Ein Stück USA in Asien? Nein, trotz vieler hier stationierten Amerikaner, durch die Nähe zu Nordkorea, bleibt sich Seoul treu – ist aber dennoch nicht mit anderen asiatischen Städten vergleichbar. Die Hauptstadt Südkoreas überzeugt mit vielerlei neuer Technologie, einer trendsetzenden, kultigen Szene, traditionellen und historischen Gebräuchen und Gebäuden, neumodischen Shoppingcentern und grünen Parkanlagen. Wenn Seoul auch alles hat, was eine riesige Weltmetropole bieten muss, fehlt ein markantes Wahrzeichen. Der Seoul Tower hat es leider nicht als Eyecatcher auf die Topliste geschafft, weswegen man sich an diese blühende Stadt erinnert. Dennoch finden wir Seoul durch seine Vielfältig- und Andersartigkeit besonders. Liebenswerte, lächelnde und warmherzig Menschen, eine besondere Traditionsbewusstheit und ungewöhnliche Speisen werden euch auf eurer Reise nach Seoul begegnen.

Ihr werdet in unserem Reisebericht sehr viele interessante, erstaunliche und einzigartige Sehenswürdigkeiten finden, denn die Stadt hat einiges zu bieten – auch wenn der Wow -Effekt leider ausbleibt. Seoul ist trotzdem sehenswert und bietet einem besucherfreundlichen, speziellen Flair. Seoul erschien uns traditionell, teilweise schräg und bisweilen skurril, wie ihr an den nächsten Bildern sehen könnt.

Link zur Google-Maps Karte mit allen Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtmauer

Palace Quarter

Gyeongbokgung Palace

In Seoul existieren viele Paläste, die alle von der kaiserlichen Familie in den verschiedenen Jahrhunderten benutzt wurden. Der Hauptpalast ist der Gyeongbokgung Palace, der 1395 von der Joseon Dynastie, die bis 1910 in Korea vorherrschte, erbaut wurde. Als politisches und ökonomisches Zentrum, war der Palast bis zur japanischen Invasion 1592 Zentrum der Macht Koreas. Seine Zerstörung sollte auch die kaiserliche Legitimierung untergraben. Erst 270 Jahr später (1867) wurde von der neuen Regierung die Renovierung mit über 500 Gebäuden beschlossen. Leider blieb der Palast nicht lange in seinem neu-erbauten Zustand. Bei der zweiten japanischen Invasion Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieser wieder zu 90% zerstört. Erst 1990 wurden zur Erinnerung die Überreste neu aufgebaut und die wichtigsten Gebäude können heute von euch besichtigt werden.



Das wichtigste Gebäude findet ihr bereits gleich nach dem Genjeongmun Gate: die Tonhalle. Der Eingangsbereich erinnerte uns etwas an die verbotene Stadt in Peking, nur in Kleinformat. Weiterhin im Palastgelände sind verschiedene Regierungshallen und die Unterkünfte der kaiserlichen Familie zu sehen. Besonders nahe ging uns die Besichtigung der Gyotaejeon Halle, welche den Wohn- und Arbeitsbereich der Kaiserinnen darstellte. Ein Videofilm berichtet über den Einsatz einer Kaiserin für ihr Volk und ihren tragischen Ermordung durch die Japaner. Weiterhin wird das kahle Gelände durch den auf dem Wasser stehenden Gyeonghoeru Pavillon aufgefrischt, der früher für repräsentative Veranstaltungen genutzt wurde.

Betretet ihr das imposante Eingangstor, landet ihr direkt im Innenhof. Hier findet 14 Uhr und 15.30 Uhr der Wachwechsel statt, bei dem ihr buntgekleidete Soldaten aus der früheren Zeit bei der Durchführung begutachten könnt. Lautsprecheransagen beschreiben den Ablauf der Zeremonie. Nach der Vorführung könnt ihr sogar Fotos mit den „Soldaten“ machen.

Der Eintritt in den Gyeongbokgung Palace kostet der Palast 3.000 KRW (ca. 2,75 Euro) pro Person. Wir waren etwa eine Stunde in der Anlage unterwegs.

