1. Nicht zu schnell zu hoch

Das entscheidende Kriterium jeder Höhenanpassung, ist die Geschwindigkeit mit der ein bestimmter Höhenunterschied überwunden wird. Daher sind aktive Aufstiege zu Fuß, passiven Aufstiege (PKW, Hubschrauber…) vorzuziehen. Eine allgemeine Faustregel zur Aufstiegsgeschwindigkeit lautet: „In Höhen über 2.500 m treten seltener Beschwerden auf, wenn die Schlafhöhe um nicht mehr als 600 Höhenmeter pro Tag gesteigert wird.“

2. Hoch gehen, tief schlafen

Entscheidend für die Akklimatisation ist die „Schlafhöhe“. Diese sollte immer so tief wie möglich, zumindest aber tiefer als die maximale Tageshöhe liegen. Auf Hochtouren angewendet bedeutet dieser Grundsatz, bei Ankunft in einem Lager dieses nicht sofort zu beziehen, sondern nach einer Rast, langsam und ohne Gepäck nochmals ca. 30 Minuten aufzusteigen und erst danach zum Lager zurückzukehren. Beim Aufbau von Hochlagern über 5.000 m sollten diese erst nach zweimaligem Erreichen – besser Überschreiten – der Lagerhöhe bezogen werden.




3. Herzfrequenz prüfen und sich Zeit lassen

Die Kontrolle der morgendlichen Ruheherzfrequenz (im Liegen nach dem Aufwachen) ist der Parameter, der einen zuverlässig Auskunft zum persönlichen Akklimatisationsstand liefert. Ist die Herzfrequenz um mehr als 20 % gegenüber zu Hause erhöht, befindet man sich in der kritischen Phase der Akklimatisation. In dieser Phase muss der Körper unbedingt geschont werden, will man eine Höhenkrankheit vermeiden. Es gilt: „Langsam gehen und kein schweres Gepäck tragen!“

4. Behalte deine Mitstreiter im Auge

Höhenbedingte Probleme werden sehr oft ignoriert oder bewusst verschwiegen. Eine der wichtigsten Verhaltensregeln bei Gruppenaufenthalten in der Höhe lautet daher: „Beobachte deinen Tourenpartner und sprich ihn bei Verdacht auf eine akute Höhenkrankheit an!“ Alarmzeichen sind: Plötzlicher Leistungsabfall, starker Kopfschmerz über einen Tag sowie Gang- und Stehunsicherheit.

5. Geh runter oder riskiere zu Sterben

Bei den ersten Anzeichen einer schweren Höhenkrankheit (siehe oben) ist der sofortige Abstieg in tiefere Lagen die bestmögliche Therapie. Eine Studie von ZINK zeigte, dass Höhenlungenödem-Kranke die in der Höhe versorgt wurden, 15 mal häufiger verstarben, als diejenigen, die sofort abtransportiert wurden. Bei unklaren, schweren Formen der Höhenkrankheit kann zur Unterstützung der Therapie und zur Überbrückung bis zum Abstieg folgende Kombinationstherapie angewendet werden: DEXAMETHASON + NIFEDIPIN retard + SAUERSTOFF/ÜBERDRUCKSACK.




6. Lebe gesund

Das Schwierigste an einer Expedition ist, gesund das Basis Lager zu erreichen. Das Infektionsrisiko bei Höhenaufenthalten ist erhöht. Schutz vor Durchfallerkrankungen bietet nur das strikte Einhalten hygienischer Mindeststandards. Händewaschen vor dem Essen und beim Essen den Leitspruch: „Koch es, schäle es oder vergiss es!“ beachten. Atemwegserkrankungen können durch Feuchthalten der Schleimhäute mit einem Tuch vor dem Mund und mit regelmäßigem Lutschen von Pastillen/Bonbons vermieden werden.

7. Hör nicht auf zu Trinken

Die höhenbedingte Mehratmung in Verbindung mit der kalten und trockenen Luft im Gebirge führt zu einem verstärkten Flüssigkeitsverlust, der in 4.000 bis 8.000 m bei ca. 3,5 Liter pro 24 Stunden liegt. Über Nahrungsmittel und Getränke sollte diese Flüssigkeitsmenge täglich zugeführt werden, sonst droht Dehydration und in deren Folge ein Leistungsabfall sowie ein erhöhtes Risiko für Thrombosen/Embolien und Erfrierungen.

8. Bleib nicht zu lang zu weit oben

Die „magischen“ Grenzen im Höhenbergsteigen sind die Höhenstufen von 8.000 m und die von 5.500 m (Akklimatisationsgrenze). Nur bis in eine Höhe von ca. 5.500 m kann der Mensch auf Dauer leben bzw. sich akklimatisieren. Darüber kommt es zu einem stetigen Leistungsabfall (Körpergewichts- und Muskelmassenverlust) und in der Folge zum Tod durch Erschöpfung. Basislager sollten daher immer unterhalb der 5.500 m angesiedelt werden, darüber gilt der Grundsatz: „Schnelligkeit ist Sicherheit!“



9. Schlafe gut

Expeditionsbergsteiger haben häufig mit massiven Schlafproblemen in der Höhe zu kämpfen. Mit zunehmender Höher verkürzt sich die Länge des Schlafs und die Anzahl der Schlafunterbrechungen nimmt zu. Auch tritt das Höhenlungenödem vorzugsweise beim Schlaffen auf. Eine Irritation des Atemzentrums gilt als Auslöser dieser Störung. Schlafüberhöhungen geringer als 600 Höhenmeter, ausreichende Zeltbelüftungen, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper und der Verzicht auf Schlafmittel können hier prophylaktisch wirken.

10. Plane deinen Trip

Nur etwa 50 % aller Expeditionen sind erfolgreich. Die Hauptursache für diese niedrige Erfolgsquote ist häufig eine mangelhafte Reiseplanung. Vor allem in vier Bereichen werden immer wieder Fehler gemacht:

  • Reisedauer: Nicht zu viel, in zu kurzer Zeit!
  • Reisetermin: Wetterbedingungen und Zielgebiet beachten!
  • Reiseprogramm: Beim Aufbau des Programms an den Regeln des Höhenbergsteigens orientieren!
  • Gruppenzusammensetzung: Sich Kennenlernen und das Reiseziel auf das Können der Gruppe abstimmen!

Quelle: http://www.alpenverein.de/chameleon/public/9f58aab1-85d8-b295-44d0-b59682e71635/Panorama-2-2012-Fitness-Gesundheit-Hoehenbergsteigen_19652.pdf

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