Nach schon über sechs Monaten auf Weltreise haben wir uns langsam an das tropisch-heiße Klima der südostasischen Länder gewöhnt. In Europa bricht gerade der Frühling an, eigentlich die schönste Jahreszeit: alles blüht, es duftet nach Blumen und die ersten Sonnenstrahlen kitzeln die Nase. Genau das, haben wir überraschender Weise auch in Da Lat gefunden: europäisches Klima. Die Temperaturen schwanken zwischen 15 und 25 Grad, genau richtig für die vielen Erdbeeren, Avocados, Karotten, Kartoffeln, Kürbisse, Tomaten, Kaffee usw. die hier wie in Europa gedeihen. Umgeben von einer hügeligen Landschaft, strahlt das saftige Grün der Wälder und Felder durch die fast täglichen Regenschauer. Da Lat ist ein angenehmer Erholungsort von der tropischen Hitze der vietnamesischen Städte und für die vietnamesische Bevölkerung ein angesagter Urlaubs- und Erholungsort.




Da Lat -Das Stadtbild

Da Lat wird oft als das kleine „Paris“ der Vietnamesen bezeichnet. Die Stadt wartet mit vom Krieg unversehrten Kolonialbauten auf, eine Art kleiner Eifelturm ragt aus den eng zusammengedrängte Gebäudegruppen hervor. Grüne Parklandschaften sind über die ganze Stadt verteilt und ein kleiner See lockert das Stadtbild mit Blumenhaften Kongresszentren auf. Alles wirkt verspielt, aber wir fanden es nicht zu übertrieben kitschig. Viele verliebte und gerade frisch getraute vietnamesische Pärchen verbringen hier jährlich ihren „Liebesurlaub“ und ihre Flitterwochen. So romantisch das auch klingen mag, auf uns wirkte die Stadt eher etwas zugebaut, chaotisch und wenig romantisch.

Sehenswürdigkeiten in Da Lat

Das verrückte Haus von Hang Nga

Die Tochter des Nachfolgers von Ho-Chi-Minh, Trung Chinh (bis 1988) studierte in Moskau Architektur und verliebte sich in den surrealistischen Baustil. In Da Lat entwarf sie ihr Wohnhaus nach dem Vorbild der großen surrealistischen Künstler. Der Eintritt zu diesen wirklich ungewöhnlichen Häusern beträgt 40.000 VND.

Ein Haus, wahrscheinlich das eigentliche Wohngebäude, ähnelte unserer Ansicht nach, dem Haus vom Weihnachtsmann, da es golden, mit Eiskristallen verziert und mit Schnee bedeckt zu sein schien. Die Wege zwischen den Häusern sind sehr verwinkelt, passt auf, dass ihr euch in den vielen Gassen des Geländes nicht verlauft.

Heute ist es eher ein kleines Hotel und für Besucher zugänglich. Die Gebäude wirken wie Felsen in einem grünen Garten. Wege, die aussehen als ob sie von Lava erschaffen sind, führen hoch über die Dächer, von denen ihr eine super Aussicht über Da Lat genießen könnt. Das kleine Mini-Hotel bietet schöne, fantasievolle Zimmer. Keines ähnelt dem anderen und alle besitzen sie nach ihrer Gestaltungsart ein Thema.

Der Bao-Dai-Sommerpalast

Ca. 2 Kilometer vom Zentrum von Da Lat entfernt und in der Nähe des verrückten Hauses, findet ihr eine der drei Sommerresidenzen von Bao Dai, dem letzten Kaiser Vietnams (Abdankung am 25. August 1945). Bis zu seinem Todesjahr 1997 verkehrte er regelmäßig in dieser Residenz. Das Haus liegt in mitten einer mit Blumen bepflanzten Parklandschaft. Leider wirkt das Hauptgebäude schon sehr alt und auch das Innere kommt beinahe einem Verfall gleich. Dennoch findet ihr hier die authentischen, echten Möbel des damaligen Kaisers vor: Sein Arbeitszimmer, das Empfangszimmer, das Schlafzimmer und weitere Räume. Der Eintritt zu dieser Residenz beträgt 20.000 VND. Für uns war der Sommerpalast eine Enttäuschen und es ist definitiv kein Muss diese Anlage zu besichtigen.