Gwanghwamun Square

Vor dem Gyeongbokgung Palast führt die 100 Meter breite Sejongdaero Street bis zur City Hall und zum Deoksungung Palast. In der Mitte der Straße wurde ein kleiner Park angelegt, der Statuen von Admiral Yi Sunshin und Kaiser Sejong aufweist. An den Seiten der Straße haben sich viele Cafés niedergelassen.

Deoksungung Palace

Mitten in der Stadt befindet sich der Deoksungung Palace der Joseon Dynastie. Im 16. Jahrhundert diente dieser als Residenz des Prinzen Wolsan. Durch die Zerstörung der anderen Stadtpaläste wurde der Deoksungung Palast schließlich ebenso temporäre Hauptunterkunft anderer Könige. Nach der Restaurierung des Changdeokgung Palastes im frühen 17. Jahrhundert und der königlichen Hauptresidenz Gyeongungung im späten 19. Jahrhundert, blieb der Palast trotzdem noch eine der Lieblingsunterkünfte der Kaiserfamilien. Mehrere traditionell-koreanische Hallen in hofähnlicher Anordnung durchziehen die Palastanlage. Die Seokjojeon Halle wurde vom Herrscher Gojong 1910 errichtet und als Wohn- und Arbeitsort benutzt. Besonders fällt der Komplex mit dem im westlichen Stil erbauten Gebäuden auf. In diesen Gebäuden befindet sich das National Museum of Modern and Contemporary Art.

Für die Palastanlage benötigt man nicht allzu viel Zeit, da sie nur noch ein Drittel des früheren Ausmaßes einnimmt. Den Palast findet ihr an der Metro-Station City Hall Station. Für 1.000 KRW (ca. 0,75 Cent) Eintritt kann man sich den Palast kurz anschauen, erwartet aber nicht zu viel. Auch hier findet 14 Uhr und 15.30 Uhr die sehenswerte Zeremonie des Wachwechsels statt.

Cheonggyecheon Stream

Wer von euch Lust auf einen 11 km langen Spaziergang hat, der kann dies am Cheonggyecheon Stream tun. Von Gwanghwamun nach Dongdaemun führt ein Weg entlang eines Flusses mitten durch die Stadt. Der ökologische Park wurde mit 22 Brücken versehen und mit Grünpflanzen bestückt. Im November findet hier jedes Jahr ein beliebtes Laternen Festival statt.

Changgyeoggung Palace

Nicht so weit von dem eigentlichen Hauptpalast entfernt, liegt der Changgyeonggung Palace. Im 15. Jahrhundert errichtet diente dieser Kaiser Seongjong und drei darauffolgenden Kaiserinnen als Wohnkomplex. Ende des 16. Jahrhunderts wurde dieser ebenso wie die anderen Paläste durch die japanische Invasion zerstört. Bereits 25 Jahre danach wurde der Palast unter Kaiser Gwanghaegun wiederhergestellt. Schließlich wieder er durch die Japaner zum größten Teil im 19. Jahrhundert zerstört und anschließend restauriert. Die Japaner nannten den Palast in Changgyeongwon um. „Won“ bedeutet „Park“ und „Gung“ Palast. Damit wollten sie die kaiserliche Autorität einschränken und bildeten um den Palast herum einen Garten sowie einen Zoo. 1983 wurde von der Regierung Koreas beschlossen, den Palast in seinem alten Zustand wieder her zu stellen und diesen den alten Namen wieder zu geben. Zu sehen sind wieder große Hallen, die unterteilt werden können in die Residenzen des Kaisers, der Kaiserin und der Prinzen.

Zum Palast gelangt ihr ab der Metrostation Anguk. Der Eintritt kostet 3.000 KRW. Der Palast ist nicht spektakulär und schon gar nicht prunkvoll, aber ihr werdet einen besseren Einblick in das Leben am früheren kaiserlichen Hofe erhalten.

