Das Highlight der Ostküste von Taiwan ist eine tiefe Schlucht, die sich im ältesten Nationalpark Taiwans befindet. Der Taroko Nationalpark wurde nach eben dieser Schlucht, der Taroko-Schlucht, benannt. Wiederrum geht der Name Taroko auf die hier früher lebenden Truku-Ureinwohner zurück. Mehrere Naturpfade führen durch den Nationalpark und entlang der Schlucht. Abhängig von der Anzahl der Tage und von Grad der Fitness, kann man zwischen Trail von 0,5 bis 7 Stunden wählen. Besondere Pfade, die mehrere Stunden auf über 3.000 Meter Höhe führen, verlangen eine spezielle Erlaubnis, die online auf der Seite des Nationalparks beantragt werden kann. Wir entschieden uns für einen vollen Tag im Taroko Nationalpark und für mehrere Trails von 0,5 bis 2 Stunden Wanderung, die uns von der Touristeninformation empfohlen wurden. Weitere Informationen zum Taroko Nationalpark findet ihr auf der Webseite des Nationalparkes.



Unsere 7 gewanderten Trails im Taroko Nationalpark

Der Taroko Terrace Trail

Dieser ein-Kilometer lange Trail startet am Taroko Nationalpark Visitor Center. Auf einem Holzweg lauft ihr Serpentinenartig nach oben und könnt das Visitor Center von einer leichten Anhöhe aus sehen. Dieser Trail ist nicht empfehlenswert, also spart euch die Zeit. Wir begaben uns dann vom Taroko Nationalpark Visitor Center zum 700 Meter entfernten Xiao Zhuilu Trail.

Der Xiao Zhuilu Trail

Der Xiao Zhuilu Trail ist nur 650 Meter lang und führt euch zum Beginn des Shakadang Trails. Sonderlich interessant ist dieser Trail leider auch nicht, aber einen ersten Eindruck von der Landschaft der Schlucht wird euch gewährt. Ihr werdet zwar unterwegs eine erste Aussicht auf die Schlucht bekommen, eine Hängebrücke und eine der vielen roten Verkehrsbrücken sehen, leider aber auch nicht mehr. Wenn ihr aber zum Shakadang Trail gelangen wollt, so müsst icht den Xiao Zhuilu Trail zuerst bewältigen.

Der Shakadang Trail

Direkt am Ende des Xiao Zhuilu Trail beginnt der 4.100 Meter lange Shakadang Trail. Dieser Wanderweg führt euch entlang des Flusses durch die Schlucht. Hier könnt ihr am Ufer die Wassertemperatur überprüfen und ein kleines Kneippbad vornehmen. Aber Vorsicht beim Baden, die Strömung ist mitunter sehr stark. Im Fluss selbst könnt ihr kleine und größere Marmorsteine finden, ein perfektes kostenloses Souvenir und ein schönes Andenken. Für Spinnenliebhaber ist dieser Trail wahrscheinlich äußerst interessant, da am Wegesrand eine Menge für Europäer ungewöhnlich große Spinnen vorzufinden sind. Die 4,1 Kilometer Fußweg führen euch die ganze Strecke entlang des Flusses und Enden dann irgendwann abrupt in einem Waldstück. Unsere Empfehlung ist, dass ihr ein Stück entlang des Flusses lauft, bis ihr genug gesehen habt. Seid versichert, dass ihr nichts spektakuläres verpasst, wenn ihr den Trail nicht bis zum Ende lauft. Außerdem muss jeder wieder zum Anfangspunkt zurück, da es leider kein Rundtrail ist.



Der Changchun Shrine Trail

Dieser Wanderweg ist etwa 1,5 Kilometer vom Startpunkt des Shakadang Trails entfernt. Wir liefen das Stück, da die Busse nicht gerade oft fuhren. Angekommen am Trailstart bemerkten wir, dass der Trail gesperrt ist. Den Changchun Shrine kannst du dir somit nur von weitem anschauen. Wir haben auch nicht das Gefühl, dass dieser Trail bald wieder geöffnet wird. Trotz der stattfindenden Baumaßnahmen an dem Shrine, sah es nicht so aus, als ob man jemals wieder zu diesen wandern kann. Die Aussicht auf den Shrine könnt ihr aber von dem gegenüberliegenden Café, bei einer kleinen Pause, genießen. Nach dem Tunnel, am Trailende, gelangt ihr zum Changchun Tempel, auf einem kleinen Berg. Zu diesem führt eine geteerte. Von diesem führt euch eine Hängebrücke noch zum Bell-Tower auf einen weiteren Hügel, von dem ihr eine tolle Aussicht genießen könnt. Auch hier ist der Rundtrail leider keiner mehr und ihr müsst den Weg wieder zurücklaufen.

