Weltweit existieren viele gefährdete Tierarten, darunter der Orang-Utan, die Affenspezies, von der der Mensch selbst abstammt und die er jetzt dabei ist auszurotten. 54.000 Tiere sind schätzungsweise noch auf Sumatra und Borneo vorhanden. Proboscis Monkey, der Nasenaffe, der nur auf Borneo existiert sowie der Sun Bear (der kleinste Bär der Welt) zählen ebenso zu den gefährdeten Tierarten. Die Abholzung und Rodung des Dschungels für die Anpflanzung von Palmenöl-Plantagen bedroht den natürlichen Lebensraum der Tiere. Die Rehabilitations-Center in Sepilok haben es sich zur Aufgabe gemacht, die bedrohten Tierarten zu schützen und Jungtiere aufzuziehen, um die Population in der freien Wildbahn aufzustocken.

In Sandakan (Sabah), genauer in Sepilok und Umgebung, bietet sich dir die Möglichkeit die Orang-Utans, den Sun Bear und die Nasenaffen aus nächster Nähe zu erleben und mit den Eintrittsgeldern deren Erhalt zu finanzieren. Nachfolgend schildern wir dir unseren ereignisreichen Tag, den du auch in zwei Tage aufsplitten kannst, um die Tiere länger beobachten zu können.

Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Center

Anreise/Eintritt: Von Sandakan: 9:00 Uhr Shuttle Bus in der Nähe des Hotel NAK für 6 MYR pro Person zum Orang-Utan Rehabilitation Center in Sepilok. Eintritt beträgt 30 MYR pro Person + 10 MYR Kameragebühr.

Der Tag startete für uns gegen 8.30 Uhr als wir zur Busstation liefen. Der Bus 14 bringt dich direkt zum Orang-Utan Center. Dieser fährt stündlich zumindest wen der Mini Van voll ist. Falls du den Mini Van doch verpasst, kannst du auch den Bus Nummer 16 oder Nummer 32 nehmen. Dieser lässt dich aber etwa 1-2 Kilometer vom Orang-Utan Center entfernt aussteigen.  Das Center liegt etwa 23 Kilometer außerhalb von Sandakan, sodass wir dieses gegen 9.45 Uhr erreichten. Im Orang-Utan Rehabilitation Center angekommen, muss du dein Gepäck einschließen. Nicht einmal Wasserflaschen dürfen in die Station mit hinein genommen werden, Das Orang-Utan Rehabilitation Center besitzt ein Informationscenter und einen etwa einen 600 Meter langen Rundgang durch den Dschungel vorbei an einer Krankenstation und einer Aussichtsplattform für die Fütterung.

Die Fütterung im Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Center

Der erste Weg sollte dich direkt zur Aussichtsplattform führen, da dort gegen 10 Uhr die Fütterung (zweite Fütterung: 15:00 Uhr) stattfindet. Bei der Fütterung konnten wir nur eine Mutter mit ihrem Baby beobachten. Aber es war ein erstaunlicher Anblick den ersten Orang-Utan zu sehen und beim Fressen und Spielen zu beobachten.

Gegen 10.20 Uhr war die Fütterung vorbei. Wir gingen den Holzweg entlang in Richtung Krankenstation und hatten Glück. Wir sahen einen Orang-Utan direkt neben uns am Wegesrand auf einem Baum. Er schwang sich durch die Büsche und bahnte sich schließlich seinen Weg durch die etwa 20 Besucher, die sich mittlerweile angesammelt hatten. Es war Wahnsinn, den Menschenaffen so nah zu vor sich zu sehen.

Die Krankenstation des Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Center

Nachdem der Orang Utan das Interesse an den vielen Besuchern verloren hatte, machte er sich davon und wir setzten unseren Weg in Richtung Krankenstation fort. Hinter Glas konnten wir dort um 10.30 Uhr eine weitere Fütterung beobachten. Wie auf einem großen Spielplatz oder Klettergarten tollten die Affen herum, während andere fraßen. Die Pfleger hatten auch jede Menge zu tun, um die hungrigen Makaken-Affen vom Orang-Utan Futter fern zu halten.

Wir sahen dem lustigen Treiben eine Weile zu. Dann machten wir uns auf den Weg in Richtung Ausgang. Und siehe da, wir hatten wieder Glück. Ein weiterer Orang-Utan am Wegesrand. Auch er schwang sich von Ast zu Ast und ließ tolle Fotos von sich machen.

Gegen 11 Uhr verließen wir das Sepilok Orang-Utan Rehabilitationscenter und entschieden uns zu Labuk Bay zu fahren, um die lustigen Nasenaffen (Proboscis Monkey) zu sehen.