 Changdeokgung Palace + Secret Garden

Der Changdeokgung Palast befindet sich im gleichen Gelände wie der Changgyeonggung Palast. Dieser ist sogar noch etwas älter und wurde 1405 von Kaiser Taejong erbaut. Als zweiter Hauptsitz des Kaisers diente der Palast bis auch dieser von den Japanern zerstört wurde. Etwa 1610 wurde seine Rekonstruierung abgeschlossen. Bis zur Renovierung des Hauptpalastes Gyeongbokgung, diente Changdeokgung 270 Jahre lang als erste Residenz der kaiserlichen Familie. Uns hat dieser Palast sogar besser gefallen als der vorhergehende, jedoch dürft ihr hier auch keine Wunder erwarten. Der Eintritt kostet 1.000 KRW (0,75 Euro). Der Palast und sein Garten (Secret Garden) wurden 1997 zum UNESCO Welterbe erklärt.

Zum Changdeokgung Palast gehört noch der mysteriöse „Secret Garden“. In Korea gilt er als unvergleichbar hinsichtlich seiner Architektur und seinem Design, welches in perfekter Harmonie in die Landschaft integriert wurde. Wir hingegen fanden an dem Secret Garden so ziemlich gar nichts wirklich besonders. Keine Blumen, alles sehr trist und die Harmonie konnten wir auch nicht verspüren. Die beiden Pavillons verloren auch schon an Farbe, die Teiche waren mit braunen Wasser befüllt und so richtig kam in uns keine Begeisterung für diesen Garten auf.

Die 5.000 KRW Eintritt beinhalteten zwar eine Führung für eine Stunde, aber diese ist nicht zu empfehlen. Leider darf man ohne diese aber nicht in den Garten. Habt ihr euch die beiden Paläste angeschaut, so reicht das vollkommen aus und den Garten könnt ihr getrost umgehen.




Samcheong-dong Street und Bukchon Hanok Village

Zwischen dem Gyeongbokgung und dem Changgyeonggung Palast liegt ein für uns sehr schönes kleines Viertel, das wir auch gern ein zweites Mal besuchen würden. Auf der Suche nach den alten traditionellen Häusern der Koreaner, landeten wir auf der Samcheong-dong Straße. Lauter kleine niedliche Geschäfte und Cafés in modernen und historisch alten Gebäuden verzieren das gesamte Viertel. Lauft ihr die Treppen bis ganz nach oben auf den Hügel, dann gelangt ihr zum Bukchon Hanok Village. Das kleine Örtchen über der Stadt, beherbergt noch 900 Hanoks (traditionelle koreanische Häuser). Einige Mitglieder der kaiserlichen Familie zur Zeit der Joseon Periode wohnten ebenfalls hier. In manche der kleinen Hofgebäude kann man sogar hineingehen und die engen korridorähnlichen Räume begutachten.

Insa-dong Street

Das alte Seoul erlebt ihr auf der Insa-dong Street, zumindest steht es so im Reiseführer. Für uns war die Straße aber ganz normal und zum Souvenirshoppen sehr gut geeignet. Ein paar Galerien, alte Buchläden und teurere Restaurants haben sich hier angesiedelt. Ein bunt gestaltetes Einkaufszentrum hat uns besonders gefallen.

Jogyesa Tempel

In Seoul existieren nicht so viel buddhistische Tempel, aus diesem Grund solltet ihr euch den Jogyesa Tempel anschauen. Dieser ist nicht sehr groß, aber hier könnt ihr einen Blick auf die koreanisch buddhistische Gebräuche und Kultur erhaschen. Wir hatten sogar das Glück und konnten Freitagabend einer Predigt mit Mönchen beiwohnen. Der Jogyesa Tempel bietet zudem ein Touristenprogram an, bei dem man einen Tag lang das Leben eines Mönches führen kann.

Unhyeongung Palace

Falls ihr euch für weitere kaiserliche Paläste interessiert, könnt ihr euch zusätzlich den Unhyeongung Palast anschauen. Dieser war die Residenz des Kaiservaters Gojong von 1852 bis 1919.

