mit Blüten in verschiedenen Farben. Auch hier wurden wir wieder enttäuscht. Es gab insgesamt drei Pflanzenarten mit bunten Blüten, ansonsten unterscheidet sich der Botanische Garten nicht von den Trails. Wahrscheinlich waren wir auch zur falschen Jahreszeit im Park. Die verschiedenen Bilder zeigten z.B. die riesige kelchartige fleischfressende Pflanze (Pitcher Plant), die wir aus Deutschland nur in Kleinformat kennen. Wir erwarteten auch im Botanical Garden eine Rafflesia, die größte Blume der Welt, anzutreffen, leider sind diese aber nur im Poring Hotspring Park zu besichtigen.

Bukit Burung Trail, Liwagu Trail und Bundu Tuhan View Trail

Vom Botanischen Garten sind wir ca. 300 Meter den Silau-Silau-Trail zurückgelaufen, um auf den Bukit Burung Trail (45 Minuten; 1.425m) abzubiegen. „Bukit“ ist malaysisch und bedeutet Hügel. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kamen wir hier ganz schön ins Schwitzen. Schöne Aussichten hatte man aber trotz des kleinen Hügels nicht, da durch den dichten Dschungel alle Blicke ins Tal zugewachsen waren. Der Bukit Burung Trail endet im Silau-Silau-Trail, den wir dann noch bis zum Ende gelaufen sind. Von diesem sind wir dann über eine Brücke auf den Liwagu Trail abgebogen. Etwa 500 Meter weiter entlang des Weges gelangten wir dann auf den Bundu Tuhan View Trail (30 Minuten; 465m). Diesen steilen  und durchaus anstrengenden Weg haben wir für eine gute Aussicht auf uns genommen. Doch auch hier versperrten Bäume die freie Sicht. Von diesem „Aussichtspunkt“ ging es dann etwa 300 Meter meist bergab zurück zum Visitor Center.

Insgesamt waren wir enttäuscht von diesen Trails. Nur wer Gefallen an Waldspaziergängen ohne Aussichtpunkte hat, dem empfehlen wir einen Tag im Kinabalu Park. Dazu müsst ihr aber nicht im Park übernachten. Es reicht eine Tagestour vom ca. 95 Kilometer (1,5 Stunden mit dem Bus) entfernten Kota Kinabalu aus.

Die Poring Hotsprings

Anreise/Eintritt: Die Anreise erfolgt über Ranau. Der Bus von Kota Kinabalu nach Ranau kostet 20-25 MYR. Von Ranau könnt ihr euch dann für MYR 30 ein Taxi zu den etwa 25 Kilometer entfernten Poring Hotsprings nehmen. Alternativ fahren auch Minibusse dort hin, jedoch nur wenn sie voll sind. Der Eintritt in die Hotsprings kostet 15 MYR. 

Die heißen Quellen liegen ebenfalls im Kinabalu Park etwa 45 Kilometer vom Visitor Center entfernt. Nach einem anstrengenden Tag kannst du hier deine müden Muskeln entspannen und neue Energie tanken. Wir haben die Poring Hotspring aber nicht besucht, da das Wetter einfach zu warm für heiße Quellen gewesen ist. Solltest du dich entschließen die Quellen zu besuchen, dann gibt es in der Umgebung der Poring Hotsprings auch noch jede Menge anderer Aktivitäten. So kannst du Poring Canopy Walk gehen, ein Orichdeen Center, einen Tropical Garden, eine Schmetterling Farm oder die Raflesia Flower Site besuchen, um die größte Blume der Welt zu bewundern. Es gibt also bei den Poring Hotsprings genug zu tun.

Die Besteigung des Mount Kinabalu

Eines wollen wir vorweg nehmen, wir haben den Mount Kinabalu aus Kostengründen nicht bestiegen. Dennoch haben wir uns alle notwendigen Informationen für dich eingeholt. Die Besteigung des Mount Kinabalu ist sehr anspruchsvoll und du benötigst gute Ausrüstung dazu. Vertikale Stahlleitern und Hängebrücken sorgen für einen extra Kick Adrenalin. Abgesichert an Seilen wirst du dir deinen Weg nach oben verdienen müssen. Und hier noch zwei Fun-Facts:

  • Auf 3.280 Meter Höhe findet ihr die höchste Poststation Malaysias.
  • Der angelegte Via Ferrata (Klettersteig mit Seilen, Leitern und Brücken) auf 3.890 Metern ist der höchste der Welt

Die Kosten für eine Besteigung

Die Gesamtsumme in Höhe von etwa 293 Euro für die Besteigung des Mount Kinabalus setzt sich wie folgt zusammen:

