Das Vietnam viele Kalksteinfelsen beherbergt ist mittlerweile bekannt. Dass diese im Phong-Nha-Ke-Bang (kurz: Phong Nha) Nationalpark aber hunderte von den längsten Höhlen der Welt beherbergen und hier das älteste Karstgebiet Asiens liegt, nicht. Der Phong Nha Nationalpark ist erst seit wenigen Jahren für Besucher weitläufig zugänglich und wurde 2003 von der UNESCO zur Welterbestätte ernannt. 890 qm tropische, fast unberührte Natur erwarten den abenteuerlustigen, naturbegeisterten Touristen und die größte Höhle der Welt mit 9 km Länge und 200 Metern Breite- Hang Son Doong, die in einer fünf Tagestour für 3.000 € besichtigt werden kann. Wir entschieden uns ebenfalls den Park zu erkunden, aber aus Zeitgründen nur für einen Tag.

Das Dorf Son Trach der Ausgangspunkt zum Phong Nha Nationalpark

Das kleine Dorf ein paar Kilometer vom Phong Nha Nationalpark entfernt, ist mittlerweile der Ausgangspunkt für die Besucher, die den Nationalpark besichtigen wollen. Früher waren hier kaum Hotels anzutreffen, aber mittlerweile existieren sie massenhaft. Die Hauptstraße, die durch das Dorf führt wird an den Seiten, abwechselnd von Hotels, Restaurants und kleinen Mini-Shops geprägt.

Die schönsten Ecken dieses Dorfes findest du, wenn du die Hauptstraße in Richtung des ca. 100 Meter entfernten Flusses verlässt. Dieser Teil des Dorfes ist vollkommen untouristisch und authentisch. Eine kleine, sehr schön gestaltete katholische Kirche befindet sich hinter einem Reisfeld und am Flussufer lässt sich ein wunderschöner Sonnenuntergang genießen. Mehr hat die Stadt nicht zu bieten, wird ihrem Zweck als Übernachtungsmöglichkeit für die Aktivitäten im Phong-Nha Nationalpark aber gerecht.





Aktivitäten im Phong Nha  Nationalpark

Im Hotel oder einer Reiseagentur an der Hauptstraße können verschiedene Touren gebucht oder für die eigenständige Erkundung Motorräder ausgeliehen werden. Für letzteres entschieden wir uns, denn es existiert eine Art Loop (Rundroute) von ca. 65 km entlang aller Sehenswürdigkeiten des Phong Nha Nationalparks. Wer alle Hauptattraktionen an einem Tag bewältigen möchte, der muss früh aufstehen, da jede Attraktion bis zu mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Schon allein die wunderschöne tropische Natur auf der Fahrtstrecke wird veranlassen, dass ihr an mehreren Plätzen für Fotos oder zum Genießen anhalten müsst.

 Der Botanische Garten

Nach ein paar Kilometern auf dem Loop, erreicht man bereits den botanischen Garten. Für 40.000 VND könnt ihr euch entweder für eine einstündige oder dreistündige Wanderung entscheiden, je nachdem wie naturinteressiert ihr seid und wieviel Zeit euch im Nationalpark bleibt. Wir haben uns für die einstündige Wanderroute (Route 1) entschieden. Eine Karte erhaltet ihr bei eurem Ticketkauf. Über eine wackelige Holzbrücke gelangt ihr in den Botanischen Garten. Als erste Station ist ein Tiergehege in der Karte des Botanischen Gartens eingezeichnet. Ein Elektrozaun begrenzt das Gehege in dem ihr ein paar Affen sehen könnt. Der Weg führt euch weiter zum Peacock-Viewpoint, an dem ihr Pfauen sehen könnt. Wir wurden bei unserer Besichtigung glücklicherweise Zeuge des Balzverhaltens der Pfauen.

Der wirklich schön angelegte Wanderweg führt euch nun durch den Dschungel zum Wasserfall. Hier könnt ihr euch auch Abkühlung genehmigen, denn die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in dem Dickicht des Dschungels sind sehr hoch. Ihr könnt auch zur Spitze des Wasserfalls klettern. Der Weg dahin ist gut prepariert und man kann eine tolle Aussicht genießen. Von dort aus führt euch der Weg zurück zum Eingang. Alles in allem können wir euch den Botanischen Garten empfehlen, denn es ist ein sehr schöner Wanderweg für nur 40.000 VND (1,75 EUR) Eintritt.