Gwangjang Market

Wer einen historischen Markt sehen möchte, der ist beim Gwangjang Markt genau richtig. Er befindet sich im Viertel  Dongdaemun nur unweit vom Stadtzentrum und ist fußläufig vom Jogyesa Tempel zu erreichen. Seit 1905 kann hier allerlei koreanische Ware von Stoffen bis Holzketten erstanden werden. Ein großer Food Court bietet auch sehr viel ungewöhnliche Speisen an. Hauptspeise ist der koreanische Pancake, der mit verschiedenen Gemüse-und Fleischfüllungen frittiert serviert wird. Aber auch viele fischige und fleischige Dinge, die wir nicht identifizieren konnten, werden hier verzehrt. Ein Muss ist der Besuch dieser riesigen Markthalle allerdings aus unserer Sicht nicht.

Das City Center von Seoul

Seoul Tower + Namsan Park

An der Hoehyeon Station gelegen (Exit 1), beginnt der Namsan Park, der zum Namsan Seoul Tower führt. Der N Seoul Tower ist die Hauptattraktion in Seoul. Entweder lauft ihr den Weg bis zum Gipfel des Hügels, der mit vielen Treppen, aber einer wunderbaren Aussicht über die Stadt belohnt wird, oder ihr nehmt das Cable Car. Die Hin- und Rückfahrt kostet 8.500 KRW und eine einzelne Fahrt kostet 6.000 KRW. Wir empfehlen euch den Aufstieg zu wagen, weil auch die Parkanlage ganz ordentlich angelegt wurde und der Ausblick dich belohnen wird.

Auf dem Weg nach oben werdet ihr zahlreiche Schlösser entlang des Weges sehen. Diese Schlösser wurden von Paaren als Zeichen der ewigen Liebe am Wegesrand angebracht. Diese Schlösser werden dir den Weg zun N Seoul Tower weisen.

Oben angelangt, steht ihr vor dem Wahrzeichen und der häufigste besuchten Attraktion der Stadt: Dem Seoul Tower. Der Seoul Tower ist 237 Meter hoch. Auf der Aussichtsplattform könnt ihr eine wunderbare Aussicht auf die Stadt erleben, müsst aber 10.000 KRW Eintritt bezahlen. Der Seoul Tower wird abends in verschiedenen Farbtönen angestrahlt. Ein paar Läden und natürliche eine Shoppingmall haben sich hier angesiedelt. In der Shoppingmall empfehlen wir euch das 4D Kino, welches kostenlos, selbstständig benutzt wird, zu besuchen.

Wir haben uns mit den Aussichtsplattformen am Fuße des Towers begnügt. Auch von hier aus hat man ebenfalls eine bemerkenswerte Aussicht über die Stadt. Am besten ihr geht kurz vor Sonnenuntergang zum Tower, um die Aussicht noch bei Tag und anschließend bei Nacht zu erleben.




Myeong-dong Street

Was natürlich überhaupt nicht in so einer Metropole wie Seoul fehlen darf, ist eine Shoppingmeile der Superlative und eine davon findet ihr im City Center, auf der Myeong-dong Street vor. Geschäft an Geschäft, Kaufhaus an Kaufhaus räkelt sich entlang der engen Straßen und Gassen. Kosmetikgeschäfte im Übermaß, koreanische Kleidung und ein kleiner abendlicher Nachtmarkt werden euch ein paar Stunden eurer Zeit vertreiben.

Myeong-dong Cathedral

Als wichtiges Symbol der katholischen Kirche in Korea ist die Myeong-dong Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert. Diese ist nicht etwa die erste Kirche ihrer Art, aber die Erste, in der sich eine richtige katholische Gemeinschaft zusammengeschlossen hat. Die im Gotik-Still errichtete Kathedrale war in den 70er und 80er Jahren das Zentrum der ersten Demokratiebewegungen des Landes. Inmitten der ganzen Hochhäuser wirkt die Kathedrale etwas verloren. Einen kurzen Besuch ist sie dennoch wert.

Namsangol Hanok Village

Nachdem wir uns das Bukchon Hanok Village angeschaut hatten, haben wir vom Namsangol Hanok Village etwas Ähnliches erwartet. Leider traf das nicht ganz zu. Das Namsangol Hanok Village ist eine Anlage, in der fünf Hofsiedlungen von verschiedenen Familien aus dem 19. Jahrhundert und ein Theater stehen. Die fünf Hanoks mit verschiedenen Stillen, zeigen das frühere Leben einer Familie eines Nobelmannes bis zu einem ganz normalen Verkäufer.