Der Night-Market

Im Zentrum der Stadt werden euch die Treppen auffallen, die zu einem großen Platz führen. Hier findet täglich der Nachtmarkt statt. Viele Händler verkaufen hier Kleidung und Souvenirs, aber auch gegrillte Süßkartoffeln, Mais, vietnamesische Reispapierpizza und weitere leckere Sachen. Probiert mal die Süßkartoffelpfannkuchen mit Kokosnussraspeln – sehr lecker. In den anliegenden Shops sowie in einer großen Markthalle, könnt ihr verschiedene getrocknete Früchte und andere Süßigkeiten probieren und kaufen. Da Lat ist auch für seine Marmeladen bekannt, die ihr hier überall angeboten bekommt.




Unsere Tagestour zu den 4 majestätischen Wasserfällen von Da Lat

Die Hotels und Reiseagenturen der Stadt bieten verschiedene Ausflüge in die Umgebung an. Besonders beliebt sind Blumenfarmen, Kaffeeplantagen, Pagoden und vor allem die Wasserfälle. Als wir in Da Lat ankamen war gerade Feiertag, somit die Preise enorm hoch. Aus diesem Grund entschieden wir uns eine eigene Tagestour zusammen zu stellen. Für 120.000 VND liehen wir uns einen Motorroller und machten uns auf den Weg. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind auf den Straßen ausgeschildert. Die Straßen sind auch sehr gut ausgebaut und die Hauptstraße führt wie eine Art Loop nach ca. 120 km wieder zurück in die Stadt Da Lat. In Onlineblogs lassen wir viel über die unzureichenden Straßen und schlechte Ausschilderung, die wir aber absolut nicht bestätigen können.

Die Blumen-Farmen in der Umgebung von Da Lat

Unseren ersten Halt wollten wir im Van Tanh Flower Village machen. Als wir bemerkten, dass die Blumen-Farmen nur unter riesigen Gewächshäusern waren, beschlossen wir weiter zu fahren. Das war die richtige Entscheidung, den unterwegs konnten wir viele dieser Gewächshauser betreten und uns die bunten Felder in den Gewächshäusern ansehen.

Kaffeeplantage mit Wiesel-Kaffee (einer der teuersten Kaffeesorten der Welt)

Eine weitere interessante Erfahrung bot sich uns, auf der an der Straße liegenden Kaffeeplantage, die wir zuerst nicht besichtigen wollten, da wir schon so viele gesehen hatten. Diese bot aber so einen herrlichen Blick, sodass wir stoppten. Zu unserer Überraschung konnten wir hier den Wiesel oder Schleichkatzen Kaffee probieren, einer der seltensten und teuersten Kaffee der Welt. Die Wiesel werden mit den Kaffeekirschen gefüttert, die im Darm des Tieres fermentiert und ausgeschieden werden. Dabei wird dem Kaffee der bittere Stoff entzogen, welches ihm einen besonderen Geschmack verleiht. Die ausgeschiedenen Kaffeebohnen werden eingesammelt, nach der Reinigung geröstet und zu Kaffeepulver verarbeitet. Für 60 000 VND erhielten wir eine ganz kleine Tasse, des seltenen Getränkes. Der Geschmack lässt sich schwer beschreiben, war aber durchaus anders: stärker und fühlte sich wie Seide im Mund an. Probiert es aus, eine Erfahrung ist es wert, Wieselpupu zu trinken! Nur taten uns die im Käfig gehaltenen Wiesel sehr leid und wir hätten sie am liebsten aus ihren Käfigen befreit! Man fragt sich ob das dieser Kaffeegenuss wirklich wert sein muss!