Die Paradieshöhle (Paradise Cave) Thien Duong

Die wahrscheinlich bekannteste und sehenswerteste Attraktion im Phong Nha Nationalpark, neben der längsten Höhle der Welt, ist die Paradieshöhle, 13 km von Son Trach entfernt, die tief im Dschungel bis 2005 verborgen gelegen hat und erst seit 2011 für Besucher zugänglich ist. Das 31 km lange Höhlensystem, welches als das längste Asiens gilt, lockt mittlerweile jährlich sehr viele Touristen an, obwohl von der Höhle nur der erste Kilometer ohne Guide zugänglich ist. Wer denkt, dass diese Höhle wie alle anderen ist, der täuscht sich gewaltig. Da wir auf unseren Reisen schon so viele Höhlen gesehen haben, waren wir uns ebenfalls nicht sicher, ob dieser Besuch lohnenswert wird – aber er war es. Treppen führen dich an einem kleinen unscheinbaren Eingang herunter in einen riesiegen Raum mit Stalagmiten und Stalaktiten.

Ganz anders, als in den zuvor gesehenen Höhlen, erschlossen sich immer neue riesige Räume übergroßen Stalagmiten und Stalaktiten und man kann die angestrahlten Steinformationen entlang des Besucherweges bestaunen. Wie die Räume einer Kathedrale öffneten sich die Höhlengewölbe auf geheimnisvolle Weise.

In manchen Steinformationen kann man sogar versuchen Bilder zu erkennen. Wir haben die Höhle auch mit „Der Stadt der Orks“ aus „Der Hobbit“ verglichen, da sie teilweise schon fast unwirklich in ihrem Ausmaß erscheint. Die 250.000 VND Eintritt sind zwar sehr viel, aber die Höhle ist wirklich sehenswert und der Eintrittspreis wird für die Instandhaltung der hölzernen Treppen und Wege genutzt.

Weitere empfehlenswerte Höhlen

Wir haben es bei der Besichtigung der Paradise Cave belassen. Von Mitreisenden haben wir noch zwei weitere Tipps für lohnenswerte Höhlen erhalten, die aber nur mittels Touren besucht werden können. Es handelt sich dabei zum einen um die Phong Nha -Höhlen. Es werden Bootstouren (360.000 VND) angeboten, die im Son Trach Dorf starten und durch mehrere dieser beleuchteten Höhlen führen. Schon allein die Aussicht auf das grüne Wasser und die Karstfelsen lassen vermuten, dass die Bootstour ein sehenswertes Erlebnis ist. Zum anderen wurde uns die Tour zur Tra Ang Cave empfohlen. In diese Höhle soll man 600 Meter hineinschwimmen können. Der Besuch erfordert jedoch einen Guide und ein Boot. Beide Touren sind eher preisintensiv. Selbst sehr aktiv werden, kann man in der Dark Cave. Kajak fahren, Ziplining und baden kann man mit der Höhlenwanderung im Dunkeln verbinden. Der Eintritt inklusive der Aktivitäten kostet aber leider pro Person 450.000 VND. Trotzdem klingt es nach einer spannenden Abwechslung.




Anreise und Unterkunft

Wir sind aus Hanoi mit dem Queens Café Open Bus angereist. Für das Ticket bezahlten wir im Lucky 2 Hotel gerade einmal 206.000 VND. Das Ticket zum Nationalpark kostet genauso viel wie nach Hue, die Endhaltestelle des Schafbusses. Kleiner Tipp von uns: Besteht darauf das auf eurem Ticket Hanoi – Phong-Nha – Hue geschrieben steht und ihr müsst für die Weiterfahrt nach Hue nichts extra zahlen. Der Schlafbus besaß genauso wie die Camel Buse bequeme Sitzähnliche Liegeflächen. Wir starteten gegen 18 Uhr abends in Hanoi und erreichten Phong-Nha 4 Uhr morgens.

In Phong Nha gibt es sehr viele Unterkünfte. Wir haben im „Golden Plus Hotel“ übernachtet. Die Zimmer für 10 € waren neu, sehr sauber und groß. Das Frühstück war inklusive (Eivariation oder Nudelsuppe). Vorteilhaft ist außerdem, dass sich das Hotel genau gegenüber der Bushaltestelle und mitten im Stadtzentrum befindet. Leider wurde uns aber 4 Uhr morgens nicht beim Einchecken nicht gesagt, dass wir für den Frühcheck-In weiter 100.000 VND zu zahlen haben. Diskussionen mit dem Personal waren zwecklos.

Fazit zum Phong-Nha Nationalpark

Wer Dschungel und Höhlen mag ist hier genau richtig. Wir empfanden den Ausflug nach dem stressigen, lauten Aufenthalt in Hanoi für erholsam und abwechslungsreich und können ihn euch empfehlen, wenngleich die Anreise etwas beschwerlich ist mit der Ankunft um 4 Uhr morgens.

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