Auch die Inneneinrichtung wurde dem damaligen Leben nachempfunden. Von der Küche bis zu den Aufenthaltsräumen wurden die Räume nachkonstruiert. Einen tieferen Einblick in das Leben der damaligen Koreaner erhaltet ihr besser, wenn ihr eine der angebotenen Veranstaltungen wie einer traditionellen Hochzeit oder einer Teezeremonie beiwohnt. Der Eintritt in die Anlage ist frei.

Namdaemun Market

Der Namdaemun Markt ist der größte koreanische Markt des Landes. Kleine Verkaufsstände bieten in den engen Straßen Kleidung, Lebensmittel, Küchenutensilien, Souvenirs und noch vieles mehr an. Hier könnt ihr auch die bekannten koreanischen Pancakes mit Gemüsefüllung probieren, sowie andere nationale Street Food Gerichte. Sonntags sind die Läden um die Straßen herumgeschlossen, aber die Stände auf der Straße haben geöffnet. Inmitten des ganzen Trubels findet ihr auch eine sehr gute Touristeninformation vor. Die Damen helfen euch bei allen möglichen sehr gern und qualifiziert weiter. Den Markt findet ihr bei der Metrohaltestelle Hoehyeon, Exit 5. 

 Sungnyemun Gate

Im Jahr 1394 wurde Seoul von Kaiser Taejo zur neuen Hauptstadt ernannt. Neben dem Gyeongbokgung Palast wurde auch begonnen, eine Stadtmauer zu errichten. Diese wurde entlang der vier Berge um Seoul errichtet und kennzeichnet heute noch das Stadtzentrum. Das Zentrum besitzt vier Haupteingangstore, eines davon ist das Südtor Sungnyemun Gate. In Korea wird das Tor ebenso Namdaemun genannt, was so viel wie „Tor des Südens“ bedeutet. Auch dieses wurde 2008 bei einem Feuer zerstört und neu rekonstruiert. Inmitten der ganzen Hochhäuser, ist dieser alt hergerichtetes Gebäude eine willkommene Abwechslung. Wenn ihr auf dem Namdaemun Markt seid, dann ist es nur noch ein Katzensprung, um auf das Tor einen kurzen Blick zu werfen. Von den vier Stadttoren haben wir uns nur dieses angesehen. Wenn ihr Zeit und Lust habt, könnt ihr aber auch entlang der Stadtmauer laufen und euch eine Stempelkarte bei der Touristeninformation abholen. Der Walk beträgt ca. 20 km.

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Stadtmauer

 Gangnam Quarter

Wer kennt den Song nicht: „Gangnam Style“ dessen seine Neuauflage 2012 die Welt verrückt machte und es ins Guinness Buch der Rekorde als meist geliked Video bei You Tube schaffte. Aber kaum einer weiß was Gangnam überhaupt ist und bedeutet. Ganz ehrlich, wir auch nicht. Dabei steht Gangnam als Neologismus für ein Trendviertel in Seoul. Trendige Designer Viertel, Cafés, Restaurants, Shoppingmalls, Galerien und einen großen Business Distrikt kennzeichnen „Gangnam“. Einen Ausflug in dieses Quarter lohnt sich schon allein, um zu sehen, wo der weltbekannte Song seine Anfänge genommen hat.

Samsung d`light

Wenn ihr bei der Gangnam Station angekommen seid, dann erwartet euch ein großes Untergrund Shoppingcenter. Folgt der Ausschilderung zu Exit 8 und ihr werdet im Untergrund auf das Samsung d`light Center stoßen. Samsung hat seinen Hauptsitz in Korea und in diesem Apartmentstore seine neusten Innovationen ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Ihr erhaltet ein Armband und könnt euch damit frei bewegen und alle Neuerungen selbstständig testen. Die Führung beginnt in einer Art Tunnel, bei der ihr euch spielerisch in speziellen Geschicklichkeiten testen könnt und wenn ihr mögt eine Persönlichkeitsanalyse erstellt bekommt. 4 D Filme und Spiele können getestet werden sowie das neue Haus der Zukunft wird vorgestellt. Geht es nach Samsung, dann ist alles mit Tablets im Haus ausgestattet: Der Spiegel mit integrierter Fitness-Trainerin, der Tisch, der Kochrezepte preisgibt und der Fernseher, der das Energielevel des Hauses berechnet. Sehr interessant, wie unsere Zukunft aussehen soll. Probiert es einfach selbst mal aus.