Linh-An-Pagode

30 km westlich von Da Lat, im Dorf Nam Ban, befindet sich die Linh-An-Pagode. Diese gilt als die schönste Pagode der Umgebung. Tatsächlich hat diese uns auch sehr gut gefallen. Achtet auf die wunderschönen detaillierten Drachen an den Stufen zum Tempelinneren. Auch der Hauptraum mit Altar und die großen Buddha Figuren sind schön anzusehen.

Auf der rechten Seite, im Park der Tempelanlage, findet ihr noch einen riesigen weißen, dicken, lächelnden Buddha. Schaut man diesen an, bekommt man gleich selbst ein Lächeln im Gesicht! Im Außenbereich findet ihr zudem noch einen kleinen Miniatur-Garden mit Figuren, die eine buddhistische Geschichte erzählen.

Die Vier majestätischen Wasserfälle in der Umgebung von Da Lat

Elephant-Waterfall

Ein paar Meter von der Linh-An-Pagode entfernt, befindet sich der Elefanten-Wasserfall, der am meist besuchte Wasserfall der Gegend. Für das Parken haben wir 5.000 VND und 20.000 VND pro Person Eintritt bezahlt. Ein paar kleine Treppen und einen rutschigen Weg über Felsen müsst ihr bis zum Wasserfall überwinden. Dieser donnert gewaltig und breit einen Felsvorsprung herunter. Auf der Aussichtsplattform solltet ihr euch nicht scheuen nass zu werden, ebenso wenig in dem Felsvorsprung neben dem Wasserfall, in den ihr klettern könnt, um eine kleine Höhle hinter dem Wasserfall zu besuchen. Im Großen und Ganzen war der Elefanten-Wasserfall trotz des schmutzigen Wassers für uns ein schöner Besuch.




Pongur-Waterfall

Vielleicht ist dem einen oder anderem von euch das Fotomotiv bekannt, auf dem mehrere in saframfarbige Gewänder gehüllte Mönche auf einem Vorsprung direkt vor einem Wasserfall entlanglaufen. Dieses berühmte Fotomotiv wurde am Pongur-Wasserfall (ca. 50 km von Da Latentfernt) aufgenommen. Diesen wollten wir natürlich ansehen. Das Parken des Motorrollers kostete 5.000 VND und der Eintritt 10.000 VND pro Person. Der Wasserfall liegt in einem bewaldeten Landstück und man muss eine kleine Parkanlage durchqueren, um an sein Ufer zu gelangen. Wir waren beim Anblick des Wasserfalls nicht enttäuscht, nur die Mönche haben gefehlt – aber man kann ja nicht alles haben. Trotzdem war der Pongur-Wasserfall die weite Anreise wert. Bei angenehmen Temperaturen kann man sogar am Fuß des Wasserfalls in einem großen Wasserbecken schwimmen. An den Seiten befinden sich zudem einige Picknick- und Campingplätze.

Prenn-Waterfall

Auf der Rückfahrt kommst du ca. 20 km vor Da Lat am Prenn-Wasserfall vorbei. Die 30.000 VND sind im Vergleich zu den beiden vorigen Wasserfällen teuer, immerhin ist der Wasserfall weder groß noch spektakülär. Man bezahlt hier aber nicht nur den Eintritt zum Prenn-Wasserfall, sondern auch für die sehr schön gestaltete Parkanlage ringsherum. Gerade für Kinder ist es ein Vergnügen hier zu spielen. Kamel-, Elefanten- oder Pferdereiten werden angeboten sowie einige andere Freizeitbeschäftigungen wie Seilbahnfahren. Der Wasserfall an sich, ist eher unspektakulär, aber ein kleiner Weg führt hinter dem Wasserfall entlang.

