Diese einzigartige Landschaft gehört zum Pflichtprogramm in Vietnam. Nicht nur, dass man mindestens einmal im Leben den Mekong gesehen haben sollte, sondern auch die unterschiedlichen Aktivitäten und mit dem Fluss verbunden Sehenswürdigkeiten sind die Gründe für den zunehmenden Touristenanstieg. Saigon bzw. Ho Chi Minh City ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Tour ins Mekong Delta. Das Angebot an Touren ist groß. So kannst du das Mekong Delta in einer Tagestour oder auch im Rahmen einer Zwei- bzw. Drei-Tagestour besuchen. Wer den größten Floating Market sehen möchte muss die mindestens eine Zweitägige Tour buchen (ca. 500.000 VND inklusive Übernachtung). Viele Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass der Cai Rang Market nicht so spektakulär sein soll. Wer also schon Floating Markets wie in Bangkok schon kennt, für den ist eine Tagestour unserer Meinung nach ausreichend. Zumal die Aufenthaltsdauer auf dem Cai Rang Market nur selten eine halbe Stunde übersteigt. Du kannst natürlich auch den Cai Rang Market auf eigene Faust innerhalb von einem Tag erkunden, erhälst damit aber auch kein Einblick in andere Gebiete des Mekong Deltas. Wir haben dir einen kleinen Tipp für diese Anreise unten im Fazit verfasst.




Wir entschlossen uns wie gesagt zu einer geführten Tagestour ins Mekong Delta und dem Besuch des Cai Be Floating Markets um einfach mehr vom Mekong Delta zu sehen als bei der Erkundung des Cai Rang Market auf eigene Faust. Die abgespeckte Version für unsere Tour könnt ihr schon für 15 Euro erhalten, eine Luxusvariante kann bis zu 50 Euro kosten. Hier müsst ihr unbedingt verhandeln! Wir entschieden uns für eine gehobenere Variante, da wir die Reise mit unserer Familie unternommen haben und somit eine private Tour bevorzugten.

Unsere Tagestour ins Mekong Delta und Cai Be Floating Market

Breit, schmal, tief, flach, braun, blau, bewaldet, begrast, versandet, schnell, langsam … der Mekong zeigt sich mit unterschiedlichen Gesichtern, auf seinem 4.500 Kilometer langen Weg von Tibet bis ins Südchinesische Meer. Egal in welchem der sechs Länder durch denen der gewaltige Fluss fließt, für jedes ist er die Lebensader des Landes und ein notwendiger Transportweg. Seine spektakulärste Erscheinung zeigt er im 39.000 km² großen Mekong Delta im Südwesten von Vietnam. Wie ein gigantisches Netz aus mehreren Flussarmen prägt er die hiesige Landschaft, bildet kleine Inseln und grüne Landschaften. In diesem Ausmaß einzigartig entstand anstelle einer Bucht durch abgetragene, neu verlagerte Stoffe (Sedimentation) dieser besondere Übergang ins Meer, der jährlich etwa um weiter 80 Meter anwächst. Der fruchtbare Schwemmlandboden erlaubt den Vietnamesen drei Mal jährlich Reis anzubauen. Kein Wunder das das Gebiet als „Reiskammer Südostasiens“ bezeichnet wird.

Cai Be und die Floating Markets

Unsere Tour begann gegen 7.30 Uhr mit einem Minivan und Guide, der uns vom Hotel abholte. Nach 2,5 Stunden erreichten wir unser erstes Ziel Cai Be. Cai Be ist ein kleines Dorf, das für seine traditionellen Obst- und Gemüsegärten bekannt ist und einen beliebten Ausflugsort für Touristen darstellt. Wir erkundeten das Dorf nicht zu Land, sondern setzten unsere Fahrt auf dem Wasser fort. Mit einem kleinen Holzschiff ging die Fahrt auf dem Mekong weiter und wir konnten das normale Leben der Bevölkerung verfolgen. Boote und Gondeln sind hier die alltäglichen Hauptverkehrsmittel und die Wasserwege für die Einheimischen ganz normale Straßen. Die Häuser entlang des Flusses wirken durch das feuchtwarme Klima etwas heruntergekommen, denn der Putz fiel ab und die Farben waren verblasst. Eine kleine Französische Kathedrale sticht heraus und wirkt vor dem Wasser sehr erhaben. Ein Großteil der hiesigen Bevölkerung lebt auf den großen Booten, die täglich ihre Waren auf dem kleinen schwimmenden Markt in Cai Be anbieten. Dieser verkleinert sich leider jedes Jahr, da die großen Märkte wie der bekannte Cai Rang Markt mehr Handelsoptionen bieten. Auch bei unserer Ankunft auf dem Cai Be Floating Market waren leider nicht mehr so viele Boote vorhanden, das lag aber auch an dem hiesigen Feiertag.