Seonjeongneung Royal Tombs

Ein kurzer Fußmarsch von der Seolleung Station entfernt, gelangt ihr zu den Grabstädten der Kaiser aus der Joseon Dynastie. Hier wurden die Tombs des Kaisers Seongjong, der Kaiserin Jeonghyeon und des Kaisers Jungjong bestattet. Insgesamt schätzt man mit 42 Gräbern auf dem Gelände, die zur kaiserlichen Familie zählten. Der Park in dem sich die Gräber befinden, zählt seit 2009 zum UNESCO Welterbe. Erwartet auch hier nicht zu viel, dann mehr als ein paar Grabhügel mit Steinstatuen und Wächterhäusern, werdet ihr nicht vorfinden. Der Eintritt beträgt 1.000 KRW und mittwochs kommt ihr kostenlos hinein.




Bongeunsa Temple

Der Bongeunsa Tempel ist bei Touristen sehr beliebt und auch uns hatte es der Tempel etwas angetan. Die beste Zeit diesen zu besuchen ist kurz vor Sonnenuntergang. Im Zeichen der Lotusblüte gebaut, werdet ihr diese überall vorfinden. Sei es am Eingang mit Hunderten von Pflanzen oder an den Decken in Form von Lampen sowie an den Wänden in Form von Verzierungen. Lampions hängen überall von den Dächern und schmücken die großen Innenhöfe und das Innere der Tempel.

Der Tempel ist aber aus einem weiteren Grund bei Touristen sehr beliebt. Wer von euch mag, kann hier eins bis zwei Tage Mönch oder Nonne sein. Das Kloster bietet, gegen eine gewisse Gebühr, einen Einblick in das Leben als Mönch oder Nonne. Aber auch wer dieses Programm nicht in Anspruch nimmt, wird von dem Tempel begeistert sein, vor allem wenn es dunkel ist und alles zu leuchten beginnt. Der Tempel kostet keinen Eintritt. Spenden sind natürlich gern gesehen aber jedem selbst überlassen.

Banpo Hangang Park

An der Uferfront des Hangang Rivers wurde inmitten des Wassers ein großes Convention Center gebaut, welches aus mehreren verglasten Hallen besteht. Ihr solltet die Anlage bei Sonnenuntergang besuchen. Wenn es dunkel wird, erleuchten die Gebäude in verschiedenen Tönen. Ein Highlight der Stadt ist auch die Moonlight Rainbow Fontaine, die täglich eine farbenfrohe Lightshow mit Wasserfontainen zeigt. Leider fand zu unserem Besuch keine Show statt, dafür aber ein Night Market, der auch sehr angenehm war.

 Seorae Village – French Quarter

Auf Seorae Village hatten wir uns etwas gefreut, sollte das doch das französische Viertel sein. Leider hatten wir wieder zu übertriebene Vorstellungen. In Seorae Village merkt man schon einen kleinen Unterschied zu den anderen koreanischen Vierteln. Es existieren vermehrt französische Bäckereien und ein paar westliche Restaurant, aber vor allem japanische Restaurants mit überhöhten Preisen. Ein Besuch ist das Viertel nicht unbedingt wert, es sei denn ihr steht auf Backwaren.