Labuk Bay – Proboscis Monkey Sanctuary

Anreise/Eintritt: 10.30 Uhr fährt ein Shuttle-Bus vom Orang-Utan Rehabilitationscenter in Sepilok nach Labuk Bay für 20 MYR. Dauer ca. 30 Minuten. Da wir den Bus nicht geschafft hatten, haben wir ein Taxi genommen. Dies brachte uns zu viert vom Orang-Utan Rehabilitation Center zu Labuk Bay und zurück für 80 MYR. Der Eintritt betrug 60 MYR + 10 MYR Kameragebühr

Mit dem Taxi kamen wir genau 11.30 Uhr an der Aussichtsplattform B an und hatten Glück, dass gerade um diese Zeit die Fütterung begann. Es gibt zwei Plattformen, die jeweils täglich für 2 Fütterungen geöffnet sind. Plattform A führt um 9:30 Uhr und 14:30 Uhr die Fütterungen durch und Plattform B um 11:30 Uhr und 16:30 Uhr. Wir konnten die Nasenaffen ca. 10 Minuten ganz nah beobachten. Danach verschwanden sie im Dickicht des Dschungels. Sei also lieber kurz vor 11.30 Uhr dort. Aber trotz der kurzen Zeit war es ein tolles Erlebnis, diese lustigen Affen aus nächster Nähe zu erleben zu dürfen.

Anschließend fuhren wir gegen 11.45 Uhr mit dem Taxi nach Sepilok zurück. Um etwas Zeit zu sparen ließ uns der Taxifahrer beim RDC (Rainforest Discovery Center) aussteigen, dass etwa 20 Gehminuten vom Orang-Utan Rehabilitation Center entfernt liegt.

Das Rainforest Discovery Center in Sepilok

Anreise/Eintritt: Wir hatten die Rückfahrt schon bereits am Orang-Utan Rehabilitation Center mit dem Taxifahrer verhandelt. Die Hin- und Rückfahrt zu/von Labuk Bay kostete 80 MYR. Demnach zahlten wir zu viert 40 MYR pro Strecke. Der Eintritt ins Rainforest Discovery Center in Sepilok betrug 15 MYR p.P., eine Kameragebühr gab es nicht.

Der Canopy-Walk im Rainforest Discovery Center in Sepilok

Im Rainforest Discovery Center erlebst du den typischen Regenwald auf Borneo. Hier soll man sehr gut seltene Vogel beobachten können. Leider haben wir kaum einen Vogel gesehen. Dies lag aber eher an der Tageszeit in der wir dort waren (ca. 12.30 Uhr). Um viele Vögel und vor allem die seltenen Exemplare zu sichten, solltest du deinen Besuch für die Morgen- oder Abendstunden planen. Es gibt dort sogar einen Nightwalk. Informier dich über die Besichtigung bei Nacht einfach in deinem Hostel oder einem Reisebüro, die helfen dir dann gern weiter. Wir empfanden unseren Besuch, trotz der wenig gesichteten Vögel dennoch sehr schön. Vom Eingangsbereich des Rainforest Discovery Center liefen wir ein an einem See vorbei in Richtung Canopy Walk. Auf einem etwa 30 Meter hohen und ca. 300 Meter langen Weg durch die Baumgipfel (Canopy Walk), konnten wir den Regenwald hautnah von oben sehen.

Die Wanderwege im Rainforest Discovery Center in Sepilok

Nachdem wir die Aussicht vom etwa 300 Meter langen Tree-Top-Walk genossen hatten, liefen wir entlang der Pfade. Dabei wurden wir von lauten Vogelgezschwitscher und Grillenzirpsen begleitet. Wir nutzten die Wanderwege „Belian Trail“ (820m)  und anschließend den „Ridge Trail“ (620m). Etwa 100 Meter vom Beginn des „Ridge-Trails“ machten wir dann noch einen kurzen Abstecher zum Sepilok Giant, dem wohl höchsten Baum in Sepilok. Der Trail „Sepilok Giant Bypass“ führt euch direkt auf den Baum zu. Wieder zurück auf dem „Ridge Trail“ liefen wir in Richtung des Wanderweges „Woodpecker Avenue“ (223m). Dieser Wanderweg führte uns wieder zum Eingang. Leider konnten wir auch hier keine Tiere entdecken, aber für uns war der Spaziergang durch einen Dschungel von Borneo allemal empfehlenswert. Wir benötigten zur Besichtigung des Rainforest Discovery Center etwa 90 Minuten.

Etwa 25-30 Minuten (ca. 2 Kilometer) Fußmarsch dauerte unser Weg zurück zum Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Center. Gegenüber dem Center gibt es eine weitere Aufzuchtstation, das Bornean Sun Bear Conservation Center.

Das Bornean Sun Bear Conservation Center in Sepilok

Anreise/Eintritt: Das Bornean Sun Bear Conservation Center liegt genau gegenüber vom Orang-Utan Rehabilitationscenter in Sepilok. Der Eintritt kostet 31,80 MYR, eine Kameragebühr wird nicht erhoben.