 Gebührenart Preise
Eintritt in den Nationalpark: 15 MYR (ca. 3 Euro)
Klettergenehmigung: 200 MYR (ca. 40 Euro)
Versicherung: 7 MYR (ca. 1,50 Euro)
Guide: 230 MYR (ca. 46 Euro)
Transport: 34 MYR (ca. 7 Euro)
Übernachtung***: 978 MYR (196 Euro)
Gesamt: 1.464 MYR (ca. 293 Euro)

*** In den Übernachtungskosten ist die Verpflegung (4 Mahlzeiten) enthalten. Diese Übernachtungsgebühr gilt für Internationale Gäste. Für malaysische Staatsangehörige kostet die Übernachtung nur 210 MYR in einem malaysischen Guesthouse. Auf Nachfrage kann man als internationaler Gast auch hier Übernachten, solang das Guesthouse nicht ausgebucht ist oder jemand gecancelt hat. Dies kann aber nur kurzfristig und vor Ort geklärt werden.

Notwendige Ausrüstung, die du nicht vergessen solltest

  • Rucksack
  • Sonnenbrille
  • Kamera
  • Sonnenschutz
  • Wiederbefüllbare Wasserflaschen
  • Energieriegel
  • Kopflampe
  • Warme wasserfeste Kleidung (Fleece-und Winterjacke)
  • Wanderschuhe
  • Handschuhe

Anreise zum Mount Kinabalu

Von Kota Kinabalu bis zum Mt. Kinabalu sind es ca. 95 Kilometer mit dem Bus bis zum Visitor Center des Kinabalu Parkes. Der tägliche Bus fährt etwa stündlich von dem North City Bus Terminal (Inanam) ab. Eine Fahrt zum Visitor-Center kostet 15-20 MYR. Der Transfer zum North City Bus Terminal (Inanam) kostet nochmal 2 bis 4 MYR, je nachdem wie dem MiniVan Fahrer zumute ist. Der Van fährt an der Wisma Budaya Bandaran Verjaya KK22 auf der Jalan Tunku Abdul Rahman ab, wenn er voll besetzt ist. Dann benötigst du zur Inanam Station noch ca. 20 Minuten.

Die vielleicht etwas schnellere, aber auch teurere Variante, wäre auf der gleichen Straße etwas weiter oben, die Minivan Station. Die kleinen Vans bringen dich nach Kundasang und Ranau. Du kannst dem Fahrer aber auch Bescheid sagen, dass du direkt am Visitor Center aussteigen willst.

Wir sind von einer der Long Distance Bus Station in Sepilok/Sandakan angereist für 30 MYR und dann in Ranau ausgestiegen. Der Bus fährt aber noch bis nach Kundasang und zum Parkeingang weiter. Sag dem Busfahrer einfach Bescheid, wo du raus gelassen werden möchtest. Nach einer Übernachtung in Ranau zahlten wir bis zum Parkeingang am Visitor Center per Mini-Van 10 MYR pro Person (Fahrtzeit ca. 20 Minuten).

Übernachtung

Wir haben in Ranau übernachtet, können dir das aber ehrlicher weise nicht weiterempfehlen. Ranau besitzt nichts für westliche Touristen. Unhygienische Restaurants und Hotels. Kundasang befindet sich nur 6 km vom Park entfernt und sollte dein zentraler Anlaufort für deine Übernachtung sein. Der Ort erschien uns schöner und der Parkeingang ist leichter zu erreichen. Die Mile 36 Lodge ist zwar einfach ausgestattet, aber der Parkeingang ist fußläufig erreichbar und von der Terrasse besitzt ihr einen schönen Blick auf den Mt. Kinabalu. Für 20 € ist es eine der preiswertesten Unterkünfte und für eine Nacht ausreichend.

Fazit

Die beste Aussicht auf den Mount Kinabalu habt ihr auf der Busfahrt von Kota Kinabalu zum Visitor Center des Kinabalu Parks. Hier könnt ihr die wirklich schöne Landschaft genießen. Für diejenigen mit etwas mehr Budget lohnt es sich ein eigenes Gefährt zu leihen, damit ihr an verschiedenen Aussichtspunkten auch einmal stoppen könnt. Die Trails am Kinabalu Park waren für uns nicht lohnenswert, da man kaum Aussichtspunkte hatte und es fast keine Tiere oder interessante Pflanzenwelt zu sehen gab. Diejenigen unter euch, die gern wandern und „unberührte“ Dschungelwälder mögen könnten einen Ausflug in Betracht ziehen. Eine Besteigung war uns schlichtweg zu teuer, obwohl die Bilder des Aufstiegs schon spektakulär Aussahen. Aber denkt daran, die Besteigung des Mount Kinabalu ist anspruchsvoll!

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