Der Olympic Park im Jamsil Quarter

Etwas weiter Außerhalb des Zentrums liegt der Stadtteil Jamsil. Für alle sportbegeisterten unter euch eine wichtige Sehenswürdigkeit, denn hier befindet sich der Olypmic Park. 1988 fanden in Seoul die Olympischen Sommerspiele statt. Die Welt hielt damals den Atem an, befürchtete man doch einen Angriff von Nordkorea, die Südkorea den Erfolg nicht gönnen mochten. Doch alles lief wie geplant und heute könnt ihr einen sehr schönen Park mit vielen Skulpturen und Sportplätzen bewundern. Das Olympische Dorf, indem die Sportler damals gewohnt hatten, stehen ebenfalls noch erhalten zur Schau. Der Park ist ziemlich groß und ihr könnt einen schönen Spaziergang unternehmen. Um das World Pease Gate zu durchqueren, steigt an der Haltestelle Mongchontoseong(World Peace Gate) aus.

Was du sonst noch wissen solltest

  1. Wenn ihr euch entschließt alle Paläste, ein paar der wichtigsten Museen und den Namsan Seoul Tower zu besuchen, dann lohnt sich für euch der Seoul Pass. Dieser kostet für 2 Tage und eine Nacht 39.900 KRW.
  2. Falls ihr euch nicht für den Seoul Pass entscheidet und alle Paläste besichtigen wollt, dann könnt ihr den Palace Pass für 10.000 KRW kaufen, damit spart ihr ca. 5.000 KRW.
  3. In Seoul findet ihr fast an jeder Hauptattraktion eine Touristeninformation sowie laufen des Öfteren in Rot gekleidete Frauen (Touristenhilfe) herum, die euch gern über die nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten informieren.
  4. Für die Benutzung der Metro lohnt sich eine T-money Card, die ihr wie eine prepaid Karte aufladen könnt und alle öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen könnt. Der MPass ist tagesabhängig und kann zwischen 1 und 7 Tage von 10.000 bis 60.000 KWR genutzt werden. Bis 20 Mal pro Tag kann dieser als Zahlungsmittel bei öffentlichen Verkehrsmitteln, der Metro, Subway und Intercity Bussen eingesetzt werden. Eine Metrofahrt kostet ca. 1.500 KRW, also lohnt sich ein Pass, wenn ihr mehr als 7 Metrofahrten am Tag unternehmt.
  5. Die Steckdosen sind die gleichen wie in Deutschland.
  6. Veganer und Vegetarier haben es selbst in der Hauptstadt sehr schwer. Informiert euch vor der Anreise über Vegane und Vegetarische Restaurants.

Unterkunft

Die Hotels in Seoul sind für Back- und Flashpacker teurer als in mancher anderen asiatischen Großstadt. Wir haben uns für das Namsan 24 Guesthouse entschieden. Für 26 Euro pro Nacht, haben wir ein sauberes ca. 15 qm Zimmer erhalten, mit Kühlschrank, Doppelbett und kleinem Badezimmer. Das Frühstück mit Toast und Kaffee ist im Preis inbegriffen. Waschmaschinen gibt es auch und wie waren von der Freundlichkeit des Personals überrascht. Unschlagbar ist die zentrale Lage. Fast alle Sehenswürdigkeiten des City Centers können binnen 20 Minuten Fußweg erlaufen werden. Das Gasthaus können wir euch wärmstens weiterempfehlen.




Anreise nach Seoul

Nach Seoul muss man mit dem Flugzeug anreisen, einen Landweg von außerhalb Südkoreas existiert durch die Streitigkeiten mit Nordkorea nicht. Vom Airport ist es mit der Metro (ca. 3,50 Euro) innerhalb von einer Stunde ganz leicht ins Zentrum der Stadt zu gelangen. Es gibt auch Busse und einen Schnellzug (45 min), diese sind aber wesentlich teurer.

Fazit zu Seoul

Die Hauptstadt Südkoreas ist kulturell, vielfältig, modern, super sauber und besticht mit der Freundlichkeit der Menschen. Verschiedene Bezirke bieten die unterschiedlichsten Erlebnisse und Attraktionen, wenn auch nicht wirklich ein Musst See darunter ist. Es muss aber auch nicht immer ein Eyecatcher vorhanden sein, um eine Stadt zu mögen und sie zu genießen. Der Flair der Stadt existiert einfach und auf deiner Korea Reise ist Seoul natürlich unumgänglich.

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