Datanla-Waterfall

Ungefähr 7 km vor Da Lat gelangt ihr zum Datanla-Wasserfall. Dieser ist noch unspektakulärer als der Prenn-Wasserfall, aber kostet wiederum 30.000 VND Eintritt sowie 5.000 VND Parkgebühr für den Motoroller. Die wahre Attraktion für die Vietnamesen ist hier eher die Sommerrodelbahn, die zum Wasserfall hinab führt. Wer diese nicht benutzt, muss zu Fuß die Treppen heruntergehen und gelangt zum nach ca. 10 Minuten Fußweg zum Wasserfall. Gleich neben dem Wasserfall befindet sich für die Kletterbegeisterten noch ein Hochseilgarten.

Truc-Lam-Pagode und Tuyen-Lam-Lake

Kurz nach dem Datanla Wasserfall (etwa 100 Meter) findet ihr einen Wegweiser zur Truc-Lam-Pagode, zu der ihr links abbiegen müsst. Wir waren von der Schönheit der Pagode und Tempelanlage überrascht. 24 Hektar soll die Anlage umfassen. Der eigentliche Tempel und den großen weißen Stupa stehen auf gerade einmal 2 Hektar. Nur ein kleiner Teil ist für den Besucher zugänglich, wie die Zeremonien-Halle und der Glockenturm, in der Mitte und einige Pavillons in der umliegenden Parkanlage. Die Anderen Gebäude sind den Mönchen und Nonnen vorbehalten, die hier leben.

Vor der Zeremonien-Halle beginnt der Rosengarten. Durch ein darin befindliches Tor gelangt man zu einem weiteren Gartengebiet, das zum Tuyen Lam See führt. Der ca. 10-minütige Spaziergang wird mit einer sehr schönen Aussicht auf den See und die dahinter liegenden Berge belohnt. Auch ein für Da Lat typisches Blumenbeet könnt hier hier sehen.

Anreise und Unterkunft

Wir sind aus Nha Trang in einer 4 Stündigen Busfahrt, für 130.000 VND, angereist. Die Fahrt war ziemlich holprig und wir wurden ganz schön im Bus durchgeschüttelt, da es ständig Bergauf und Bergab ging. Von der Busstation, genau im Zentrum von Da Lat, war es nicht mehr allzu weit bis zu unserem Hotel, welches uns vom Sunny Sea Hotel in Nha Trang empfohlen wurde. Das Hong Phuc Hotel liegt auf einem kleinen Hügel und besitzt einen schönen Ausblick aus einigen Zimmern über die Stadt. Da wir auf Empfehlung des Sunny Sea Hotels anreisten, zahlten wir nur 9 USD statt der üblichen 15 USD. Das Zimmer war sehr hell, sauber und bot einen schönen Ausblick. Aufgrund der angenehmen, kühlen Temperaturen benötigt man in Da Lat keine Klimaanlage. Das Hong Phuc befindet sich direkt im Zentrum von Da Lat und durch eine nah gelegene Treppe, gelangt man sogar in wenigen Minuten auf den Marktplatz. Die Besitzerin ist auch super nett und wir empfehlen euch das Hotel mit sehr gutem Gewissen.




Fazit zu Da Lat

Da Lat war eine willkommene Abwechslung nach der tropischen Hitze, aber man sollte bedenken, dass nicht jeder sich nach 15-25 Grad in seinem kurzen Urlaub sehnt. Landschaftlich ähnelt die Umgebung auch eher der in Europa. Die Stadt und die Sehenswürdigkeiten empfinden wir die Anreise nicht als Wert. Einzig der Pongur-Wasserfall und vielleicht der Elefanten Wasserfall rechtfertigen einen Aufenthalt, der 2 Tage nicht überschreiten sollte. Wenn ihr natürlich verrückte Kaffeeliebhaber seid, ist die Wiesel-Kaffeeplantage natürlich ein Erlebnis. Für uns ist Da Lat in einem kurzen Vietnam Urlaub aber nicht unbedingt empfehlenswert.

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