Der Baiyang Trail

Nach diesen ersten vier eher enttäuschenden Trails entschlossen wir uns mit dem Touristenbus tiefer in die Taroko Schlucht zu fahren. Also liefen wir zurück zum Shakadang Trail, weil nur von hier der Bus in Richtung Tianxiang zum Baiyang Trail fährt. Schon auf der Busfahrt bemerkten wir, dass dies die richtige Entscheidung war. Je tiefer man in das Landesinnere fuhr desto höher erhoben sich die Felswände entlang der Schlucht. Eine beeindruckende Fahrt! In Tianxiang angekommen mussten wir noch etwa 700 Meter zum Beginn des Baiyang Trails laufen. Den Eingang markiert ein etwa 400 Meter langer Tunnel. Am anderen Ende des Berges gab es wieder einmal nix zu sehen, da dieser Trail ebenfalls geschlossen wurde. Nur die ersten 900 Meter des etwa 2 Kilometer langen Trails sind begehbar. Also ging es zum Parkplatz wo der Bus ankam zurück. Mit dem Bus 302 fuhren wir dann zum nächsten Wanderweg – dem Lushui Trail.

Der Lushui Trail

Der Lushui Trail war angenehmer als die bisherigen. Der etwa 2 Kilometer lange Trail verlief zu Beginn durch ein Waldstück und führte über eine Hängebrücke. Bei diesem Trail konnten wir das erste Mal richtig die Umgebung genießen. Bei den anderen Trails versperrten meistens Bäume die Aussicht. Auf der anderen Seite entdeckten wir auch einen kleinen Wasserfall. Bist du am Ende des Trails angekommen, solltet ihr entlang der Hauptstraße noch etwas in Richtung Wasserfall weiterlaufen. Über eine große Hängebrücke gelangst ihr zu einem Aussichtspunkt direkt vor dem Wasserfall und ein paar kleinen roten Pavillons. Für uns ging es wiederum mit dem Bus 302 weiter zum Yanzikou (Swallow Grotto) Trail.




Der Yanzikou (Swallow Grotto) Trail

Beim Yanzikou Trail siehst du am besten die Schlucht mit den hoch aufgeschossenen Felswänden. Der Weg an sich führt entlang einer Verkehrsberuhigten Straße und war damit nicht besonders schön. Dennoch war der Anblick der Felswände hier am beeindruckendsten. In einem kleinen Café, auf halber Strecke, lässt sich die Aussicht bei einem leckeren Fruchtshake noch mehr genießen

Anreise

Ausgangspunkt für den Taroko Nationalpark ist die Stadt Hualien an der Ostküste. Hierher gelangt ihr innerhalb von 3 Stunden mit dem Zug von Taipei. Auf dem äußeren Bahnhofsplatz könnt ihr euch an dem Busschalter die Eintrittskarten für den Nationalpark für 250 NT$ pro Tag kaufen. Dieses Ticket beinhaltet neben der Nationalparkgebühr  ebenso einen kostenlosen Bustransfer zum Park, zu allen angefahrenen Trailstationen im Park und zurück nach Hualien. Im Park verkehren jedoch noch weitere Busse wie zum Beispiel der Bus 302, den wir zweimal genommen haben. Diese Busse müsst ihr jedoch extra bezahlen. Sie kosten pro Station ca. 25 NT$. Wechselgeld gibt es in den Bussen nicht, also habt immer Kleingeld dabei.

Um wirklich viel von den Schluchten sehen zu können, haben wir den ersten Bus vom Bahnhof Hualiens früh morgens um 7 Uhr zum Taroko Nationalpark genommen und sind gegen 8 Uhr am Visitor Center ausgestiegen. Leider öffnet dieses erst ab 8.30 Uhr, also haben wir uns eine Karte genommen und sind den ersten Trail abgelaufen. Alle Trails sind sehr gut ausgeschildert und leicht auffindbar. Am Vormittag waren die Trails sehr angenehm leer, doch ab dem späten Vormittag kommen langsam die Touristenbusse und Privatfahrer an und überfluten den Park.




Fazit zum Taroko Nationalpark

Der Tagesausflug zum Taroko Nationalpark hat sich am Ende doch noch gelohnt. Nach den Enttäuschungen der ersten Trails konnten wir schlussendlich noch die gewaltige Schlucht bewundern. Wir empfehlen euch daher nur drei Trails abzulaufen – den Shakadang Trail, den Lushui Trail und den Yanzikou Trail. Damit habt ihr einen guten Eindruck von der Schlucht gewonnen und nichts Bemerkenswertes verpasst. Insgesamt kann man aber sagen, dass der Weg von Taipeih nach Hualien sich nur lohnt, wenn ihr erstens genügend Zeit in Taiwan zur Verfügung habt und zweitens eine Begeisterung fürs Wandern hegt. Verglichen mit dem, was wir auf unserer Weltreise schon gesehen haben, würden wir uns den Weg nach Hualien eher sparen.

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