Tagestour Mekong Delta und Cai Be Floating Markets

Fahrt mit dem Sampan

In der nahen Umgebung von Cai Be befinden sich viele schmale Abzweigungen des Mekong, die einem die umliegende grüne Natur und das Leben der Einheimischen noch näherbringen. Zwei Frauen auf langen Gondeln oder Sampan genannt, holten uns zu einer Rundfahrt ab. Ganz niedlich fanden wir, dass sie für uns die typische vietnamesische Hütte bereithielten um uns vor der Sonne zu schützen. Uns wurde darunter allerdings ziemlich warm und wir fragten uns, wie die Vietnamesen diese den ganzen Tag tragen können. Ungefähr eine Stunde paddelten unsere Gondelfahrerinnen uns durch die kleinen Kanäle. Dabei kamen uns immer wieder Boote entgegen, die in den unterschiedlichsten Positionen gesteuert wurden. Am Ende brachten uns die beiden Damen wieder zum motorisierten Boot zurück.




Besuch der Obstplantage

Unser Boot stoppte nach ein paar Minuten Fahrt an einer großen Obstplantage. Viele Touren bieten hier die Möglichkeit, die weiten Plantagen mit dem Fahrrad zu erkunden. Wir bevorzugten einen Spaziergang mit unserem Guide, der uns viel zu den angebauten Obstsorten erzählte. So war für uns zum Beispiel neu, dass Guaven bereits in dieser weißen, angehafteten Folie am Baum wachsen. Damit schützen die Bauern diese vor Ungeziefer, Druckflecken beim Herunterfallen und müssen nicht jede reife Frucht bei der Ernte neu verpacken. Wir probierten auch die Königsfrucht Südostasiens – die Durian-Frucht. Mit ihren stachelartigen, grünen Korpus, kann sie bis zu 30 cm lang und 15 cm breit werden. Wenn man sie aufschneidet versprüht sie einen süßlichen, fauligen Gestank. Deshalb ist sie neben der Jackfrucht auch als Stinkefrucht bekannt. Der Geschmack ist ebenfalls sehr süßlich und entweder mag man sie oder nicht. Die Asiaten sind jedenfalls total verrückt danach. Weiterhin wuchsen auf der Plantage Bananen, Papaya und unzählige Gemüsesorten. Für uns war es sehr interessant, mehr über den Anbau zu erfahren. Wir lernten viel darüber, welche Frucht an Bäumen und welche auf der Erde wachsen.

Mittagessen und Rückfahrt

Auf der Plantage wurde uns als spätes Mittagessen noch ein köstliches Mahl serviert, mit vielen vegetarischen Optionen. Neben viel Gemüse, Tofu und Reis gab es auch die bekannten, wohlschmeckenden Frühlingsrollen. Alles war frisch und liebevoll zubereitet. Gegen 15 Uhr machten wir uns dann wieder auf die Rückfahrt und stoppten noch für 20 Minuten an einer Süßigkeitenfarbrik. Diese war nicht sonderlich erwähnenswert, da es eher einer Verkaufsveranstaltung ähnelte. Auf der Rückfahrt bis zum Minivan waren wir alle ziemlich müde, von der frischen Luft und dem leckeren Essen und genossen den Fahrtwind. Dann ging es ca. halb vier zurück nach Saigon. Unser Hotel erreichten wir gegen 18 Uhr.

Tipp zur Anreise auf eigene Faust

Der große schwimmende Markt Cai Rang ist ca. 4 Stunden von Saigon entfernt und findet nur in den zeitigen Morgenstunden statt. Bis ca. 9 Uhr morgens sollte man dort gewesen sein, um ihn in seinem vollen Ausmaß zu erleben. Im Backpacker Viertel auf der De Tham Straße, könnt ihr euch bei dem Busunternehmen „Futa Line“ nach einem Übernachtbus ab 0 Uhr nach Can Tho (ab Mien Tay Busstation) erkundigen, falls ihr nicht im Mekong Delta übernachten wollt. Der Bus kostet auch nur ca. 6€ (4 Stunden Fahrzeit) und ist somit die preiswerteste Alternative zu einer Tour. In Can Tho müsst ihr dann ein Boot mieten (ca. 25 USD) um auf den Cai Rai Market zu fahren.




Fazit zur Mekong Delta Tour

Für Reisende, die das erste Mal in Asien sind bzw. den Mekong zuvor noch nicht gesehen haben ist Tagestour wirklich empfehlenswert und interessant. Dennoch erhält man hier nur einen kleinen Einblick in das riesige Delta, der uns allerdings genügt hat. Für alle anderen, die mehr darüber erfahren möchten und das Landleben ausprobieren mögen, können mehrere Tage hier verweilen. Besonders bietet sich dann ein Ausflug zum größten Flooting Market in Cai Rang an, der von Saigon für eine gemütliche Tagestour zu weit entfernt liegt. Unser Fazit lautet also: Das Mekong Delta sollte man auf seiner Vietnamreise besucht haben, aber nicht zu viel erwarten. Uns hat es gefallen, es war aber kein „Musst See“.

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