Wir erreichten das Bornean Sun Bear Conservation Center in Sepilok gegen 14.30 Uhr. Die Anlage ist nicht sonderlich groß, sodass du hier nur wenig Zeit benötigst. Hier gibt es eine Aussichtsplattform und einen etwa 200 Meter langen Weg der entlang des Geheges führt. Das Bornean Sun Bear Conversation Center ist ebenfalls etwas ganz Besonderes in Sepilok. Es beheimatet die kleinsten Bären der Welt. Diese kannst du entweder von der Aussichtsplattform beobachten oder du gehst ein Stück den Weg entlang. Eine Mitarbeiterin hatte ein professionelles Fernglas aufgebaut um einen weiteren Bären beim Spielen auf einem Baum zu beobachten. Ein tolles Schauspiel, was wir dort geboten bekommen haben.

Gegen 14.50 Uhr hatten wir bereits alle vier Aufzuchtstationen und Wildparkanlagen besucht und eigentlich unser Tagesziel erreicht, aber wir hatten noch nicht genug von dem „Affentheather“.

Unser weiterer Tagesverlauf

Zweite Fütterung im Sepilok Oranguntan Rehibilitation Center

Wir entschlossen uns also die zweite Fütterung der Orang-Utan (15 Uhr) zu beobachten, da das Rehabilitationscenter gleich auf der anderen Straßenseite liegt. Am selben Tag gekaufte Tickets könnt ihr wiederverwenden. Die Tagesrucksäcke im Schließfach verstaut, ging es sofort zur einzigen Aussichtsplattform für die Fütterungen. Dort sahen wir nur einen Orang-Utan beim Fressen. Nach ein paar Minuten gingen wir noch eine Runde durch das Center und hofften wieder die Menschenaffen hautnah am Wegesrand zu treffen. Diesmal hatten wir leider kein Glück. Es ist wohl wirklich besser morgens zu kommen, da uns die Affen zu dieser Zeit aktiver vorkamen.

Gegen 15.30 Uhr verließen wir dann das Orang-Utan Rehabilitation Center. Wir versuchten ein Taxi zu finden, das uns zu einem vernünftigen Preis zu den Nasenaffen nach Labuk Bay und zurück nach Sandakan bringt. Nach ziemlich zähen Verhandlungen fanden wir einen Fahrer, der uns für 100 MYR nach Labuk Bay und dann zurück nach Sandakan gebracht hat. Solltest du deinen Tag jedoch am Oran-Utan Rehabilitation Center abschließen und zurück nach Sandakan fahren wollen, dann empfehlen wir dir für 6 MYR um 16 Uhr den letzten Bus nach Sandakan zu nehmen. Für uns ging es wieder zurück zu den Nasenaffen nach Labuk Bay. Und es sollte sich lohnen!

Zweite Fütterung der Nasenaffen in Labuk Bay

Wir fuhren nach einer kurzen Stärkung im Café des Orang-Utan Rehabilitation Center gegen 16 Uhr zu den Nasenaffen in Labuk Bay zurück. Dort kamen kurz vor 16.30 Uhr dort an. Das am Morgen gekaufte Ticket konnten wir wieder verwenden. Dieses Mal erlebten wir die Fütterung komplett und konnten das lustige Aussehen der Affen länger bewundern. Die langen Nasen sind übrigens das Merkmal der männlichen Tiere. Sie geben damit zum Anlocken der Weibchen lustige Schnaltzgeräusche von sich. Eine „Herde“ besteht aus 5 bis 30 Affen, mit entweder einem Männchen oder nur männlichen Tieren.

Halte an der Plattform B die Augen nach einer weiteren wunderschönen einmaligen Spezies von Borneo aus, dem Nashornvogel. Wir hatten die Vogelart „Oriental Pied Hornbill“ schon am Vormittag von weitem gesehen. Am Abend konnten wir diesen aber hautnah auf den Bäumen am Parkplatz beobachten. Unser Taxifahrer erklärte uns, dass die Vögel hier oft von Touristen gefüttert werden und deshalb so zutraulich sind. Also ein kleiner Tipp von uns: Bringt kleine Bananen zum Füttern mit.

Damit endete ein Anstrengender aber wirklich schöner Tag. Wir hatten unsere Vorfahren, die OrangUtan, die seltsam aussehenden Nasenaffen, den kleinsten Bären der Welt, den majestätisch wirkenden Vogel „Oriental Pied Hornbill“ und den Dschungel von Borneo gesehen. Was für ein Erlebnis. Wir erreichten Sandakan gegen 19 Uhr und fielen nach dem Abendessen in unser Hotelbett.

Fazit

Ein anstrengender Tag, aber ein absolutes Highlight für uns! So viele seltene Tierarten an einem Tag erleben zu dürfen, war für uns wundervoll. Wir hätten viel mehr Zeit in den einzelnen Stationen verbringen können, einfach weil man nicht genug bekommt, den Affen, Bären und Vögeln zuzusehen. Letztendlich können wir nicht einmal sagen, welche Attraktion uns am besten gefallen hat, weil alle vier einfach fantastisch und besonders waren.

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